Bundesliga ab Mitte Mai: Politik gibt grünes Licht für Geisterspiele

Deutschland - Wenig überraschend: Die Politik hat grünes Licht für Geisterspiele in der Fußball-Bundesliga ab Mitte Mai gegeben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (65, CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder haben entschieden: Ab Mitte Mai gibt es den Bundesliga-Neustart!
Bundeskanzlerin Angela Merkel (65, CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder haben entschieden: Ab Mitte Mai gibt es den Bundesliga-Neustart!  © Uwe Anspach/Kay Nietfeld/dpa Pool/dpa

Darauf einigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (65, CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer Schalte am Mittwoch, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr.

Damit erhält die Deutsche Fußball Liga als Dachorganisation der 36 Profiklubs der 1. und 2. Liga die lange erhoffte Genehmigung.

Womöglich könnte ab dem Wochenende am 16. und 17. Mai wieder der Ball in den Stadien rollen. 

Die Bundesliga-Saison ist seit Mitte März ausgesetzt, neun Spieltage sind noch zu absolvieren. Die DFL strebt an, diese bis zum 30. Juni durchziehen zu können. 

Sie hatte von ihrer "Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb" ein umfassendes Hygiene- und Sicherheitskonzept vorgelegt, um die Ansteckungsgefahr unter Spielern und Betreuern zu minimieren (TAG24 berichtete). 

In einer ersten Testreihe hatte es bei 1724 Tests in der 1. und 2. Liga zehn Corona-Fälle gegeben.

Kern der Terminfrage ist eine vorgesehene vorgeschaltete Quarantäne der Mannschaften. In der Beschlussvorlage des Bundes hieß es am Mittwochmorgen: "Dem Beginn des Spielbetriebs muss, wie in dem geprüften Konzept vorgesehen, eine Quarantänemaßnahme, gegebenenfalls in Form eines Trainingslagers, vorweggehen."

Fortsetzung der Bundesliga-Saison für Liga und Vereine von großer Bedeutung

Die DFL entscheidet über den Neustart-Termin der Bundesliga.
Die DFL entscheidet über den Neustart-Termin der Bundesliga.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Die Profifußballer sind bei ihren Klubs weitgehend streng isoliert, aber noch nicht komplett in Quarantäne.

Für die Liga ist eine Fortsetzung der Saison von enormer Bedeutung, weil viele Vereine durch fehlende Einnahmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Bei einer Fortsetzung der Bundesliga wären zumindest die TV-Millionen gesichert.

Die DFL hat für Donnerstag eine Mitgliederversammlung anberaumt. Bei der Videokonferenz sollen mit den 36 Profivereinen, von denen die ersten bereits das uneingeschränkte Mannschaftstraining aufgenommen haben, die Ergebnisse des Polit-Gipfels erörtert werden.

Offen ist aber noch, ob die DFL schon am 15. Mai wieder spielt oder erst etwas später wieder in die Saison einsteigt. 

Die meisten Ministerpräsidenten und wohl auch die Mehrzahl der Klubs ist für den früheren Termin. Widerstand dagegen gibt es aus Bremen und Mainz. Entscheiden müssen die DFL-Mitglieder zudem, mit welchem Spieltag die Saison fortgesetzt wird. 

Neben einer Weiterführung mit dem nächsten derzeit offenen Spieltag ist auch denkbar, dass die Vereine den Spielplan anders gestalten und zum Beispiel mit den eigentlich am letzten Spieltag geplanten Partien beginnen. Vor dem Neustart müssen sich die Mannschaften zunächst auf Forderung der Politik allesamt in eine mehrtägige Quarantäne begeben.

Sky begrüßt Bundesliga-Neustart - Gesundheit "an erster Stelle"

Sky freut sich über den Bundesliga-Neustart.
Sky freut sich über den Bundesliga-Neustart.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Der Pay-TV-Sender Sky ist erleichtert über die Saisonfortsetzung in der Bundesliga. 

"Wir begrüßen die heutige politische Entscheidung und freuen uns gemeinsam mit unseren Kunden und allen Fans, dass die Bundesliga bald – wenn auch in Form von Geisterspielen – fortgesetzt wird", hieß es am Mittwoch in einer Stellungnahme von Sky. 

"Dabei steht die Sicherheit und Gesundheit aller Beteiligten an erster Stelle."

Ein Spielplan für die bis zum 30. Juni noch ausstehenden Partien ist bislang noch nicht veröffentlicht.

Sky ist der größte Medienpartner der Deutschen Fußball Liga (DFL) und bedeutendster Geldgeber der 36 Profiklubs. 

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hatte vor kurzem mitgeteilt, dass sich die Vereinigung mit Sky und fast allen anderen Medienpartner auf eine Vorauszahlung der noch ausstehenden TV-Prämien geeinigt habe. Es ging um die Zahlung der vierten und letzten Rate der Fernsehgelder, Medienberichten zufolge rund 300 Millionen Euro.

Offen ist, ob der Streamingdienst DAZN in dieser Saison noch Spiele live übertragen darf. Er hatte von Eurosport eine Sublizenz erworben. Eurosport soll allerdings keine Vorauszahlung auf die TV-Prämien an die DFL geleistet haben. Wenn dieses Geld nicht überwiesen wird, könnte DAZN laut Medienberichten außen vor sein. Betroffen wären 14 Spiele.

Titelfoto: Uwe Anspach/Kay Nietfeld/dpa Pool/dpa

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