Rasant! Deutschland feiert gegen starkes Rumänien Comeback und Heimsieg

Hamburg - Wildes WM-Qualifikationsspiel! Die deutsche Nationalmannschaft hat eine packende Partie gegen Rumänien gedreht und am Ende einen hart erarbeiteten 2:1 (0:1)-Heimsieg gefeiert.

Die frühe und etwas überraschende Führung für Rumänien: Ianis Hagi (l.) trifft in dieser Szene zum 1:0.
Die frühe und etwas überraschende Führung für Rumänien: Ianis Hagi (l.) trifft in dieser Szene zum 1:0.  © dpa/Marcus Brandt

Die Tore vor 25.000 Zuschauern im voll ausgelasteten Volksparkstadion erzielten Ianis Hagi zum 1:0 für die Gäste (9. Minute), Serge Gnabry zum 1:1 (53.) und Thomas Müller zum 2:1 für die Hausherren (81.).

Bundestrainer Hansi Flick nahm nach dem überzeugenden 4:0-Auswärtssieg in Island zwei Veränderungen vor. Marc-Andre ter Stegen und Marco Reus ersetzten die verletzten Manuel Neuer (Adduktoren) und Ilkay Gündogan (Oberschenkel).

Rumäniens Coach Mirel Radoi wirbelte seine Elf nach dem 0:0 gegen Nordmazedonien hingegen ordentlich durcheinander. Lediglich Florin Nita, Vlad Chiriches, Andrei Ratiu und Nicolae Stanciu durften erneut von Beginn an ran.

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Sie mussten sich in der Frühphase vornehmlich mit Defensivarbeit beschäftigen, weil die Gastgeber Druck ausübten und Tempo machten. Doch auch das Auswärtsteam deutete seine technischen und spielerischen Qualitäten an.

Dann kam Innenverteidiger Andrei Burca gegen Timo Werner im Sechzehner zu spät, traf diesen hauchzart, weshalb Schiedsrichter Cüneyt Cakir auf Foulelfmeter entschied (5.). Nach VAR-Eingreifen sah sich der türkische Unparteiische die Szene allerdings nochmal in der Review Area an und nahm den Strafstoß berechtigterweise zurück, denn der Kontakt war bestenfalls minimal (8.).

Wenig später gab es den nächsten Rückschlag für Deutschland - denn Rumänien ging in Führung! Stanciu bediente Hagi, der Antonio Rüdiger mit einem Beinschuss ausdribbelte und aus halbrechter Position mit dem linken Schlappen in die lange Ecke abzog - 1:0 (9.)!

Deutschlands Startelf für das WM-Qualifikations-Heimspiel gegen Rumänien

Rumäniens Aufstellung gegen die DFB-Auswahl

DFB-Elf macht Druck, trifft vor der Pause jedoch nicht

Marco Reus (2.v.r.) scheiterte mit diesem Versuch an Rumäniens Keeper Florin Nita (r.).
Marco Reus (2.v.r.) scheiterte mit diesem Versuch an Rumäniens Keeper Florin Nita (r.).  © dpa/Axel Heimken

Die nun verunsicherten Gastgeber leisteten sich direkt nach Anpfiff den nächsten Fehler in Person von Thilo Kehrer, weshalb George Puskas in Position kam, schoss, doch der Versuch des Stürmers wurde von Rüdiger noch zur Ecke abgelenkt - einmal tief durchatmen auf DFB-Seite (10.)!

Nachdem sich Flicks Mannen stabilisiert und vom Schock erholt hatten, wirbelten sie im Angriff wieder. Gnabry vergab jedoch im Liegen aus Nahdistanz eine Großchance (16.). Es blieb auch weiterhin temporeich und wild, die DFB-Elf dachte vornehmlich offensiv, wobei ihr aber zu oft die Präzision im letzten Drittel fehlte.

Zudem schaltete sie nach Ballverlusten zu häufig nicht schnell genug auf Defensive um. Die entsprechenden Räume konnte Rumänien allerdings nicht ausnutzen.

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Bis zur nächsten Gelegenheit dauerte es daher ein wenig. Reus zog aus halblinker Position ab, scheiterte jedoch am aufmerksamen Nita (33.), der auch bei Gnabrys abgerutschter Flanke zupackte (35.). Zudem verzog der Bayern-Star aus 17 Metern knapp (44.).

Nun machte Deutschland richtig Druck, die Gäste konnten sich minutenlang nicht mehr aus der Umklammerung lösen, hielten aber stand. Glück hatte Radois Truppe, weil sich Stanciu zwei harte Fouls gegen Joshua Kimmich leistete, allerdings mit nur einer Gelben Karte davonkam (41./45.). So blieb es zur Pause bei der knappen 1:0-Führung für Rumänien.

Ein Sinnbild der deutschen Gefühlslage nach der ersten Halbzeit: Die DFB-Elf lag mit 0:1 gegen Rumänien zurück.
Ein Sinnbild der deutschen Gefühlslage nach der ersten Halbzeit: Die DFB-Elf lag mit 0:1 gegen Rumänien zurück.  © dpa/Axel Heimken

Serge Gnabry und Thomas Müller drehen für Deutschland gegen Rumänien das Spiel

Wichtig! Serge Gnabry (2.v.r.) brachte die DFB-Elf mit seinem Ausgleich auch ergebnistechnisch wieder zurück in die Partie.
Wichtig! Serge Gnabry (2.v.r.) brachte die DFB-Elf mit seinem Ausgleich auch ergebnistechnisch wieder zurück in die Partie.  © dpa/Marcus Brandt

Auch im zweiten Abschnitt ging es munter rauf und runter, den Zuschauern wurde einiges geboten! Nach einigen guten Ansätzen fiel endlich der nächste Treffer - und zwar für das DFB-Team! Gnabry zog nach Ablage von Reus aus rund 20 Metern halbrechter Position ab und jagte das Leder flach, wuchtig sowie platziert zum 1:1 in die linke untere Ecke (53.)!

Nun waren die lebhaft auftretenden Hausherren voll da, doch Reus setzte einen anspruchsvollen Volley drüber (57.) und anschließend hatte Deutschland zwar mehr als 70 Prozent Ballbesitz, kam jedoch nicht entscheidend durch. So zielte der auffällige Leroy Sane zu hoch (73.), auf der anderen Seite schossen Puskas (74.) und Stanciu (80.) vorbei.

In der Schlussphase belohnte sich die DFB-Elf dann endlich für den hohen Aufwand. Kimmich brachte eine Ecke von der rechten Seite auf den ersten Pfosten, wo sich Leon Goretzka hochschraubte und per Kopf auf den zweiten Pfosten verlängerte, wo Joker Müller einlief und das Leder aus Nahdistanz über die Linie drückte - 2:1 durch die Bayern-Kombination (81.)!

Die Hausherren kontrollierten die Begegnung in der Folge, brachten den knappen, hart erkämpften Vorsprung am Ende über die Zeit und setzten sich dadurch in der Tabelle von den Gästen ab.

Die Entscheidung: Thomas Müller (l.) drückt die Kugel mit rechts zum 2:1 für Deutschland über die Linie.
Die Entscheidung: Thomas Müller (l.) drückt die Kugel mit rechts zum 2:1 für Deutschland über die Linie.  © dpa/Axel Heimken
Riesenjubel: Thomas Müller (M.) sorgte für große Erleichterung beim DFB-Team und obendrauf für einen 2:1-Heimsieg gegen Rumänien.
Riesenjubel: Thomas Müller (M.) sorgte für große Erleichterung beim DFB-Team und obendrauf für einen 2:1-Heimsieg gegen Rumänien.  © dpa/Marcus Brandt
Für Deutschland geht es am Montag (20.45 Uhr) mit dem Auswärtsspiel in Nordmazedonien weiter, während Rumänien parallel Armenien empfängt.

Titelfoto: dpa/Marcus Brandt

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