"Respekt bedeutet, sich die Scheiße anzugucken!" SCP-Trainer geht nach BVB-Spiel auf Schiri los!

Dortmund - Steffen Baumgart (49) platzt der Kragen! Nach der 2:3-Niederlage des SC Paderborn im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund ist SCP-Coach Baumgart - verständlicherweise - die Krawatte geplatzt. Grund hierfür war das Verhalten des Schiedsrichters Tobias Stieler (39) vor dem 3:2-Siegtreffer des BVB durch Erling Haaland (95.).

Paderborn-Trainer Steffen Baumgart (49) verstand nach dem Spiel die Welt nicht mehr.
Paderborn-Trainer Steffen Baumgart (49) verstand nach dem Spiel die Welt nicht mehr.  © Frederic Scheidemann/Getty Images Europe/Pool/dpa

"Das ist 'ne Frechheit, das ist 'ne absolute Frechheit, das muss ich ganz ehrlich sagen", polterte der 49-Jährige ins ARD-Mikrofon.

Doch was war passiert? In der 5. Minute der ersten Halbzeit der Verlängerung marschiert Haaland nach einem Delaney Ball in die Tiefe auf Paderborns Keeper Leopold Zingerle zu. Haaland bleibt eiskalt und schiebt den Ball ins Tor.

Danach wurde es jedoch unübersichtlich. Köln schaltete sich ein, dem Treffer könnte eine Abseits-Position des Norwegers vorausgegangen sein.

Weit über fünf Minuten werden im VAR-Keller kalibrierte Linien gezogen. Spieler und Verantwortliche stehen sich die Beine im verregneten Signal Iduna Park in den Bauch.

Dann, nach ewig langer Überprüfung, hieß das Fazit von Schiedsrichters: der Treffer zählt!

Was dann geschah, brachte Baumgart im Anschluss an die Partie jedoch völlig aus der Fassung. Der Unparteiische ging zum Paderborn-Trainer und erklärte ihm seine Sicht der Dinge.

Schiedsrichter Tobias Stieler verlässt sich auf eigene Wahrnehmung und verzichtet auf den VAR

Schiedsrichter Tobais Stieler (39) war im DFB-Pokal-Spiel mehrfach in kniffligen Situationen gefordert.
Schiedsrichter Tobais Stieler (39) war im DFB-Pokal-Spiel mehrfach in kniffligen Situationen gefordert.  © Guido Kirchner/dpa-pool/dpa

Nach dem Delaney-Pass, soll noch ein Paderborn-Spieler am Ball gewesen sein, diesem eine entscheidende Richtungsänderung gegeben haben und somit eine neue Spielsituation ausgelöst haben.

Aus diesem Grunde sei die äußerst knappe Abseitsposition Haalands hinfällig und der wäre Treffer regulär.

Allerdings sei diese Berührung des Paderborners lediglich seine Wahrnehmung auf dem Feld und die des Linienrichters gewesen. Köln habe dies scheinbar nicht gesehen.

Stieler verzichtete allerdings darauf, sich die Szene selbst noch einmal im Monitor anzusehen.

Nach Ansicht der TV-Bilder nach dem Spiel, für Baumgart dann eine bodenlose Frechheit. Für ihn, der nach eigener Aussage Fan des VAR sei, ist unbegreiflich, weshalb sich Stieler die Bilder nicht selbst noch einmal angeschaut hat.

"Nicht rauszugehen und sich das nicht anzusehen (...) Wenn er dann entscheidet und mir sagt, dass seine Wahrnehmung wichtiger ist, als das was ihm gesagt wird, dann machen wir uns lächerlich", so der 49-Jährige.

Auf den Bildern war keine Berührung zu sehen. Ein Umstand, den Baumgart nur schwer verdauen konnte. Er fühlte sich betrogen.

Baumgart fassungslos über das "arrogante" Auftreten Stielers: "Ich bin keine Aktiengesellschaft, wir kämpfen um jede müde Mark"

Erling Haaland (20) schoss den goldenen und maximal umstrittenen Siegtreffer für den BVB.
Erling Haaland (20) schoss den goldenen und maximal umstrittenen Siegtreffer für den BVB.  © Guido Kirchner/dpa-pool/dpa

"Jetzt muss ich aufpassen, dass die Worte nicht zu doll werden", baute er vor. "Bevor mir wieder irgendeiner erklärt, wir müssen sauber und respektvoll miteinander umgehen", schickte er wohl indirekt eine Botschaft in Richtung des DFB.

Jedoch bedeute Respekt für den Ex-Profi, "sich den Scheiß anzugucken - und dann 'ne Entscheidung zu treffen. Das ist respektvoller Umgang mit dem Gegner und nicht dem Kleinen, den wir dann wieder in den Arsch getreten haben." Rumms!

"Wir stehen da sieben Minuten und frieren uns den Arsch ab und haben so eine Entscheidung?", fragte er noch immer perplex.

Für das kleine Licht am ostwestfälischen Fußballhimmel nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich eine doppelt bittere Angelegenheit.

"Das geht hier für uns um zwei Millionen. Ich bin keine Aktiengesellschaft, wir kämpfen um jede müde Mark und dann kommt mir so einer, so entgegen? Find' ich arrogant, muss ich ehrlich sagen!", so Baumgart weiter im Hinblick auf die Kräfteverhältnisse zwischen dem BVB und dem SC Paderborn sowie dem Auftreten Stielers.

Hier das Interview von Steffen Baumgart im Anschluss an das DFB-Pokal-Achtelfinale

Stieler selbst wollte sich zu seiner Entscheidung nach dem Spiel im Übrigen nicht äußern. Für Baumgart letztlich wohl die Kirsche auf der Torte.

Inwiefern sein durchaus verständlicher Emotions-Ausbruch vom DFB sanktioniert wird, wird sich zeigen. Ob sich Stieler vor dem DFB erklären muss, bleibt offen.

Titelfoto: Frederic Scheidemann/Getty Images Europe/Pool/dpa, Guido Kirchner/dpa-pool/dpa

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