HSV setzt sich in hartem Pokal-Fight gegen Eintracht Braunschweig durch

Braunschweig - Das war ein hartes Stück Arbeit! Der Hamburger SV ist einer Blamage in der 1. Runde des DFB-Pokals bei Drittligist Eintracht Braunschweig knapp entkommen. Mit einem 2:1 (1:1)-Auswärtssieg setzte sich der Zweitligist am Ende durch.

HSV-Spieler Jan Gyamerah legt sich den Ball an Braunschweig-Keeper Jasmin Fejzic vorbei und schiebt anschließend zur Führung ein.
HSV-Spieler Jan Gyamerah legt sich den Ball an Braunschweig-Keeper Jasmin Fejzic vorbei und schiebt anschließend zur Führung ein.  © Ronny Hartmann/dpa

Die Tore vor 6167 Zuschauern im Eintracht-Stadion erzielten für die Rothosen Jan Gyamerah zum 1:0 (29. Minute) und Robert Glatzel zum 2:1(68.). Für den zwischenzeitlichen Ausgleich sorgte Luc Ihorst kurz vor der Halbzeit (44.).

HSV-Trainer Tim Walter veränderte seine Startelf im Vergleich zum Zweitliga-Spiel gegen Dynamo Dresden (1:1) auf zwei Positionen. Für den verletzten Jonas Meffert begann Maximilian Rohr, dazu ersetzte Sonny Kittel Bakery Jatta.

BTSV-Coach Michael Schiele tauschte nach der derben 0:4-Heimpleite in der 3. Liga gegen Aufsteiger FC Viktoria 1889 Berlin drei Spieler aus. Maurice Multhaup, Sebastian Müller und Brian Behrendt starteten für Yari Otto (Bank), Martin Kobylanski und Nick Proschwitz, dessen Vertrag am Samstag überraschend aufgelöst wurde.

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Von Beginn an entwickelte sich das zu erwartende Spiel. Der HSV hatte viel Ballbesitz - teilweise über 80 Prozent - kam gegen die dicht gestaffelte Eintracht nicht durch. Lediglich Jan Gyamerah (9.) zwang Braunschweig-Keeper Jasmin Fejzic zu einer Parade.

Auf der Gegenseite versuchte der Zweitliga-Absteiger Nadelstiche zu setzen und hatte durch Bryan Henning (18. und 25.) seine besten Möglichkeiten.

HSV-Trainer Tim Walter schickte diese Elf gegen Eintracht Braunschweig aufs Feld

Eintracht Braunschweigs Trainer Michael Schiele vertraute gegen den HSV auf diese Startelf

Luc Ihorst lässt das Eintracht-Stadion mit seinem Ausgleich kurz vor der Halbzeit beben

Der Hamburger Maximilian Rohr (l.) wird von Eintracht-Kämpfer Bryan Henning abgegrätscht.
Der Hamburger Maximilian Rohr (l.) wird von Eintracht-Kämpfer Bryan Henning abgegrätscht.  © Ronny Hartmann/dpa

In der 29. Minute verstummte das Eintracht-Stadion plötzlich. David Kinsombi setzte sich robust gegen Jannis Nikolaou durch, Gyamerah bekam den Ball, nahm Tempo auf und zog in den Strafraum. Dort legte er die Kugel an Torwart Fejzic vorbei und schob mit links zum 1:0 für den HSV ein.

Die Spieler des Drittligisten beschwerten sich lautstark bei Schiedsrichter Tobias Welz, doch der entschied: kein Foul. Der VAR konnte keinen Aufschluss geben, er kommt erst ab dem Achtelfinale zum Einsatz.

Für die Braunschweiger war der Gegentreffer eine Art Weckruf, sie kamen bis zur Pause nicht nur zu einigen Chancen, sondern auch zum Ausgleich!

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Während Henning bei einem Einwurf schnell schaltete, pennte die HSV-Abwehr. Müller war rechts auf und davon, legte vor dem Tor quer auf Ihorst, der nur noch einzuschieben brauchte (44.). Das Stadion an der Hamburger Straße bebte, unverdient war das 1:1 nun nicht mehr.

Die Hamburger starteten souverän, machten den Underdog aber immer stärker. Das Unentschieden war nach 45 Minuten gerecht.

HSV-Angreifer Robert Glatzel bewahrt seine Mannschaft vor der Blamage

Der HSV jubelte am Ende über den Einzug in die zweite DFB-Pokal-Runde.
Der HSV jubelte am Ende über den Einzug in die zweite DFB-Pokal-Runde.  © Ronny Hartmann/dpa

Mit Wiederbeginn entwickelte sich ein echter Pokal-Fight. Die Löwen schmissen sich in jeden Zweikampf, die Fans feuerten ihre Mannschaft unermüdlich an.

Der HSV war nun mehr gefordert, als ihm wahrscheinlich lieb war. Offensiv fiel der Walter-Elf gegen weiterhin gut stehende Braunschweiger nicht viel ein.

Der Drittligist hatte nun Oberwasser und durch Multhaup (67.) seine große Chance. Doch der Flügelflitzer verzog nach guter Einzelleistung.

Genau in diese Phase, wo die Eintracht mutiger wurde, entschieden die Rothosen die Partie plötzlich mit dem 2:1. Nach einer Ecke fiel das Leder Robert Glatzel am zweiten Pfosten genau vor die Füße. Aus drei Metern hatte der Angreifer keine Mühe, den Ball ins Tor zu schieben (68.).

In der Folge verpassten Jatta (73.) und der eingewechselte Mikkel Kaufmann (82.) die Vorentscheidung. Die Braunschweiger gaben sich nicht auf und versuchten mit ihren Mitteln den Ausgleich zu erzielen. Doch entscheidend kamen sie nicht mehr durch. Somit stand am Ende ein knapper HSV-Sieg auf der Anzeigetafel. Die Gäste taten sich unnötig schwer, weil sie zu Spielbeginn nichts aus ihrer Überlegenheit machten.

Für den HSV geht es gleich am Freitag (18.30 Uhr) mit dem Derby beim FC St. Pauli weiter. Braunschweig trifft erst am Montag (19 Uhr) auf den Halleschen FC.

Titelfoto: Ronny Hartmann/dpa

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