Heute erstmals Geister-Finale in Berlin: "Tut in der Seele weh!"

Berlin - "Berlin, Berlin - wir fahren nach Berlin!" Den absoluten Fan-Klassiker können die Anhänger auch in den nächsten Jahren singen. Das DFB-Pokalfinale bleibt die nächste fünf Jahre in der Hauptstadt. Der Vertrag zwischen dem DFB und dem Berliner Olympiastadion wurde bis 2025 verlängert.

Banner des FC Bayern sind in der Ostkurve auf den Rängen angebracht.
Banner des FC Bayern sind in der Ostkurve auf den Rängen angebracht.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Dieses Jahr wird jedoch durch die Corona-Krise alles anders. Wie schon die restlichen Bundesliga-Spiele wird auch der Pokal-Kracher zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern München (20 Uhr/ARD) ohne Zuschauer stattfinden.

Das Pokalfinale wird zum Geister-Finale. DFB-Präsident Fritz Keller (63) tut dies "in der Seele weh".

Zwar wurden beide Mannschaften von einigen Anhängern am jeweiligen Mannschaftshotel empfangen, Pokalfieber ist aber etwas anderes. Vom Knistern kurz vor dem Aufeinandertreffen ist in der Stadt diesmal nichts zu spüren.

Kein Fantreffen am Breitscheidplatz, kein Einsingen am Alexanderplatz, kein gemeinsamer Fanmarsch zum Stadion. Stattdessen müssen es sich die wenig mitgereisten Fans in den Kneipen gemütlich machen.

Auch für die Profis, die immerhin die Geisterspiele aus der Bundesliga kennen, wird es eine Umstellung. Von dieser einmaligen Atmosphäre im Berliner Olympiastadion kann diesmal nicht die Rede sein, wenn auch Bayerns Dauer-Finalisten etwas Positives gewinnen wollen. 

"Auch für jemanden, der öfter im Finale gestanden hat, ist es etwas Besonderes, mal so ein Spiel mitzuerleben", sagte Bayern-Kapitän Manuel Neuer: "Das wird auch für mich eine Lebenserfahrung sein."

DFB-Präsident Fritz Keller (63) neben dem DFB-Pokal.
DFB-Präsident Fritz Keller (63) neben dem DFB-Pokal.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Der sportliche Reiz bliebt ohnehin. Bayern jagt das Double bzw. Triple, während die Werkself nach 27 Jahren mal wieder einen Titel gewinnen kann. Trainer Peter Bosz könnte dabei ein gutes Omen sein. Er ist der vierte niederländische Trainer, der ein Team in einem deutschen Pokal-Endspiel betreut.

Seine drei Vorgänger gewannen ihre vier Finals alle. Rinus Michels 1983 mit dem 1. FC Köln, Huub Stevens 2001 und 2002 mit dem FC Schalke 04 und Louis van Gaal 2010 mit dem FC Bayern München. "Die Trainer sind in Holland große Namen", sagte Bosz: "Es wäre super, wenn mein Name in dieser Reihe stehen würde."

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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