Bundestrainer Flick bläst gegen Armenien zur Offensivpower: "Müssen unsere Chancen eiskalt nutzen"

Stuttgart - Mit vollem Angriff an die Tabellenspitze! Am Sonntagabend (ab 20.45 Uhr) empfängt die DFB-Elf in der Staffel J der WM-Qualifikation den Gruppenersten Armenien und will diesen überholen.

Hansi Flick (56) möchte auch im zweiten Spiel als Bundestrainer einen Sieg seiner Mannschaft sehen. Gegen Armenien fordert er mehr Entschlossenheit im Abschluss.
Hansi Flick (56) möchte auch im zweiten Spiel als Bundestrainer einen Sieg seiner Mannschaft sehen. Gegen Armenien fordert er mehr Entschlossenheit im Abschluss.  © picture alliance/dpa/Tom Weller

Deutschland ist mehr als zehnmal so groß und hat knapp 30-mal so viele Einwohner als die Republik aus Vorderasien.

Dennoch führt Armenien die Gruppe mit einem Punkt Vorsprung vor den Adlern an. "Wir müssen gucken, dass wir an ihnen vorbeiziehen", sprach Bundestrainer Hansi Flick (56) vor der Begegnung.

Doch dafür muss ein Sieg her und das ist leichter gesagt als getan. Zwar gewann die deutsche Mannschaft am vergangenen Donnerstag gegen Liechtenstein, aber beim 2:0-Erfolg über den Zwergstaat konnte die DFB-Offensive nur wenig überzeugen.

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"Natürlich hätte ich mir auch mehr Tore gewünscht. Wir müssen es einfach hinkommen, dass wir eiskalt abschließen und unsere Chancen nutzen", forderte Flick von seinen Akteuren ein.

"Wir haben eine sehr hohe Qualität und ein gutes Miteinander. Diese Dinge wollen wir gegen Armenien sehen."

Zugleich warnte der Coach aber vor wichtigen Schlüsselspielern wie Henrikh Mkhitaryan (32, AS Rom) und Sargis Adamyan (28, TSG 1899 Hoffenheim).

Mkhitaryan ist als Kapitän der Starspieler bei den Armeniern. Von 2013 bis 2016 kickte der für Borussia Dortmund, bevor er für 42 Millionen Euro zu Manchester United wechselte.

Hansi Flick muss in seinem zweiten Auftritt als Bundestrainer auf wichtige Säulen verzichten

Deutschlands Linksverteidiger Robin Gosens (27, 2.v.r.) musste gegen Liechtenstein ordentlich einstecken. Wegen einer Kapselverletzung wird er am Sonntag fehlen.
Deutschlands Linksverteidiger Robin Gosens (27, 2.v.r.) musste gegen Liechtenstein ordentlich einstecken. Wegen einer Kapselverletzung wird er am Sonntag fehlen.  © picture alliance/dpa/Sven Hoppe

Beim Personal wird der Bundestrainer rotieren müssen. Robin Gosens (27), der offensive Linksverteidiger von Atalanta Bergamo, fällt aufgrund einer Kapselverletzung aus.

Für ihn könnte Jonas Hofmann (29) in die Bresche springen. Der Flügelspieler von Borussia Mönchengladbach zeigte sich zuletzt offen für die neue Position. Gewöhnlich spielt dieser nämlich eine Reihe weiter vorn. Auch Hoffenheims David Raum (23) könnte den Part übernehmen.

Youngster Kai Havertz (22), Offensivkünstler des FC Chelsea, wird ebenfalls fehlen. Wegen eines grippalen Infekts verpasste er am Samstag das Abschlusstraining in der Mercedes Benz-Arena, die das Wohnzimmer des VfB Stuttgart ist.

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Gut möglich, dass entweder Serge Gnabry (26) oder Leon Goretzka (26) - beide FC Bayern München - Havertz ersetzen werden.

Im Sturmzentrum wird erneut Timo Werner (25) erwartet, der in Stuttgart geboren ist. "Ich komme von hier, bin unweit vom Stadion aufgewachsen und habe meine Freunde und Familie hier. Deswegen komme ich immer wieder gern hierher zurück", betonte der flinke Chelsea-Angreifer.

Manuel Neuer und Thomas Müller werden für ihre 100 Länderspiele geehrt

Thomas Müller (31, l.) und Kapitän Manuel Neuer (35) haben beide mehr als 100 Länderspiele auf dem Buckel. Dafür werden sie in Stuttgart geehrt.
Thomas Müller (31, l.) und Kapitän Manuel Neuer (35) haben beide mehr als 100 Länderspiele auf dem Buckel. Dafür werden sie in Stuttgart geehrt.  © picture alliance/dpa/Federico Gambarini

Immerhin ist Kapitän und Schlussmann Manuel Neuer (35) nach seinen Sprunggelenksproblemen wieder einsetzbar. "Er wird zur Verfügung stehen", teilte Flick freudig mit.

Der Torwart des deutschen Rekordmeisters bekommt zudem eine besondere Ehrung. Im Juni knackte er die Schallmauer von 100 Länderspielen. Gegen Armenien könnte seine 105. Partie für Deutschland werden.

Auch Thomas Müller (31), der wegen Adduktorenprobleme vorzeitig abreisen musste, wird in Stuttgart vor Ort sein und seine Ehrung entgegennehmen.

Bei dem Ur-Bayer liegt der 100. Einsatz allerdings schon länger zurück. Im November 2018, beim 2:2 gegen die Niederlande, knackte er die dreistellige Zahl.

Weil er danach zweieinhalb Jahre lang nicht mehr von Ex-Bundestrainer Joachim Löw (61) eingeladen wurde und dann Corona für Geisterspiele sorgte, wird die Würdigung nun mit Verspätung nachgeholt. Mittlerweile steht er bei 106 National-Partien.

In der Arena werden rund 18.000 Zuschauer erwartet, welche auf ein attraktives Spiel der DFB-Elf hoffen. "Wir wollen zeigen, dass wir gute Kicker sind. Dann wird das Stuttgarter Publikum auch zufrieden nach Hause gehen", mutmaßte Lokalmatador Werner.

Titelfoto: picture alliance/dpa/Tom Weller

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