Gegen das "kaputte System": Fan-Initiative übergibt Erklärung an DFB und DFL

Frankfurt am Main - Die Fan-Initiative "Unser Fußball" übergibt am Montag in Frankfurt am Main ihre Erklärung zur geforderten Reform des Profi-Geschäfts an DFB und DFL. 

Die Zentrale der DFL in Frankfurt (Archivbild).
Die Zentrale der DFL in Frankfurt (Archivbild).  © DPA/Arne Dedert

Beim Deutschen Fußball-Bund will Präsident Fritz Keller um 14 Uhr im Beisein von Medien-Vertretern das Papier entgegennehmen.

Danach ist ein Gespräch mit dem Verbands-Boss und Vertretern von "Unser Fußball" geplant. Bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) wird die Übergabe unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Über 2500 Fan-Organisationen und -gruppen und damit rund eine halbe Million Menschen haben sich nach Angaben der Initiative inzwischen den Forderungen nach einem Wertewandel angeschlossen.

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"Weitermachen wie vor der Krise, darf keine Option sein. Wir wollen nicht zurück zu einem kaputten System. Wir fordern Vereine und Verbände auf, vor dem Beginn der kommenden Saison zu handeln", hatte "Unser Fußball" erklärt.

Die Initiative fordert unter anderem eine gerechte Verteilung der Fernseh-Gelder, die Einhaltung des Financial Fairplay und die eindeutige Begrenzung von Investoren-Einflüssen. 

Sie wollen "einen glaubhaften Grundsatz-Beschluss sowie die Einleitung konkreter Reformen".

FC Bayern München hat Fan-Initiative kritisiert

Der Vorstoß hatte für Debatten im Profi-Fußball gesorgt und war von Spitzen-Kräften des FC Bayern München kritisiert worden.

Die von der DFL geplante Task-Force "Zukunft Profifußball" soll im September ihre Arbeit aufnehmen und laut Geschäftsführer Christian Seifert "einige Entwicklungen zur Vergangenheit reflektieren".

Update, 17. August, 15.23 Uhr: DFB-Präsident hat offenes Ohr für Fan-Initiative

"Ich freue mich, dass sich eine so große Fan-Gemeinschaft zusammengefunden hat. Die Corona-Zeit hat gezeigt, dass ein 'Weiter so' eigentlich nicht geht", sagte DFB-Präsident Fritz Keller (Archivbild).
"Ich freue mich, dass sich eine so große Fan-Gemeinschaft zusammengefunden hat. Die Corona-Zeit hat gezeigt, dass ein 'Weiter so' eigentlich nicht geht", sagte DFB-Präsident Fritz Keller (Archivbild).  © dpa/ Boris Rössler

Mit einem Plakat und einer dicken Unterschriftenmappe für DFB-Präsident Fritz Keller hat "Unser Fußball" seinen Forderungen nach einer Reform im Profigeschäft Nachdruck verliehen.

Zwei Vertreter der Fan-Initiative übergaben am Montag vor der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt/Main ihre Erklärung und eine lange Namensliste.

Bundesweit 2632 Fanclubs und -gruppen, 268 Vereine und damit rund 450.000 Menschen haben sich nach Angaben der Initiative dem Aufruf inzwischen angeschlossen.

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"Wir Fans fordern die Vereine und Verbände auf, die Zukunft des Fußballs grundlegend neu zu gestalten: basisnah - nachhaltig - zeitgemäß", hieß es auf dem Plakat. Und: "Weitermachen ist keine Option! Grundsatz-Beschluss jetzt! Konkrete Reformen einleiten!"

"Ich freue mich, dass sich eine so große Fan-Gemeinschaft zusammengefunden hat. Die Corona-Zeit hat gezeigt, dass ein 'Weiter so' eigentlich nicht geht", sagte Keller.

"Zumal wir gesehen haben, dass bei dem einen oder anderen Verein eine ökonomische Kurzatmigkeit eingetreten ist. Deshalb ist es wichtig, in Generationen zu denken und nicht nur von Saison zu Saison."

Anschließend zog sich der DFB-Boss mit den Vertretern Manuel Gaber (Freiburg) und Jan-Henrik Gruszecki (Dortmund) zu einem informellen Gespräch zurück. Keller hatte sich bereits im Mai mit einem Fünf-Punkte-Plan zu Reformen geäußert.

Titelfoto: DPA/Arne Dedert

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