Skandal-Elfer bringt Holstein Kiel bei Rot-Weiss Essen auf die Siegerstraße!

Essen - Aus der Traum! Rot-Weiss Essen musste im DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Holstein Kiel die Segel streichen und verlor mit 0:3 (0:2). Allerdings ebnete eine skandalöse Elfmeter-Fehlentscheidung den Störchen den Weg.

RWE-Routinier Dennis Grote (M.) erwischte Kiels Finn Porath (r.) erst, als der schon zu Boden gegangen war. Ein Foulelfmeter war das nicht, der Strafstoß wurde jedoch gegeben.
RWE-Routinier Dennis Grote (M.) erwischte Kiels Finn Porath (r.) erst, als der schon zu Boden gegangen war. Ein Foulelfmeter war das nicht, der Strafstoß wurde jedoch gegeben.  © Martin Meissner/AP POOL/dpa

Die Tore im leeren Stadion Essen erzielten Alexander Mühling per Strafstoß zum 1:0 (26. Minute), Janni Serra zum 2:0 (28.) und Joshua Mees zum 3:0 für Kiel (90.).

RWE-Coach Christian Neidhart nahm nach der überraschenden 0:3-Niederlage bei Fortuna Düsseldorf II drei Veränderungen vor. Felix Herzenbruch, Jonas Hildebrandt und Oguzhan Kefkir ersetzten Jonas Behounek, Cedric Harenbrock und Jan-Lucas Dorow.

KSV-Trainer Ole Werner wechselte nach dem 1:0-Heimsieg gegen den FC Erzgebirge Aue zweimal aus. Finn Porath und Janni Serra rückten für Fabian Reese und Niklas Hauptmann (beide Bank) in die erste Elf.

Die Partie begann ohne Abtastphase, beide Teams hatten direkt erste Tor-Annäherungen. Es war offensichtlich, dass sich der Tabellenzweite der Regionalliga West nicht wie beim 2:1 gegen Bayer 04 Leverkusen im Achtelfinale versteckte, sondern deutlich offensiver ausgerichtet war. So spielten die Hausherren frech mit und hatten durch einen Kopfball von Innenverteidiger Daniel Heber auch die erste Chance, doch Holstein-Keeper Ioannis Gelios packte sicher zu (10.).

Mit zunehmender Dauer überließ Essen den Gästen aber vermehrt den Ball, machte die Räume eng, agierte laufstark, diszipliniert und lauerte auf Konter. Die Störche kamen allerdings auch deshalb nicht entscheidend durch, weil das holprige Geläuf schwer zu bespielen war.

Aufstellung von Rot-Weiss Essen für das DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Holstein Kiel

Holstein Kiels Startelf für das DFB-Pokal-Viertelfinale bei Rot-Weiss Essen

Schiri Markus Schmidt mit Fehlentscheidung, Alexander Mühling und Janni Serra treffen für Holstein Kiel

Alexander Mühling (l.) schoss Holstein Kiel durch einen mehr als fragwürdigen Foulelfmeter mit 1:0 in Führung.
Alexander Mühling (l.) schoss Holstein Kiel durch einen mehr als fragwürdigen Foulelfmeter mit 1:0 in Führung.  © Martin Meissner/AP POOL/dpa

Dann traf Schiedsrichter Markus Schmidt eine folgenschwere Entscheidung, die dem Bayern-Bezwinger half. RWE-Leader Dennis Grote rauschte im eigenen Strafraum ungestüm und ungeschickt in Porath rein, der aber schon vor dem ersten Kontakt hinfiel.

So gab es die Berührung erst nach dem Sturz, dennoch entschieden Schmidt und der Video-Assistent Robert Hartmann auf Elfmeter - völlig unverständlich! Mühling ließ sich davon nicht beirren, trat an und verwandelte den ersten Störche-Schuss aufs Tor souverän zum 1:0 in die rechte Ecke (26.). Keeper Daniel Davari war nach links gesprungen.

Wenig später legte der Favorit im Stile einer Spitzenmannschaft nach. Mikkel Kirkeskovs langer Schlag landete bei Routinier Fin Bartels, der per Kopf auf den zweiten Pfosten ablegte, wo sich Serra gegen Heber behauptete, diesen abschüttelte und die Kugel aus drei Metern unter dem herausstürzenden Davari einschoss - 2:0 für Holstein (28.)!

Anschließend beruhigte sich das Geschehen. Essen musste sich nach dem Doppelschlag schütteln, Kiel konnte abwarten und das Ergebnis verwalten. Gegen Ende des ersten Durchgangs machten die Gastgeber aber Druck und hatten noch einige Abschlüsse. Sie kamen jedoch nicht entscheidend durch, weshalb es mit der 2:0-Führung der KSV in die Kabinen ging.

Jubel bei den Störchen: Fin Bartels (l.) legte auf, Janni Serra (r.) vollendete zum 2:0 für Holstein Kiel.
Jubel bei den Störchen: Fin Bartels (l.) legte auf, Janni Serra (r.) vollendete zum 2:0 für Holstein Kiel.  © Martin Meissner/AP POOL/dpa

Joshua Mees legt für Holstein Kiel bei Rot-Weiss Essen nach

Janni Serra (M.) schießt den Ball unter dem herausstürzenden RWE-Keeper Daniel Davari (r.) zum 2:0 für Holstein Kiel ein.
Janni Serra (M.) schießt den Ball unter dem herausstürzenden RWE-Keeper Daniel Davari (r.) zum 2:0 für Holstein Kiel ein.  © Martin Meissner/AP POOL/dpa

Der zweite Abschnitt begann verhalten und ohne Möglichkeiten. Die Kieler standen defensiv sicher und ließen nur wenig zu. Erst eine Einzelaktion von Tempodribbler Isaiah Young, der mehrere Kieler wie Slalomstangen umkurvte, aber beim Abschluss noch entscheidend gestört wurde, beschwor erstmals wieder Gefahr herauf (64.).

Doch davon abgesehen fehlte RWE gegen einen konzentrierten und durchgehend aufmerksamen Gegner, der die Hausherren nicht unterschätzte, die Durchschlagskraft.

Holstein agierte klug und ließ den Ball immer wieder durch die eigenen Reihen laufen, weshalb man erst am Ende leicht unter Druck geriet. Der nahezu unsichtbare Torjäger Simon Engelmann läutete die Schlussphase mit einem 18-Meter-Schuss (79./einen Meter vorbei) ein. In der Folge gab es einige weitere Chancen dieser Güteklasse.

Die Gäste zeigten auf der Gegenseite, wie man es richtig macht: Der eingewechselte Mees traf mit einem abgefälschten 15-Meter-Schuss zum 3:0 in die linke untere Ecke (90.). So blieb es am Ende beim verdienten KSV-Erfolg, durch den die Störche ins Halbfinale einziehen. Ein bitterer Nachgeschmack bleibt aufgrund des unberechtigten Elfmeters aber dennoch zurück.

Für Essen geht es am Sonntag (14 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den SC Fortuna Köln weiter, während Kiel am kommenden Montag (20.30 Uhr) zum Zweitliga-Spitzenspiel beim Hamburger SV antritt.

Titelfoto: Martin Meissner/AP POOL/dpa

Mehr zum Thema DFB Pokal:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0