Bestechlichkeit, Untreue und Betrug: DFB-Skandal findet kein Ende

Frankfurt am Main - Der DFB-Skandal weitet sich aus! Am 7. Oktober kam es in den Räumlichkeiten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt am Main sowie in den Privat-Anwesen mehrerer aktueller und ehemaliger Funktionäre zu Groß-Razzien. Nun wurden weitere Details rund um Ex-Präsident Reinhard Grindel (59) und dem aktuellen Vize Rainer Koch (61) bekannt.

Ex-DFB-Präsident Reihnard Grindel (59).
Ex-DFB-Präsident Reihnard Grindel (59).  © dpa/Andreas Arnold

Wie die Bild-Zeitung am Freitag berichtete, habe die Steuerfahndung unter anderem die Häuser von Grindel, Koch, dem ehemaligen DFB-Vize Reinhard Rauball (71), Ex-Generalsekretär Helmut Sandrock (63) sowie Schatzmeister Stephan Osnabrügge (50) und dem amtierenden Generalsekretär Friedrich Curtius (44).

Wirklich brisant wurde es jedoch im Hause Grindel im niedersächsischen Rotenburg an der Wümme. So seien gleich mehrere belastende Briefe gefunden worden, die an die Finanzämter in München und Frankfurt am Main sowie an die Staatsanwaltschaft in München und die Fußballverbände UEFA und FIFA adressiert waren.

Vermeintlicher Inhalt der Schreiben: Allesamt Anzeigen gegen Koch, unter anderem wegen Untreue, Bestechlichkeit und Betrug. Harter Tobak, der den Skandal um mutmaßliche Steuerhinterziehung beim DFB weiter hochkochen lässt.

Die Briefe sollen laut Bild jedoch nicht aus Grindels Feder stammen, sondern wurden vielmehr von Funktionären und ehrenamtlichen Mitgliedern des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) bereits vor Monaten verfasst, aber noch nicht abgeschickt worden sein.

Staatsanwaltschaft dürfte Ermittlungen aufnehmen

Nun wird spekuliert, ob man mit den diversen, hochgradig diskreditierenden Anschuldigungen gegen Koch verhindern wollte, dass dieser in das Exekutivkomitee der UEFA gewählt werde.

Gemunkelt wird ebenso, dass Grindel derjenige war, der das Versenden der Briefe in letzter Instanz verhindert. Dennoch stelle sich die Frage, warum er noch immer im Besitz der Schriftstücke war.

Für Koch könnte es jetzt aber trotzdem richtig unangenehm werden. Denn die Staatsanwaltschaft sei von Amtswegen her dazu verpflichtet, den in den Schreiben dargelegten Anschuldigen nachzugehen.

Titelfoto: dpa/Andreas Arnold

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