Uli Hoeneß nach EM-Aus: "Toni Kroos hat in dem Fußball nichts mehr verloren"

Von Martin Kloth

Ismaning - Der Ehrenpräsident des FC Bayern München Uli Hoeneß (69) hat bei seiner Analyse über das deutsche Aus bei der Fußball-Europameisterschaft die Leistung des zurückgetretenen Toni Kroos (31) als nicht mehr zeitgemäß eingestuft.

Uli Hoeneß (69, l.) übt nach dem EM-Aus Kritik an der Taktik von Bundestrainer Joachim Löw (61).
Uli Hoeneß (69, l.) übt nach dem EM-Aus Kritik an der Taktik von Bundestrainer Joachim Löw (61).  © Marc Müller/dpa

"Toni Kroos hat in dem Fußball nichts mehr verloren", sagte der 69-Jährige am Sonntag im Sport1-"Doppelpass". Ein Problem der deutschen Nationalmannschaft sei gewesen, dass Bundestrainer Joachim Löw (61) unbedingt Kroos einbauen wollte und daher auf eine Dreierkette umgestellt hatte.

Die taktischen Anpassungen von Löw, den er ebenso wie Kroos sehr schätze, seien "total in die Hose gegangen", betonte Hoeneß. Hätte man die Taktik des FC Bayern München aus der Triplesaison gespielt, "dann bin ich 100 Prozent sicher, dass wir jetzt anders dastehen würden".

Hoeneß plädierte unter anderem für eine Viererkette und Joshua Kimmich (26) zusammen mit Leon Goretzka (26) im Zentrum.

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Gegen England habe man "Angsthasenfußball" gespielt, stellte Hoeneß fest. Kroos sei in der Schlussphase nicht einmal über die Mittellinie gegangen, "seine Art zu spielen ist total vorbei".

Hoeneß bescheinigte dem Star von Real Madrid und früheren Bayern-Profi zu viele Querpässe.

Uli Hoeneß ledert im "Doppelpass" gegen Toni Kroos

Toni Kroos (31) wird nicht mehr für die Nationalelf auflaufen.
Toni Kroos (31) wird nicht mehr für die Nationalelf auflaufen.  © Frank Augstein/Pool AP/dpa

Kroos verabschiedete sich drei Tage nach dem Aus im Achtelfinale der Europameisterschaft aus der Nationalmannschaft. Der 31-Jährige absolvierte 106 Länderspiele und wurde 2014 in Brasilien mit dem Team Weltmeister.

Eine Teilschuld am Achtelfinal-Aus gab Hoeneß auch den Führungsspielern. "Ich habe unsere Spieler als superselbstbewusste Jungs kennengelernt, die bei Hansi Flick ein großes Mitspracherecht hatten", erklärte Hoeneß.

Bei der EM habe er nichts gehört. Normalerweise würden sie mit dem Trainer reden, sagte der 69-Jährige.

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Der "Doppelpass" am Sonntag war der letzte mit Moderator Thomas Helmer (56).

Update 13.13 Uhr: Toni Kroos schießt nach Hoeneß-Attacke zurück

Toni Kroos hat sich nach der verbalen Attacke von Uli Hoeneß auf Twitter mit einer ironischen Nachricht zu Wort gemeldet.

"Uli Hoeneß ist ein Mann mit großem Fußballsachverstand (auch wenn es für RTL nicht gereicht hat), wenig Interesse für Polemik und mit sich komplett im Reinen", schrieb der Mittelfeldmann und ergänzte: "Ähnlich wie sein Greenkeeper."

Eine Anspielung auf Sky-Experte Lothar Matthäus (60), über den Hoeneß mal gesagt hatte: "Solange Karl-Heinz Rummenigge und ich etwas beim FC Bayern zu sagen haben, wird Lothar Matthäus bei diesem Verein nicht einmal Greenkeeper im neuen Stadion".

Hoeneß kommentierte den Konter von Kroos noch in der Sendung: "Wir leben in einer Demokratie. Jeder kann sagen, was er will."

Titelfoto: Marc Müller/dpa

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