"Wir wollten nachlegen": Das sagt der neue Bundestrainer Hansi Flick über seinen gelungenen Start

Deutschland - Ein Einstand nach Maß! Nach dem nächsten deutlichen Sieg der deutschen Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation zieht der neue Trainer Hansi Flick (56) ein erstes Fazit.

Er hat allen Grund zum Applaudieren. Der Löw-Nachfolger startete perfekt in seine neue Aufgabe.
Er hat allen Grund zum Applaudieren. Der Löw-Nachfolger startete perfekt in seine neue Aufgabe.  © Christian Charisius/dpa

Das hätte schlechter laufen können. Am Mittwoch schlug die DFB-Elf den Gruppengegner aus Island klar mit 4:0 (2:0) und feierte somit den dritten Erfolg im dritten Spiel unter dem neuen Bundestrainer.

Im Anschluss der Begegnung äußerte sich der Ex-Bayerncoach über den Start seiner Amtszeit.

"Wir wollten nachlegen. Wir wollten nach Armenien wieder ein Spiel machen, das wir bestimmen, indem wir Torchancen herausspielen und Tore erzielen. Das hat die Mannschaft gut gemacht. Wenn man die drei Spiele nimmt, können wir sehr zufrieden sein mit der Entwicklung", sagte Flick.

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Aber der 56-Jährige sah auch noch Luft nach oben: "Wir wissen, dass das eine oder andere noch besser gemacht werden muss, aber dafür sind wir da. Wir haben wenige Trainingseinheiten gehabt. Trotzdem hat die Mannschaft die Idee, wie wir Fußball spielen wollen, hervorragend interpretiert."

"Wo wir uns verbessern müssen, ist die Präzision im letzten Pass, in der Entschlossenheit vor dem Tor."

Hansi Flick verändert Spielweise und dämpft die Erwartungen

Holte sich ein Sonderlob ab: Ex-Schalker Thilo Kehrer (24, m.) konnte den neuen Coach bei seinen Auftritten überzeugen.
Holte sich ein Sonderlob ab: Ex-Schalker Thilo Kehrer (24, m.) konnte den neuen Coach bei seinen Auftritten überzeugen.  © Christian Charisius/dpa

Auf die Frage, wie er es geschafft hat aus dem zur EM noch glücklosen Trio um Timo Werner (25), Leroy Sané (25) und Serge Gnabry (26) einen Acht-Tore-Sturm zu machen, erklärte der ehemalige Mittelfeldspieler seinen Ansatz.

"Wir haben einfach versucht, die Art und Weise, wie wir Fußball spielen, ein bisschen anders zu interpretieren. Wir wollen Aktivität auf dem Platz haben."

"Die Mannschaft hat das wirklich sehr gut umgesetzt und verinnerlicht. Wir haben versucht, die Gegner früh unter Druck zu setzen und haben damit hohe Ballgewinne gehabt. Da ist der Weg zum Tor natürlich näher", so Flick.

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Doch übertreiben möchte der neue Spielleiter auch nicht. Die WM-Qualifikation sieht er keineswegs schon unter Dach und Fach.

"Da bleiben wir jetzt mal schön ruhig. Ich glaube, es ist wichtig, dass wir uns von Spiel zu Spiel vortasten. Neun Punkte aus den drei Spielen waren von uns als Vorgabe gesetzt. Die Mannschaft hat das hervorragend umgesetzt."

Auch zu der Defensivleistung seiner Mannschaft, die in allen drei Partien ohne Gegentor blieb, fand der Bundestrainer lobende Worte und betonte dabei sogar die Leistung einzelner Spieler. Insbesondere Paris-Saint-Germain-Verteidiger Thilo Kehrer (24) fiel ihm positiv auf.

"Dass die Null steht, ist immer wichtig. Die Mannschaft muss einfach die Gier haben, das Tor zu verteidigen. Das macht sie als Team, als Einheit. Die Abläufe sind gut. Island war schon mutig, hat abgeschlossen. Kompliment, wie wir verteidigen. Antonio Rüdiger und Niklas Süle machen das sehr gut."

"Aber ich kann auch mal einen herausheben, der alle drei Spiele praktisch durchgespielt hat: Thilo Kehrer. Ob als Linksverteidiger oder auf der Innenverteidigerposition - er ist einfach flexibel einsetzbar, er ist topfit. Er macht einen sehr guten und sehr selbstbewussten Eindruck."

Pause bis Oktober für die deutsche Nationalmannschaft

Einen Monat hat das DFB-Team nun Zeit sich zu sammeln. Am 8. Oktober geht es in Hamburg weiter gegen Rumänien, drei Tage später tritt der Weltmeister von 2014 zur Revanche gegen Nordmazedonien. Das Hinspiel gegen den Gruppenvierten um Routinier Goran Pandev (38) verloren die Deutschen 1:2.

Hoffen wir, dass die Kicker dann wenigstens vom Reisestress dieser Länderspielpause verschont bleiben. Auf der Rückreise von Island musste der Flieger der Nationalmannschaft notlanden.

Titelfoto: Montage: Christian Charisius/dpa

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