FC Bayern und DFB verhandeln Flick-Deal: Spezielle Lösung denkbar

München - Der DFB treibt seine Pläne schneller voran als noch vor kurzem erwartet. Nach dem angekündigten Abschied von Hansi Flick (56) als Trainer des FC Bayern München warten die Fans der Nationalmannschaft auf eine zeitnahe Einigung mit dem Deutschen Fußball-Bund.

Hansi Flick (56) gilt als Top-Kandidat für die Nachfolge von Bundestrainer Joachim Löw.
Hansi Flick (56) gilt als Top-Kandidat für die Nachfolge von Bundestrainer Joachim Löw.  © Tom Weller/dpa-Pool/dpa

Die Gespräche mit dem einstigen Assistenten von Bundestrainer Joachim Löw (61) können schon in nächster Zeit konkret werden. Der Verband hatte angekündigt, mit Flick und auch mit dem FC Bayern in Kontakt zu treten - die Münchner sind also weiter einbezogen.

Zwar hat der FC Bayern die Auflösung des Flick-Vertrages zum 30. Juni bestätigt. Doch offenbar möchte der Deutsche Rekordmeister seinen Cheftrainer nicht bedingungslos zum DFB ziehen lassen.

Der "Kicker" und die "Abendzeitung" brachten die Variante ins Spiel, dass die Fußball-Nationalmannschaft dann unter dem neuen Bundestrainer Flick ein Freundschaftsspiel gegen den FC Bayern München bestreiten könnte. Der Bald-Meister würde dann mit den TV- und Zuschauer-Einnahmen aus dieser Partie eine indirekte Ablöse erhalten.

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Allerdings dürfte vor allem die Termingestaltung für ein solches Ablösespiel schwierig werden. Zudem würden quasi Spieler anderer Clubs helfen, den FC Bayern für Flicks frühzeitigen Abschied zu entschädigen.

Schon im Mai 2005 zur Eröffnung der Allianz Arena hatte es in München ein Testspiel Rekordmeister gegen DFB-Team gegeben: Die Bayern gewannen 4:2 gegen eine damals personell geschwächte Nationalmannschaft unter dem damaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann (56).

DFB über Hansi Flick: "Ein hervorragender Kandidat als Bundestrainer"

Nationalmannschafts-Direktor Oliver Bierhoff (52) hat keinen Zeitdruck bei der Trainer-Suche.
Nationalmannschafts-Direktor Oliver Bierhoff (52) hat keinen Zeitdruck bei der Trainer-Suche.  © Andreas Arnold/dpa

Unter Zeitdruck steht Nationalmannschafts-Direktor Oliver Bierhoff (52) bei den kommenden Verhandlungen allerdings nicht. Löw gibt seinen Job nach 15 Jahren unmittelbar nach der Europameisterschaft im Sommer auf. Die WM-Qualifikation geht für das Nationalteam am 2. September weiter.

Bierhoffs Plan sah eigentlich vor, in den Tagen rund um das EM-Turnier dem Verbands-Präsidium den Löw-Nachfolger vorzuschlagen.

Flick, der von 2006 bis zum WM-Titelgewinn 2014 Assistent von Bundestrainer Joachim Löw war, genießt "eine große Wertschätzung" beim Verband und sei "ein hervorragender Kandidat als Bundestrainer", teilte der DFB aktuell mit.

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Der gebürtige Heidelberger hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass ihn die Rolle als oberster deutscher Fußballlehrer reizen würde. "Natürlich ist der DFB eine Option, die jeder Trainer überlegen muss", sagte Flick.

Mit einer Verpflichtung von Flick würde sich beim DFB auch die Tradition fortsetzen, dass ehemalige Assistenztrainer ihre Chefs beerben. Löw war 2006 nach dem WM-Sommermärchen von Jürgen Klinsmann als Nachfolger vorgeschlagen worden. Auch Jupp Derwall, Helmut Schön und Berti Vogts waren einst vom Co- bzw. U21-Trainer zum Chef befördert worden. Mit der zeitlichen Verzögerung von sieben Jahren könnte dies nun auch bei Flick passieren.

Titelfoto: Tom Weller/dpa-Pool/dpa

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