Elfer-Drama! Fürth gelingt Pokal-Sensation in Hoffenheim

Sinsheim - Zweitligist Greuther Fürth hat im DFB-Pokal für eine Überraschung gesorgt und Favorit TSG 1899 Hoffenheim den Abschluss eines turbulenten Jahres 2020 verdorben. Die Franken gewannen am Dienstagabend mit 7:6 im Elfmeterschießen (2:2, 2:2, 1:1) und schafften gegen den Bundesligisten den Sprung ins Achtelfinale des Pokals (2./3. Februar).

Riesige Pokalüberraschung! Greuther Fürth hat auswärts Bundesligist 1899 Hoffenheim ausgeschaltet.
Riesige Pokalüberraschung! Greuther Fürth hat auswärts Bundesligist 1899 Hoffenheim ausgeschaltet.  © Uwe Anspach/dpa

Andrej Kramaric brachte den Favoriten in der leeren PreZero-Arena in der 13. Minute mit 1:0 in Führung. Sebastian Ernst (21./1:1) und Marco Meyerhöfer (46./1:2) drehten die Begegnung, ehe Kevin Akpoguma (49./2:2) Hoffenheim in die Verlängerung schoss, in der kein weiteres Tor gelang.

Im Elfmeterschießen mit 18 Versuchen erzielte Meyerhöfer den entscheidenden und umjubelten Treffer.

Im Duell zwischen angeschlagenem Bundesligisten und formstarkem Zweitligisten war von Anfang an kein Klassenunterschied zu spüren. Zwar verfügte die TSG mit Spielern wie Kramaric, Munas Dabbur oder Christoph Baumgartner über das deutlich größere Potenzial in der Offensive - dies wussten die Gäste aus Franken aber mit viel Kreativität und hoher Präzision im Offensivspiel auszugleichen, sodass in Halbzeit eins ein abwechslungsreiches Spiel zustandekam.

Auch das Führungstor des Kroaten Kramaric, das Flügelspieler Ihlas Bebou exzellent vorbereitete, beeindruckte das Team von Trainer Stefan Leitl nur kurz. Nur zehn Minuten später war es Ernst, der aus abseitsverdächtiger Position zum 1:1 einschoss. Die Videobilder belegten aber: Außenverteidiger Ryan Sessegnon hatte das Abseits aufgehoben.

Die Startelf der TSG 1899 Hoffenheim gegen Greuther Fürth

Mannschaftsaufstellung der SpVgg Greuther Fürth

Greuther Fürth gelingt die riesige Überraschung im Elfmeterschießen

Fürths Marco Meyerhöfer (l.) versenkte den entscheidenden Elfmeter.
Fürths Marco Meyerhöfer (l.) versenkte den entscheidenden Elfmeter.  © Uwe Anspach/dpa

Die Stürmer Jamie Leweling (26.) und Havard Nielsen (28.) hätten die Gäste sogar in Führung bringen könnten, scheiterten aber erst an der Latte und anschließend an TSG-Torhüter Oliver Baumann. Trotz früher Führung und einer weiteren Chance von Mijat Gacinovic (41.) konnten die Hoffenheimer einigermaßen froh sein, mit einem 1:1 in die Katakomben zu kommen.

Den Wiederanpfiff verschlief die Hoeneß-Elf dann komplett. Nach einer Balleroberung auf rechts kombinierte Fürth flott nach vorne, Nielsen bediente Meyerhöfer, der die Franken nach rund 30 Sekunden zum 2:1 schoss.

Doch die Führung hielt nicht lang: Bei einer einstudierten Freistoßvariante flankte Sebastian Rudy aus dem Halbfeld Akpoguma, der unbedrängt zum Kopfball kam und präzise vollendete. Die Partie verlor dann an Tempo, Baumann entschärfte einen Freistoß von Seguin (78.). Dieser hätte danach auch per Strafstoß den Schlusspunkt setzen können - verschoss aber.

Es folgten 30 weitere Minuten und die finale Entscheidung vom Punkt. Für Fürth vergab zunächst Maximilian Bauer, dann aber scheiterte auch Hoffenheims Kevin Vogt. Der Krimi ging immer weiter. Gäste-Keeper Sascha Burchert parierte gegen Melayro Bogarde, dann sprang der Ball von Ernst von der Latte zurück ins Feld. Als Kasim Adams nur die Latte traf, schoss Meyerhöfer die Fürther ins Glück.

Titelfoto: Uwe Anspach/dpa

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