Nach Protesten und Spiel-Unterbrechungen: Krisen-Sitzung zwischen Fans und DFB

Frankfurt am Main - Im aktuellen Streit zwischen Fan-Szene und DFB suchen die Beteiligten nach Lösungen und treten in den Dialog. Allerdings gab es vor dem Krisen-Treffen in Frankfurt auch schon wieder Unstimmigkeiten.

Mit der Partie Borussia Mönchengladbach gegen die TSG Hoffenheim begann die Fan-Szene mit der Eskalation ihres Protests gegen die Kollektiv-Strafe.
Mit der Partie Borussia Mönchengladbach gegen die TSG Hoffenheim begann die Fan-Szene mit der Eskalation ihres Protests gegen die Kollektiv-Strafe.  © dpa/Roland Weihrauch

In der Zentrale des Deutschen Fußball Bundes in Frankfurt am Main wird am Donnerstag in einer Sondersitzung der AG Fankulturen über den Konflikt mit den Fans beraten.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte das Treffen für diese Woche angekündigt, allerdings ebenso wenig wie die Fan-Organisationen Ort und genauen Zeitpunkt genannt.

Zu den Teilnehmern gehören nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) Vertreter der beiden Dach-Organisationen, von Fan-Projekten sowie von Bündnissen wie "Unsere Kurve", "Frauen im Fußball" und "Queer Football Fans". Der Runde Tisch soll zunächst für drei Stunden angesetzt sein.

Vor allem in der Bundesliga war es zuletzt zu massiven Protesten gegen den DFB und die Kollektiv-Strafe bei Fan-Vergehen gekommen.

Deshalb es am Wochenende diverse Spielunterbrechungen. Im Mittelpunkt von Schmähungen stand immer wieder Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp. Weil sie sein Konterfei in einem Fadenkreuz-Plakat gezeigt hatten, waren Anhänger von Borussia Dortmund für die nächsten zwei Jahre vom DFB-Sportgericht von Spielen in Sinsheim ausgeschlossen worden.

Kreative Fans von Eintracht Frankfurt: "Dietmar Hopp, Du Sohn einer Mutter"

Fans von Eintracht Frankfurt entrollen das Spruchband, das ironisch auf die Verunglimpfungen des Hoffenheimer Mäzens Dietmar Hopp eingeht.
Fans von Eintracht Frankfurt entrollen das Spruchband, das ironisch auf die Verunglimpfungen des Hoffenheimer Mäzens Dietmar Hopp eingeht.  © dpa/Uwe Anspach

Wegen der Veröffentlichung der Ansetzung eines Krisentreffens war der DFB massiv von "Unsere Kurve" kritisiert worden.

Diese Fans werfen dem Verband vor, Absprachen zur Vertraulichkeit gebrochen zu haben und nicht wie behauptet selbst Initiator des Treffens gewesen zu sein.

Die AG Fankulturen mit ihren 16 Mitgliedern unter der Geschäftsführung der DFL hatte sich 2015 zum Ziel gesetzt, "einen dauerhaft belastbaren Dialog miteinander zu führen" und "in Zusammenarbeit mit der DFB-Kommission Prävention & Sicherheit & Fußballkultur ein wichtiger Impuls- und Ideengeber zu sein".

Den Dialog abgebrochen haben "ProFans", die Interessen-Vertretung für Fan- und Ultragruppen, sowie das Bündnis Aktiver Fußballfans (BAFF), die nach dpa-Informationen in Frankfurt auch nicht eingeladen waren.

In den DFB-Pokal-Spielen in dieser Woche hatten sich die Proteste in den Stadien vor allem auf den DFB konzentriert.

Beim Spiel von Eintracht Frankfurt gegen Werder Bremen am Mittwochabend hing das Spruchband "Dietmar Hopp, du Sohn einer Mutter" (TAG24 berichtete).

Titelfoto: dpa/Roland Weihrauch

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