Kein Glück im Elfer-Glücksspiel: Lilien hadern nach Pokal-Aus in Kiel mit dem Schicksal

Kiel/Darmstadt - Nach dem Pokalkrimi von Kiel haderte Markus Anfang (46) mit dem Schicksal.

Die Kicker des SV Darmstadt 98 waren nach dem bitteren DFB-Pokal-Aus nach Elfmeterschießen bei Holstein Kiel sichtlich bedient.
Die Kicker des SV Darmstadt 98 waren nach dem bitteren DFB-Pokal-Aus nach Elfmeterschießen bei Holstein Kiel sichtlich bedient.  © dpa/Christian Charisius

"Das Elfmeterschießen ist dann immer auch ein Stück weit Glückssache. Leider war das Glück wie schon so oft in dieser Saison nicht auf unserer Seite. Doch wir werden daraus Stärke ziehen", sagte der Trainer des hessischen Zweitligisten SV Darmstadt 98 nach dem 7:8 nach Elfmeterschießen im DFB-Pokal-Achtelfinale bei Holstein Kiel (TAG24 berichtete).

Der erste Einzug ins Viertelfinale seit 34 Jahren blieb den Lilien auf dramatische Art und Weise verwehrt. Anfang, der zwischen 2016 und 2018 selbst in Kiel arbeitete, bedauerte das Aus, das die tapferen Hessen seiner Meinung nach nicht verdient hatten. "Schade, dass wir es nicht geschafft haben, weiterzukommen. Denn die Jungs haben heute alles dafür getan", kommentierte der Coach.

In der regulären Spielzeit glich Serdar Dursun (29/86.) spät die Führung von Janni Serra (22/58.) aus. Im Nervenduell vom Punkt fiel die Entscheidung erst nach 18 Schüssen. Kiel durfte - wie schon zuvor beim Sensationscoup gegen Triple-Sieger FC Bayern München - erneut jubeln.

Darmstadts Spieler waren angesichts der riesigen Chance auf eine weitere Pokalrunde bedient. "Gerade fühlt sich das Ausscheiden sehr bitter an", konstatierte Torhüter Marcel Schuhen (28).

SV Darmstadt 98 kann trotz Pokal-Aus viel positive Energie für den Alltag in der 2. Bundesliga mitnehmen

Die Torhüter Marcel Schuhen (28/l.) vom SV Darmstadt 98 und Ioannis Gelios (28) von Holstein Kiel wurden im Elfmeterschießen zu den Protagonisten.
Die Torhüter Marcel Schuhen (28/l.) vom SV Darmstadt 98 und Ioannis Gelios (28) von Holstein Kiel wurden im Elfmeterschießen zu den Protagonisten.  © dpa/Christian Charisius

Seine zwei starken Paraden im Elfmeterschießen reichten nicht, weil drei der neun Lilien-Schützen vom Punkt vergaben. Torschütze Dursun klagte:

"Es tut wirklich sehr weh." Zuvor hatten die Hessen die Pokal-Gastspiele beim 1. FC Magdeburg und Drittliga-Tabellenführer Dynamo Dresden für sich entschieden.

Nach dem Aus im DFB-Pokal richtet sich Darmstadts Fokus schnell wieder auf den Alltag in der 2. Bundesliga. Bis zu den Abstiegsrängen sind es nur vier Punkte. Am Samstag (13 Uhr/Sky) geht es gegen den 1. FC Nürnberg, der in der Tabelle nur knapp hinter der Anfang-Elf steht.

"Wenn wir diese Leistung von heute auch in der Meisterschaft bringen, werden wir unsere Punkte holen", verkündete der Coach zuversichtlich. Auch Dursun ist optimistisch.

Man könne aus dem bitteren Pokal-K.o. viel mitnehmen in den Kampf um Liga-Punkte. "Für das wichtige Spiel gegen Nürnberg", verdeutlichte Dursun.

Titelfoto: dpa/Christian Charisius

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