Vielflieger statt Klimaschutz: DFB-Fanclub sorgt mit WM-Lager für Aufregung!

Dubai - Flug-Irrsinn bei der Winter-WM! Wie gewohnt organisiert der DFB auch für die Weltmeisterschaft 2022 in Katar ein Fan-Camp. Allerdings findet es diesmal nicht im Gastgeberland, sondern in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt.

Vielflieger-Alarm zur Wüsten-WM: Das Reiseangebot des DFB-Fanclubs sorgte für Aufregung im Netz.
Vielflieger-Alarm zur Wüsten-WM: Das Reiseangebot des DFB-Fanclubs sorgte für Aufregung im Netz.  © Stringer/EPA FILE/dpa, Andreas Arnold/dpa

Die Millionenstadt liegt 408 Kilometer Luftlinie vom Austragungsort entfernt. Die mitreisenden Anhänger müssen also zu jedem Spiel des Turniers eingeflogen werden.

Laut dem Fanclub der deutschen Nationalmannschaft können "bis zu 300 Fans im Vier-Sterne-Hotel La Quinta by Wyndham Dubai Jumeirah unterkommen." Außerdem gibt es "sechs unterschiedliche Reisepakete" mit Hin- und Rückflügen nach Dubai ab München, Düsseldorf, Frankfurt oder Hamburg, inklusive Flug- und Bustransfers vom Hotel zu den Spielorten im benachbarten Wüstenstaat.

Günstig wird der Spaß aber nicht. Das billigste Angebot für alle Vorrundenpartien kostet 2839 Euro (zwölf Übernachtungen plus Anreise zu den Spielen und Frühstück), für ein Einzelzimmer werden sogar 3849 Euro fällig. Die WM-Tickets sind da noch nicht inbegriffen.

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Insbesondere mit Blick auf das ansonsten große DFB-Engagement für mehr Klimaschutz wirkt die Entscheidung fragwürdig - und löste dementsprechend große Kritik im Netz aus.

"Diese wunderbare Nachhaltigkeit. Mit dem Flugzeug vom Luxushotel in der Wüste zum Stadion in der Wüste, ein Traum!", kommentierte ein Twitter-Nutzer unter dem Beitrag des Fanclubs.

Reiseangebot des DFB-Fanclubs zur Weltmeisterschaft 2022 in Katar auf Twitter

Der DFB verkündete am Montag den "Aktionstag Klimaschutz"

Laut DFB-Präsident Bernd Neuendorf (61) ist sich der Dachverband "seiner gesellschaftlichen Verantwortung" bewusst.
Laut DFB-Präsident Bernd Neuendorf (61) ist sich der Dachverband "seiner gesellschaftlichen Verantwortung" bewusst.  © POOL / AFP

Doch warum schlägt die Anhängerschaft der Nationalelf ihr Lager nicht einfach im Gastgeberland auf? Wie aus der Mitteilung hervorgeht, war "die Umsetzung eines Fan-Camps im WM-Austragungsland Katar organisatorisch nicht möglich."

Während die Clubmitglieder im Falle der Mitreise also zwangsläufig zu Vielfliegern werden, verkündete der Deutsche Fußball-Bund am Montag einen "Aktionsspieltag Klimaschutz", der "gemeinsam mit den Amateur- und Profivereinen im DFB-Pokal der Frauen und Männer, der FLYERALARM Frauen-Bundesliga und der 3. Liga umgesetzt wird."

"Der DFB ist sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung und Vorbildfunktion bewusst", erklärte Präsident Bernd Neuendorf (61) in einem Statement auf der Homepage des Dachverbands.

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Und fügte an: "Mit vielen kleinen und kreativen Ideen kann jeder Fußballverein Umwelt, Klima und oftmals auch die Vereinskasse schonen - dafür wollen wir mit dem Aktionsspieltag Klimaschutz den Anstoß geben."

Wie dieser Ansatz mit dem vom DFB organisierten Fan-Camp in Dubai zusammenpasst, ging aus der Mitteilung hingegen nicht hervor.

Titelfoto: Stringer/EPA FILE/dpa, Andreas Arnold/dpa

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