Müheloser Auftakt! Deutschland lässt Island zum Start in die WM-Quali keine Chance

Duisburg - Standesgemäßer Sieg zum Auftakt in die Qualifikation zur WM 2022! Die deutsche Nationalmannschaft ist in Gruppe J mit einem mühelosen 3:0 (2:0) gegen Island gestartet und hat sich dabei vier Monate nach der 0:6-Schmach in Spanien ein wenig rehabilitiert.

Früher Jubel beim DFB-Team: Leon Goretzka (4.v.r.) netzte schon in der 2. Minute für Deutschland ein.
Früher Jubel beim DFB-Team: Leon Goretzka (4.v.r.) netzte schon in der 2. Minute für Deutschland ein.  © Federico Gambarini/dpa

Leon Goretzka brachte das DFB-Team in der leeren Duisburger Schauinsland-Reisen-Arena schon in der 2. Minute in Führung, Kai Havertz legte schnell nach (7./2:0), Ilkay Gündogan gelang der Endstand (56./3:0).

Im ersten Spiel seiner Abschiedstournee wechselte Joachim Löw nach der Spanien-Klatsche auf fünf Positionen: Antonio Rüdiger, Lukas Klostermann, Emre Can, Joshua Kimmich und Havertz begannen für die verletzten Toni Kroos und Niklas Süle sowie Robin Koch (nicht im Kader), Philipp Max und Timo Werner (beide Bank).

Fünffach rotierte auch Islands neuer Nationaltrainer Arnar Thor Vidarsson in seinem ersten Match im Vergleich zum 0:4 in England im November:

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Hannes Thor Halldorsson, Hördur Magnusson, Alfons Sampsted, Aron Gunnarsson und Arnor Traustason ersetzten Birkir Mar Saevarsson (Sperre), Ögmundur Kristinsson, Hjörtur Hermannsson, Ari Skulason und Albert Gudmundsson (alle Bank).

Das Match, das durch die schnelle Isolation des positiv auf Corona getesteten Jonas Hofmann inklusive der Abreise von K1-Kontaktperson Marcel Halstenberg dennoch stattfinden konnte, begann verheißungsvoll - mit einem Bayern-Trio in der Hauptrolle:

Kimmich mit dem Chip in den Strafraum, Serge Gnabry legte mit dem Rücken zum Tor auf Goretzka, der per Direktabnahme früh zum 1:0 einnetzte (2.).

Deutschlands Mannschaftsaufstellung in der WM-Qualifikation gegen Island

Kai Havertz legt schnell für das DFB-Team nach

FC Bayerns Leon Goretzka (r.) sorgte mit seinem Tor in der 7. Minute für die schnellste deutsche 2:0-Führung in einem Pflichtspiel seit 52 Jahren.
FC Bayerns Leon Goretzka (r.) sorgte mit seinem Tor in der 7. Minute für die schnellste deutsche 2:0-Führung in einem Pflichtspiel seit 52 Jahren.  © Tobias Schwarz/AFP-Pool/dpa

Jogis Jungs schnürten den nordeuropäischen Gegner in der Anfangsphase total in deren Hälfte ein, konnten ihre Ball-Stafetten locker und ohne die erforderliche Gegenwehr ausspielen. So war es wenig verwunderlich, dass die zweite Bude nicht lange auf sich warten ließ.

Nach Ballverlust im Aufbauspiel der Isländer spielte Kimmich den tiefen Pass links raus auf Leroy Sané, der die Kugel hinter die Kette ablegte, wo Havertz blank stand und ebenfalls mit dem ersten Kontakt traf - 2:0 (7.), die früheste deutsche Zwei-Tore-Führung in einem Pflichtspiel seit 52 Jahren.

Trotz eines Ballbesitzes von zwischenzeitlich 87 Prozent (!) mussten die Deutschen auch mal zittern.

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In der 27. Minute setzte sich der Ex-Lauterer Jon Dadi Bödvarsson zu einfach gegen Klostermann durch, passte kurz auf Runar Sigurjonsson, dessen von Rüdiger abgefälschter Schuss nur knapp neben den Pfosten ging. So schnell kann's gehen!

Individuell war "Die Mannschaft" zwar klar überlegen, die drei folgenden Chancen durch Weitschüsse von Goretzka (38.) und Kimmich (42.) sowie Rüdigers Kopfball (43.) wurden aber nicht verwertet.

Das war knapp! Islands Runar Sigurjonsson (l.) zieht nach Vorlage von Jon Dadi Bödvarsson (r.) ab, der sich zu einfach gegen Lukas Klostermann (3.v.r.) durchsetzen konnte. Antonio Rüdiger (nicht im Bild) fälschte noch entscheidend ab, sodass der Ball neben den Kasten von Manuel Neuer (2.v.r.) flog.
Das war knapp! Islands Runar Sigurjonsson (l.) zieht nach Vorlage von Jon Dadi Bödvarsson (r.) ab, der sich zu einfach gegen Lukas Klostermann (3.v.r.) durchsetzen konnte. Antonio Rüdiger (nicht im Bild) fälschte noch entscheidend ab, sodass der Ball neben den Kasten von Manuel Neuer (2.v.r.) flog.  © Federico Gambarini/dpa

Island kommt mit ordentlich Power aus der Kabine - aber Ilkay Gündogan begräbt letzte Zweifel

Island agierte im zweiten Spielschnitt viel körperbetonter und war schnell am ballführenden Deutschen dran.
Island agierte im zweiten Spielschnitt viel körperbetonter und war schnell am ballführenden Deutschen dran.  © Federico Gambarini/dpa

Das stetige Verteidigen der "Huh"-Sänger mit teilweise neun Mann in der eigenen Box war zu Beginn des zweiten Durchgangs Geschichte.

Die in Schneeweiß auflaufende 365.000-Einwohner-Nation agierte deutlich körperbetonter, presste viel höher, was im Umkehrschluss dem DFB-Team aber Lücken im Tempogegenstoß verschaffte.

Ausgerechnet die gute Phase des Gegners durchschlug Gündogan mit seinem Treffer zum 3:0: Gnabry war diesmal der Vorlagengeber, der Manchester-City-Profi verschaffte sich daraufhin mit zwei Körpertäuschungen Platz und war aus knapp 20 Metern mit einem satten Schuss erfolgreich - 3:0 (56.).

Das war auch gleichzeitig das Ende der großen isländischen Offensivbemühungen.

Die ganz großen Möglichkeiten fürs DFB-Team blieben aber ebenso aus. Es folgten lediglich noch ein Abseits-Treffer von Havertz in der 60. Minute und Gnabrys Pfosten-Klatscher (70.).

Letztlich sollte es ein souveräner und nahezu müheloser Erfolg gegen bei Weitem nicht auf Augenhöhe befindliche Isländer reichen - samt 14-Minuten-Debüt des 18-jährigen Bayern-Youngsters Jamal Musiala.

Und auch Manchester Citys Profi Ilkay Gündogan (2.v.r.) trug sich noch in die Torschützenliste ein.
Und auch Manchester Citys Profi Ilkay Gündogan (2.v.r.) trug sich noch in die Torschützenliste ein.  © Federico Gambarini/dpa

Das DFB-Team trifft am Sonntag (20.45 Uhr/RTL) im zweiten Quali-Spiel in Bukarest auf Rumänien. Die Isländer sind schon ab 18 Uhr in Armenien gefordert.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

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