RWE-Verantwortlicher wütet nach geschenktem Elfmeter für Kiel: "Riesen-Skandal"!

Essen - Der Vorstandsvorsitzende war aufgebracht! Rot-Weiss Essens Marcus Uhlig (50) bezeichnete den Elfmeter, der Holstein Kiel im DFB-Pokal-Viertelfinale am Mittwoch mit 1:0 in Führung brachte (Endstand 3:0), als "Riesen-Skandal".

RWE-Coach Christian Neidhart (52) hatte ebenfalls keinen Strafstoß erkannt, lobte sein Team jedoch für die starke Pokalsaison.
RWE-Coach Christian Neidhart (52) hatte ebenfalls keinen Strafstoß erkannt, lobte sein Team jedoch für die starke Pokalsaison.  © Martin Meissner/AP POOL/dpa

Er redete sich am Sky-Mikrofon schon in der Pause in Rage und sagte weiter: "Wenn man genau hinschaut, knickt der Kieler vorher ein." Um das zu erkennen sei "der VAR doch da", war er fassungslos.

Uhlig ärgerte sich weiter: "Wir haben 20.000 Euro für die Installation des VAR-Systems bezahlt. Da fragt man sich schon, ob da alle geschlafen haben. Und ich bin sicher: Wenn es den Elfer nicht gibt, fällt auch das 0:2 nicht."

Zu diesem Zeitpunkt stand RWE nämlich noch unter Schock, weil man zuvor nicht eine Chance des Zweitligisten zugelassen hatte. Das nutzte Holstein eiskalt aus und traf nur zwei Minuten später erneut.

Auch deshalb war Uhlig frustriert. Aber nicht nur. Er erklärte weiter, dass er vom Schiedsrichtergespann noch "arrogant abgekanzelt" wurde, als er sich kurz nach dem Pausenpfiff beschwerte.

Der vermeintliche "Übeltäter" Dennis Grote (34) erklärte nach dem Spiel: "Ich würde sagen, dass wir eher aneinander vorbeirutschen."

Auch Trainer Christian Neidhart (52) verstand nicht, warum der Video-Referee nicht eingriff und meinte, dass der Unparteiische alles anders sehen würde, wenn er sich die Bilder angeguckt hätte. Er betonte aber auch: "Wir können alle ganz stolz sein auf die Pokalserie, die wir gespielt haben."

Kiels Finn Porath (24, r.) fiel schon vor dem ersten Kontakt mit RWE-Sechser Marco Grote (34, M.). Den "Skandal"-Elfmeter gab es dennoch.
Kiels Finn Porath (24, r.) fiel schon vor dem ersten Kontakt mit RWE-Sechser Marco Grote (34, M.). Den "Skandal"-Elfmeter gab es dennoch.  © Martin Meissner/AP POOL/dpa

Holstein Kiel nahm das Elfmetergeschenk an, dominierte Rot-Weiss Essen in der Folge aber weitgehend

RWE-Verteidiger Felix Herzenbruch (28) hat wie sein Team alles in die Waagschale geworfen, musste aber eine bittere 0:3-Niederlage einstecken.
RWE-Verteidiger Felix Herzenbruch (28) hat wie sein Team alles in die Waagschale geworfen, musste aber eine bittere 0:3-Niederlage einstecken.  © Martin Meissner/AP POOL/dpa

Selbst Kiels Fin Bartels (34) gab nach dem Erfolg der Störche zu, dass Finn Porath (24) schon vorher gelegen hätte: "Das muss man ehrlich so sagen: Da haben wir Glück gehabt."

Sein Coach Ole Werner (32) war nach dem Schlusspfiff hingegen sichtlich erleichtert: "Wir haben bestanden, wo andere gescheitert sind und etwas erreicht, was für unseren Verein einmalig ist. Deshalb sind wir happy".

Er führte weiter aus: "Es sind noch vier Kugeln in der Trommel und wir sind dabei. Damit hätten wir vor der Saison nicht gerechnet."

Zumal auch die Vorbereitung auf das Viertelfinale unruhig verlief. Denn da hatten die RWE-Fans vor dem KSV-Hotel um 3.30 Uhr in der Nacht Raketen sowie Feuerwerkskörper gezündet und so den Schlaf der Spieler gestört - aber offenbar nicht entscheidend!

Holstein agierte nämlich hellwach, konzentriert, defensivstark und unterschätzte das Spitzenteam aus der viertklassigen Regionalliga West auch nicht, weshalb der klare Sieg am Ende folgerichtig war.

Wenn nur der bittere Beigeschmack des Elfmeters nicht gewesen wäre...

Titelfoto: Martin Meissner/AP POOL/dpa

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