Droht England die Trikot-Revolution? Regierung will Wettanbieter-Werbung verbieten

Großbritannien - Steht in England der große Trikot-Tausch an? Die britische Regierung möchte das Werben für Wett- und Glücksspiel-Anbieter auf der Brust der Spieler verbieten. Das würde zahlreiche Klubs betreffen.

Unter anderem Crystal Palace und West Ham United werben in der PL mit Wettanbietern, wie dem asiatischen Unternehmen W88 oder betway.
Unter anderem Crystal Palace und West Ham United werben in der PL mit Wettanbietern, wie dem asiatischen Unternehmen W88 oder betway.  © Montage: Ian Walton/AP/dpa, Adam Davy/PA Wire/dpa

Bei der Überprüfung der Glücksspiel-Gesetze sei die Obrigkeit von der Insel zu diesem Entschluss gekommen, wie die Daily Mail berichtet.

Das Verbot für die Arbeitskleidung der Kicker wird dabei mit ziemlicher Sicherheit Bestandteil eines neuen Grundsatzpapiers sein, das im kommenden Winter veröffentlicht wird.

Die Verantwortlichen haben wohl auch über eine großflächigere Beschränkung nachgedacht, aber dass die Wett- und Glücksspielbranche komplett aus dem Sport und von den Werbeflächen verbannt wird, ist derzeit unwahrscheinlich.

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Die Politiker sorgen sich besonders um den Geldfluss in unteren Ligen, wenn man den radikaleren Schritt gehen würde. Allerdings sind sich alle einig, dass die Trikotwerbung verschwinden muss.

Ein Sprecher des DCMS (Department for Digital, Culture, Media and Sport) sagte: "Wir sind entschlossen, das Spielsucht-Problem in all seinen Formen anzugehen und werden an unsere Maßnahmen zum Schutz der Betroffenen anknüpfen."

Viele Mannschaften lassen sich von Wettanbietern sponsern und wären betroffen

Auch Leeds wirbt mit SBOTOP für Glücksspiel. Die Firma betreibt Online-Buchmacher und Casinos.
Auch Leeds wirbt mit SBOTOP für Glücksspiel. Die Firma betreibt Online-Buchmacher und Casinos.  © Rui Vieira/AP/dpa

Das Vorhaben würde viele Premier-League-Klubs direkt betreffen. In dieser Saison werben neun der 20 Teams mit Glücksspiel-Unternehmen auf der Vorderseite ihrer Sportkleidung, dazu kommen sechs weitere Mannschaften aus der Championship, Englands zweiter Liga.

Der Gesamtwert der Geschäfte mit den jeweiligen Hauptsponsoren wird auf ungefähr 100 Millionen Pfund (circa 116 Millionen Euro) geschätzt.

Laut einer kürzlich durchgeführten Studie sind fast alle Erstligisten irgendwie mit Wettanbietern verbandelt (19 von 20), und auch 15 Zweitligisten schlossen Deals mit der Branche ab.

Carolyn Harris (61), Vorsitzende der parteiübergreifenden Gruppe zur Bekämpfung von Schäden durch Spielsucht, meint zu der Thematik: Wir werden mit Werbung zum Wetten bombardiert, und das muss ein Ende haben. Werbeanzeigen sollten komplett verboten werden, um unsere Kinder zu schützen und Schaden zu vermeiden."

Titelfoto: Ian Walton/AP/dpa

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