Beliebter Schiedsrichter Manuel Gräfe muss aufhören: DFB lehnte Verlängerung "rabiat" ab

Berlin - Ungewollter Abpfiff für Manuel Gräfe (47)! Der Bundesliga-Schiedsrichter aus Berlin muss bekanntlich seine Pfeife an den Nagel hängen, weil er die DFB-Altersgrenze erreicht hat.

Manuel Gräfe (47, 2.v.r.) steht nach seiner letzten Bundesliga-Partie neben Dortmunds Top-Stürmer Erling Haaland (20, 2.v.l.) auf dem Rasen des Signal Iduna Parks. Haaland trägt dabei Gräfes schwarzes Schiedsrichter-Trikot.
Manuel Gräfe (47, 2.v.r.) steht nach seiner letzten Bundesliga-Partie neben Dortmunds Top-Stürmer Erling Haaland (20, 2.v.l.) auf dem Rasen des Signal Iduna Parks. Haaland trägt dabei Gräfes schwarzes Schiedsrichter-Trikot.  © Friedemann Vogel/EPA-Pool/dpa

Trotz einer Anfrage auf Verlängerung dürfen Gräfe und sein gleichaltriger Kollege Guido Winkmann keine weiteren Spiele im Profi-Bereich pfeifen.

In der Sky-Reihe "Meine Geschichte" hat Gräfe nun Moderator Ricardo Basile (29) berichtet, dass sein Gesuch vom DFB ziemlich harsch abgeschmettert wurde.

"Als wir diese Anfrage gestellt haben, also zuerst Guido Winkmann und dann ich, ob wir noch weitermachen können, da war noch mal so ein kleines Aufflackern, ob es vielleicht weitergehen könnte", schilderte er, "aber als es dann relativ rabiat und eindeutig abgelehnt wurde, habe ich mich darauf eingestellt, dass es zu Ende geht."

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Doch warum muss der 47-Jährige seine Profession und Leidenschaft ungewollt aufgeben, obwohl er deutlich sichtbar noch in Topform ist und aktive Profis wie Mats Hummels (32) oder Toni Kroos (31) sich für seinen Verbleib eingesetzt haben?

Ein Blick in die Premier League zeigt, dass das Alter nicht die Leistung schmälern muss, wie die Schiedsrichter-Urgesteine Martin Atkinson (50), Jonathan Moss (50) und Mike Dean (52) Woche für Woche unter Beweis stellen.

Manuel Gräfe ist ein Mann klarer Worte und übt Kritik am DFB

Am Samstag hat Manuel Gräfe in Dortmund seine letzte Partie abgepfiffen. Leise hat sich der nun ehemalige Top-Schiri aber nicht von der Fußballbühne verabschiedet.
Am Samstag hat Manuel Gräfe in Dortmund seine letzte Partie abgepfiffen. Leise hat sich der nun ehemalige Top-Schiri aber nicht von der Fußballbühne verabschiedet.  © Friedemann Vogel/EPA-Pool/dpa

Der DFB begründet seine Entscheidung sportpolitisch, da man eine Fluktuation wünsche und immer wieder junge Schiedsrichter heranführen wolle.

Allerdings sagte Gräfe hierzu, dass eine Weiterbeschäftigung von Winkmann und ihm lediglich ein Spiel weniger pro Schiedsrichter bedeutet hätte.

Der Berliner ist jedoch ein Mann klarer Worte und so könnte seine Kritik am DFB und der Schiedsrichtergilde, insbesondere am Führungsstil von Hellmut Krug (65) und Herbert Fandel (57), auch ein Grund für sein endgültiges Aus sein, wie er selbst vermutet.

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"Ich glaube schon, dass das mit mir zusammenhängt. Dass ausgerechnet ich jetzt weiter pfeifen soll, gefällt dem einen oder anderen vielleicht auch nicht", mutmaßte er.

"Ich glaube halt, dass es beim DFB aktuell mehr um Macht und Abhängigkeiten, um Geben und Nehmen und zu selten um die Sache geht, um den Fußball", resümierte er mit ernster Mine.

Und darum gehe es Gräfe in erster Linie, denn er sei schließlich im Herzen Fußballer, wie er mitten im Schillerpark erzählte, wo für ihn als Spieler einst alles an der Seite der späteren Weltstars Niko (49) und Robert Kovac (47) begann.

Titelfoto: Friedemann Vogel/EPA-Pool/dpa

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