Pokal-Sensation! Eintracht Frankfurt blamiert sich in Unterzahl bei Waldhof Mannheim

Mannheim - Was für eine Sensation! Am Sonntagnachmittag kegelte der SV Waldhof Mannheim den haushohen Favoriten Eintracht Frankfurt mit einem 2:0 (0:0)-Sieg durchaus verdient aus der ersten Runde des DFB-Pokals. Für den neuen Trainer der "Adlerträger", Oliver Glasner, hätte das Pflichtspiel-Debüt kaum schlechter ausgehen können.

Eintracht Frankfurts Abwehrrecke Tuta (r.) lässt Waldhofs Marcel Costly hinter sich.
Eintracht Frankfurts Abwehrrecke Tuta (r.) lässt Waldhofs Marcel Costly hinter sich.  © dpa/Uwe Anspach

Für die Hausherren trafen vor rund 12.000 Zuschauern im Mannheimer Carl-Benz-Stadion Marcel Seegert (1:0, 48.) und Joseph Boyamba (2:0, 52.). Gäste-Verteidiger Martin Hinteregger sah zudem die Gelb-Rote Karte (62.).

Nach dem 1:1-Unentschieden in der 3. Liga gegen Borussia Dortmund II wechselte Waldhof-Coach Patrick Glöckner viermal: Marcel Gottschling, Gerrit Gohlke, Hamza Saghiri und Fridolin Wagner mussten weichen. Das Vertrauen erhielten stattdessen Niklas Sommer, Seegert, Stefano Russo und Neuzugang Alexander Rossipal.

In seinem Pflichtspiel-Debüt als Coach der SGE schickte Glasner mit Jasper Lindström und Rafael Borré gleich zwei Neueinkäufe von Beginn an aufs Feld. Darüber hinaus setzte er auf altbekannte Stützen wie Keeper Kevin Trapp, Djibril Sow oder Sebastian Rode. Ein weiterer Neuzugang, Christopher Lenz, ersetzte den noch immer rotgesperrten Filip Kostic.

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Lindström, der neue, dänische Kreativmann im offensiven Mittelfeld der Gäste hatte an diesem Nachmittag direkt richtig Bock: Erst sorgte er nach einer vielversprechenden Gelegenheit zunächst für die erste Eintracht-Ecke (5.). Infolge dieser kam er erneut zum Abschluss, der aber abgeblockt wurde (5.).

Doch auch die Hausherren spielten in der Anfangsphase munter und mutig mit, obwohl es in der Anfangsviertelstunde noch nicht für eine nennenswerte Torchance reichte. Geschuldet war diese Aufopferung wohl mitunter auch der Gänsehaut-Stimmung im Stadionrund.

Die Aufstellung des SV Waldhof Mannheim im DFB-Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt

Mit dieser Elf startete Eintracht Frankfurt in das DFB-Pokalspiel beim SV Waldhof Mannheim

Marcel Seegert und Joseph Boyamba schießen Waldhof Mannheim gegen Eintracht Frankfurt in Front

In den Schlussminuten der ersten Hälfte musste Eintracht-Keeper Kevin Trapp (r.) immer wieder entscheidend eingreifen - wie hier gegen Mannheims Dominik Martinovic.
In den Schlussminuten der ersten Hälfte musste Eintracht-Keeper Kevin Trapp (r.) immer wieder entscheidend eingreifen - wie hier gegen Mannheims Dominik Martinovic.  © dpa/Uwe Anspach
Pure Ekstase vor den heimischen Fans: Die Spieler von Waldhof Mannheim bejubeln den Treffer zum zwischenzeitlichen 1:0 gegen Eintracht Frankfurt.
Pure Ekstase vor den heimischen Fans: Die Spieler von Waldhof Mannheim bejubeln den Treffer zum zwischenzeitlichen 1:0 gegen Eintracht Frankfurt.  © dpa/Uwe Anspach

Dennoch sollte in der Folge nicht mehr allzu viel passieren. Lediglich ein Lindström-Freistoß (23.) sorgte zumindest für ein wenig erhöhten Puls. Dass der klare Favorit nicht wirklich zur Geltung kam, lag dabei neben vielen Ungenauigkeiten auch an der bis dahin gut organisierten Defensive der Waldhöfer.

Kurz vor der Pause dann die Riesen-Möglichkeit für den Drittligisten: Marc Schnatterer trat zum Freistoß aus rund 23 Metern und spitzem Winkel an und stellte Trapp vor eine wahre Herausforderung (40.). Und auch die Adler wurden nochmal wach: Nach einer schönen Hereingabe von Lenz setzte Daichi Kamada seinen Kopfball aus fünf Metern aber knapp links am Kasten vorbei (43.).

Für Trapp war der erste Durchgang indessen noch immer nicht zu Ende: Zunächst parierte der Nationalkeeper gegen den im Sechzehner freistehenden Dominik Martinovic, kurz darauf hielt er einen Abschluss von Marcel Costly fest (44.).

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Was sich bereits vor dem Pausenpfiff von Schiedsrichter Sascha Stegemann angedeutet hatte, wurde direkt nach dem Seitenwechsel Realität: Nach einem Schnatterer-Eckball war Seegert zuerst mit dem Kopf dran und ließ Trapp diesmal keine Chance - die nicht unverdiente Führung für Mannheim (48.).

Hier hatte der Frankfurter Schrecken aber noch kein Ende: Erneut attackierten die Gastgeber geschlossen und zu schnell für die Frankfurter Defensive. Letztlich steckte Martinovic stark für Boyamba durch, der Trapp überlupfte und zum 2:0 einnetzte - es roch immer mehr nach einer Pokal-Sensation (52.)!

Mannheimer Doppelschlag bringt Eintracht Frankfurt aus dem Tritt, Hinteregger fliegt vom Platz

Waldhof Mannheims Joseph Boyamba bejubelt seinen Treffer zum 2:0 gegen Eintracht Frankfurt.
Waldhof Mannheims Joseph Boyamba bejubelt seinen Treffer zum 2:0 gegen Eintracht Frankfurt.  © dpa/Uwe Anspach
Pure Enttäuschung bei Eintracht Frankfurts Außenbahnspieler Danny da Costa.
Pure Enttäuschung bei Eintracht Frankfurts Außenbahnspieler Danny da Costa.  © dpa/Uwe Anspach

Anstatt einer furiosen Aufholjagd des Bundesligisten folgte nur einige Minuten später fast die Vorentscheidung. Doch erneut verhinderte Trapp gegen Martinovic Schlimmeres (59.).

Schlimmer wurde es kurz darauf aber auf andere Art und Weise: Nach einem kurzen Zupfer gegen Costly sah Hinteregger seinen zweiten Gelben Karton und flog somit vom Platz (62.) - eine Aufholjagd wurde für die Glasner-Elf nun zur wahren Herkulesaufgabe.

Um diese zu bewerkstelligen wurde seitens der Frankfurter auf volle Offensive gesetzt, belohnt wurde das aber nicht. Erneut tanzte sich Martinovic bis vor den gegnerischen Kasten, doch erneut parierte Trapp überragend (72.).

Von einem wahren Sturmlauf seiner Vorderleute konnte man auch in der Folge nicht wirklich sprechen. Stattdessen musste sich die SGE bedanken, dass man "nur" mit zwei Toren zurücklag.

Während den Mannen vom Stadtwald auch bis zum Abpfiff nichts mehr einfiel, spielte Waldhof seinen Stiefel auch über die vierminütige Nachspielzeit hinweg souverän herunter, die Pokal-Sensation war somit perfekt.

Während der SVW am Sonntag (15. August, 14 Uhr) den ersten Dreier der Drittliga-Saison gegen die Würzburger Kickers einfahren will, startet die Eintracht am Samstag (14. August, 15.30 Uhr) mit einem Hammer-Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund in die neue Bundesliga-Saison.

Titelfoto: dpa/Uwe Anspach

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