Timo Werner schießt sich Frust von der Seele, DFB-Elf für WM 2022 qualifiziert!

Skopje - Der nächste Sieg für die deutsche Nationalmannschaft! Die DFB-Auswahl hat sich für die 1:2-Heimniederlage im Hinspiel revanchiert und Nordmazedonien in der WM-Qualifikation klar mit 4:0 (0:0) geschlagen. Da Rumänien parallel mit 1:0 gegen Armenien gewann, hat sich das Team von Trainer Hansi Flick vorzeitig für die WM 2022 qualifiziert.

Die DFB-Elf um Leader Joshua Kimmich ließ in der ersten Hälfte mehrere gute Möglichkeiten liegen, der Bayern-Star wurde zudem von Laiserpointern geblendet.
Die DFB-Elf um Leader Joshua Kimmich ließ in der ersten Hälfte mehrere gute Möglichkeiten liegen, der Bayern-Star wurde zudem von Laiserpointern geblendet.  © dpa/Federico Gambarini

Die Tore vor gut 16.000 Zuschauern in der National Arena Todor Proeski erzielten Kai Havertz zum 1:0 (50. Minute), Timo Werner zum 2:0 sowie 3:0 (70./74.) und Jamal Musiala zum 4:0 für die Gäste (82.).

Nordmazedoniens Coach Blagoja Milevski stellte nach dem klaren 4:0-Erfolg in Liechtenstein viermal um. Visar Musliu, Boban Nikolov, Tihomir Kostadinov und Adis Jahovic ersetzen Kire Ristevski, Stefan Spirovski, Aleksandar Trajkovski und Milan Ristovski.

Bundestrainer Hansi Flick nahm im Vergleich zum 2:1 gegen Rumänien sogar fünf Veränderungen vor. Der wieder fitte Manuel Neuer kehrte ins Tor zurück, dazu kamen Lukas Klostermann, David Raum, Thomas Müller und Havertz für Antonio Rüdiger (Rückenprobleme), Marc-Andre ter Stegen, Jonas Hofmann, Leroy Sane und Marco Reus (alle Bank).

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Nationalmannschaft Flitzer-Alarm bei Armenien gegen Deutschland: Doch der heimliche Star ist ein pfiffiger Straßenhund!

Die Gäste machten zu Beginn Druck und hatten direkt die erste Chance. Havertz chippte das Leder aus halblinker Position butterweich auf den zweiten Pfosten, wo Joshua Kimmich einlief und aufs Tor köpfte, aber am reaktionsschnellen Keeper Stole Dimitrievski scheiterte (2.).

Anschließend kämpften sich auch die Hausherren in die Partie und beschäftigen die DFB-Defensive immer wieder. So hatte Deutschland erst in der 13. Minute die nächste Gelegenheit, als Havertz die Kugel von der Linie kratzte und in der Mitte Müller fand, der den Ball im Rückwärtslaufen nicht platzieren konnte und so am Tor vorbeiköpfte.

Aufstellungen von Nordmazedonien und Deutschland für das WM-Qualifikationsspiel

Die Anfangsformationen der beiden Mannschaften.
Die Anfangsformationen der beiden Mannschaften.  © Tom Jacob

Timo Werner trifft nur den Pfosten, Kai Havertz schießt die DFB-Elf in Nordmazedonien in Front

Wieder glücklos: DFB-Stürmer Timo Werner (2.v.r.) scheiterte mit diesem Schuss am linken Pfosten.
Wieder glücklos: DFB-Stürmer Timo Werner (2.v.r.) scheiterte mit diesem Schuss am linken Pfosten.  © dpa/Federico Gambarini

Auf der anderen Seite wuchtete Abwehrkante Darko Velkovski das Spielgerät mit dem Schädel nach einer Ecke knapp daneben (16.).

Dann musste wieder Dimitrievski eingreifen, der eine tückisch abgefälschte Flanke von Serge Gnabry gekonnt über die Latte lenkte (17.), wenig später auch einen Aufsetzer des Bayern-Stars abwehrte (25.), dann zweimal gegen Timo Werner parierte (26./32.) und zwischendurch Glück hatte, dass Gnabry daneben grätschte (30.).

Einmal stand auch Neuer erstmals im Fokus und krallte sich einen Versuch von Eljif Elmas problemlos (26.). Davon abgesehen agierten die Roten Löwen mit Herz, waren griffig und eine echte Einheit, konnten sich gegen überlegene Gäste aber nur selten in Szene setzen.

Letzter DFB-Auftritt des Jahres: Diese Aufgabe wartet gegen Armenien
Nationalmannschaft Letzter DFB-Auftritt des Jahres: Diese Aufgabe wartet gegen Armenien

So rannte Deutschland weiter an, doch Werner traf in der Nachspielzeit nur den linken Pfosten, der Nachschuss von Müller wurde geblockt (45.+2). Dabei wäre eine Führung der DFB-Elf längst verdient gewesen, so ging es aber mit dem torlosen Remis in die Kabinen.

Der Spielstand veränderte sich allerdings kurz nach der Pause! Gnabry bediente mit einem überragenden Steilpass aus der eigenen Hälfte Müller, der im Zentrum Tempo aufnahm, die Ruhe behielt und genau im richtigen Moment links Havertz bediente, der nur noch ins leere Tor einschieben musste - 1:0 für die DFB-Auswahl (50.)!

Die erlösende Führung: Thomas Müller (M.) legte für Kai Havertz (r.) quer, der problemlos ins leere Tor einschiebt. Der starke nordmazedonische Keeper Stole Dimitrievski kann nicht mehr eingreifen.
Die erlösende Führung: Thomas Müller (M.) legte für Kai Havertz (r.) quer, der problemlos ins leere Tor einschiebt. Der starke nordmazedonische Keeper Stole Dimitrievski kann nicht mehr eingreifen.  © dpa/Federico Gambarini

Timo Werner legt für Deutschland in Nordmazedonien mit Doppelpack nach, Jamal Musiala erhöht

Jubel über den ersten Treffer: Thomas Müller (r.) und Timo Werner (l.) gratulieren Torschütze Kai Havertz.
Jubel über den ersten Treffer: Thomas Müller (r.) und Timo Werner (l.) gratulieren Torschütze Kai Havertz.  © dpa/Federico Gambarini

Deutschland blieb auch in der Folge am Drücker, sodass Velkovski nach einer scharfen Gnabry-Flanke beinahe ein Eigentor unterlief, doch wieder war Dimitrievski zur Stelle und wehrte klasse ab (60.).

Danach leisteten sich beide Mannschaften erstaunlich viele leichte Fehlpässe und Stockfehler, weshalb der Fluss in dieser Phase nicht vorhanden war und die Partie ereignisarm vor sich hinplätscherte.

Allerdings nur bis zur 70. Minute. Da war es wieder Müller, der Werner mit einem unkonventionellen No-Look-Volleypass freispielte. Der Angreifer behielt die Nerven und knallte die Kugel rechts ins Netz, der ganze Frust musste raus, 2:0 für die Gäste!

Wenig später legte der pfeilschnelle Angreifer des FC Chelsea nach, diesmal wunderschön und gefühlvoll mit einem Schlenzer aus halblinker Position in die rechte obere Ecke - 3:0 für die DFB-Auswahl (74.)!

Kurz darauf schoss der eingewechselte Karim Adeyemi aus Nahdistanz freistehend drüber (76.). Wenige Zeigerumdrehungen später machte es der flinke Stürmer vom FC Red Bull Salzburg jedoch besser, eroberte die Kugel, spielte steil zu Joker Musiala, der die Ruhe behielt und unhaltbar in die rechte untere Ecke abschloss - 4:0 (82.)! Auf der Gegenseite verpasste der Schalker Darko Churlinov den Ehrentreffer für die nun müden Hausherren und schoss deutlich drüber (89.). So blieb es am Ende beim klaren Erfolg der Flick-Truppe.

Timo Werners (2.v.l.) Tor-Knoten im DFB-Dress ist endlich geplatzt! Der Stürmer schnürte in Nordmazedonien einen Doppelpack.
Timo Werners (2.v.l.) Tor-Knoten im DFB-Dress ist endlich geplatzt! Der Stürmer schnürte in Nordmazedonien einen Doppelpack.  © dpa/Federico Gambarini

Für Nordmazedonien geht es am 11. November (18 Uhr) in Armenien weiter, während Deutschland einige Stunden später (20.45 Uhr) Liechtenstein empfängt.

Titelfoto: dpa/Federico Gambarini

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