Matthäus holt zur Taktik-Schelte für Bundestrainer Löw aus

Von Florian Lütticke

Herzogenaurach/London - Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus (60) hat nach dem EM-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft die Taktik des scheidenden Bundestrainers Joachim Löw (61) kritisiert.

Lothar Matthäus (60) ist Deutschlands Rekordnationalspieler und übt System-Kritik am Bundestrainer.
Lothar Matthäus (60) ist Deutschlands Rekordnationalspieler und übt System-Kritik am Bundestrainer.  © Matthias Balk/dpa

"Natürlich muss man über das System diskutieren, weil die Spieler das System nicht spielen wollten. Jogi Löw ist stur gewesen und hat wieder an etwas festgehalten, was im Endeffekt keinen Erfolg gebracht hat", sagte der 60-Jährige in einer Video-Kolumne für Interwetten.

Beim Scheitern in der Vorrunde der WM 2018 in Russland habe Löw zu lange an verdienten Spielern festgehalten.

Joshua Kimmich habe sich auf der rechten Seite nicht wohl gefühlt, auch Thomas Müller habe auf einer anderen Position als beim FC Bayern München gespielt, meinte Matthäus.

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Dabei nahm der Weltmeister von 1990 nach dem Aus durch das 0:2 gegen England im Achtelfinale am Dienstag auch erfahrene Spieler aus dem Kader in die Pflicht und sprach diese direkt an.

"Sie haben Persönlichkeit, ein Manuel Neuer, ein Mats Hummels, ein Thomas Müller, ein Toni Kroos. Geht's auf den Trainer zu und redet mit ihm", betonte er. "Es kann nicht sein, dass wir ein System gespielt haben, das ihr im Endeffekt nicht wolltet."

Joachim Löw (61) verabschiedete sich von der Bundestrainer-Bühne am Mittwoch mit einer Pressekonferenz.
Joachim Löw (61) verabschiedete sich von der Bundestrainer-Bühne am Mittwoch mit einer Pressekonferenz.  © Federico Gambarini/dpa

Große Hoffnungen setzt Matthäus auf den Nachfolger von Löw als Bundestrainer. "Hansi Flick wird Dinge verbessern, verändern vor allem. Das ist zum Wohle der deutschen Nationalmannschaft, des deutschen Fußballs", sagte er. "Zwei Turniere so zu spielen wie wir es gespielt haben, das ist nicht das, was man von Deutschland erwartet."

Titelfoto: Montage: Matthias Balk/dpa / Federico Gambarini/dpa

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