Zauber-Bude von Kostic! Europa-Eintracht schlägt Sevilla ein Schnippchen

Sevilla - Die SGEuropa ist zurück! In einem packenden Europa-League-Achtelfinalhinspiel hat Eintracht Frankfurt einen 2:1 (2:1)-Auswärtssieg bei Betis Sevilla eingefahren und somit allerbeste Voraussetzungen für das Rückspiel in der Mainmetropole.

Eintracht Frankfurts Rafael Borré (2.v.l.) und Daichi Kamada (r.) im Einsatz, während German Pezzella von Betis Sevilla in Richtung des eigenen Strafraums sprintet.
Eintracht Frankfurts Rafael Borré (2.v.l.) und Daichi Kamada (r.) im Einsatz, während German Pezzella von Betis Sevilla in Richtung des eigenen Strafraums sprintet.  © Daniel Gonzalez Acuna/dpa

Die Tore im Estadio Benito Villamarín erzielten Filip Kostic (1:0, 14.), Nabil Fekir (1:1, 30.) und Daichi Kamada (2:1, 32.).

Betis-Coach Manuel Pellegrini rotierte nach der 1:3-Liganiederlage gegen Atlético Madrid kräftig durch und brachte sage und schreibe sechs Neue: Für Ex-Borussia-Dortmund-Abwehrrecke Marc Bartra, Victor Ruiz, Andrés Guardado, Joaquin und Borja Iglesias (alle Bank) sowie Paul Akouokou (nicht im Kader) rückten German Pezzella, Edgar González, Guido Rodriguez, Sergio Canales, Juanmi und Willian José in die erste Elf.

SGE-Übungsleiter Oliver Glasner setzte hingegen auf exakt dieselbe Startformation, die zuletzt mit 4:1 über Hertha BSC triumphierte.

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Und diese elf Frankfurter Mannen hatten sich allem Anschein nach mehr als einen Städtetrip in die südspanische Metropole vorgenommen. Früh gingen sie die Akteure des Gastgebers an und ließen Betis zunächst kaum Luft zum Atmen.

Trotzdem ließen die Andalusier die Pille in der Anfangsphase in gewohnter Manier elegant durch die eigenen Reihen kreisen - einem Eintracht-Spieler wurde das aber scheinbar irgendwann zu bunt.

Nachdem Djibril Sow ein weiteres Mal sein gutes Auge unter Beweis gestellt hatte, fand sich Kostic ziemlich allein gelassen auf seiner linken Seite wieder. Was dann folgte, war purer Fußball-Genuss: Ein Blick, ein hoher Ball in Richtung Keeper Claudio Bravo, Tor (14.) - die Hessen mit der überraschenden, aber zu diesem Zeitpunkt nicht unverdienten Führung!

Die Startelf von Betis Sevilla für das Europa-League-Achtelfinalhinspiel gegen Eintracht Frankfurt

So startete Eintracht Frankfurt ins Europa-League-Achtefinalhinspiel bei Betis Sevilla

Ein Hauch von Normalität: Nahezu voll besetztes Stadion bei Betis Sevilla gegen Eintracht Frankfurt

Rund 3000 Auswärtsfans von Eintracht Frankfurt im Gästeblock bei Betis Sevilla - ein toller Anblick!
Rund 3000 Auswärtsfans von Eintracht Frankfurt im Gästeblock bei Betis Sevilla - ein toller Anblick!  © Daniel Gonzalez Acuna/dpa

Filip Kostic bringt Eintracht Frankfurt in Front, Nabil Fekir trifft für Betis Sevilla

Filip Kostic doing "Filip-Kostic-Things": Der Turbo-Serbe besorgte mit seiner Schuss-Flanke das zwischenzeitliche 1:0 für die Eintracht.
Filip Kostic doing "Filip-Kostic-Things": Der Turbo-Serbe besorgte mit seiner Schuss-Flanke das zwischenzeitliche 1:0 für die Eintracht.  © Daniel Gonzalez Acuna/dpa

Der Treffer zeigte durchaus Wirkung bei den Béticos: Seit dem Tor wirkten die Hausherren recht einfallslos und frustriert auf dem Rasen. Derweil versuchte der Bundesligist, weiter munter nach vorne zu agieren.

Schließlich gelang es den Hausherren aber doch, ihre PS zielführend auf die Straße zu bringen. Über Canales gelangte das Spielgerät auf die rechte Seite zu Filigrantechniker Fekir. Dieser ließ nach längerem Anlauf Evan N'dicka mit einer Körpertäuschung wie einen Schuljungen links liegen und netzte unnachahmlich zum Ausgleich ein (30.).

Wer nun aber dachte, dass die SGE sich hiervon schocken lassen würde, der hatte die Rechnung ohne die europa-erprobten Gäste gemacht. Nach starkem Ballgewinn von Sow setzte dieser Jesper Lindström gekonnt in Szene. Der Däne hatte schließlich Kamada im Strafraum erblickt, der nach dem erfolgten Zuspiel nur noch einschieben musste - die perfekte Antwort (32.)!

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In der Zwischenzeit (und auch zuvor) kam es zwischen den Akteuren auf dem Feld immer wieder zu mehr oder weniger heftigen Animositäten, weshalb der Pausenpfiff von Schiedsrichter Marco Guida keinesfalls ungelegen kam.

Kaum war der zweite Spielabschnitt wenige Zeigerumdrehungen alt, hab's die Gelegenheit für die Gäste, um noch einen drauf zu setzen. Lindström ließ Aitor Ruibal mit einem Dribbling ins Leere grätschen. In der Folge touchierte der Linksverteidiger das Leder mit der Hand - Strafstoß für die Eintracht. Doch Rafael Borré versemmelte dieses Geschenk fahrlässig (52.).

Rafael Borré lässt Elfmeter für Eintracht Frankfurt liegen, feiert aber dennoch wichtigen Auswärtssieg

Am Ende bejubelten die Hessen den wichtigen - und nicht gerade erwartbaren - Auswärtssieg.
Am Ende bejubelten die Hessen den wichtigen - und nicht gerade erwartbaren - Auswärtssieg.  © Daniel Gonzalez Acuna/dpa

Von hier an ging es munter hin und her. Ehe Canales aus vielversprechender Position zum Abschluss kommen konnte, grätschte Tuta entschieden dazwischen (54.). Kurz darauf setzte Kostic einen Schuss nach schnellem Konter denkbar knapp am rechten Pfosten vorbei (55.).

Die nächste Riesengelegenheit für die in schwarz gekleideten Gäste: Nach einem Ballverlust in der Vorwärtsbewegung schnappte sich Kamada das Spielgerät und marschierte in Richtung Tor. Anstatt jedoch abzuziehen setzte er per Hackenstoß Borré in Szene, der direkt abzog, aber erneut an Bravo scheiterte. Der Kostic-Nachschuss brachte lediglich eine Ecke ein (67.).

Derweil ließen die Spanier eine den Ansatz einer wahrhaften Schlussoffensive vorerst vermissen. Nennenswerte Chancen gab es für die Pellegrini-Truppe in der gesamten zweiten Hälfte bis dahin nicht. Aber auch der Eintracht ging in der Folge der zuvor an den Tag gelegte Offensivdrang deutlich ab.

Schließlich wurde dies aber nicht bestraft. Die Frankfurter fuhren somit einen verdienten Auswärtssieg ein und sicherten sich eine hervorragende Ausgangslage für das Rückspiel.

Für die Hessen geht es am Sonntag (13. März) bereits in der Bundesliga weiter. Um 17.30 Uhr empfangen die Adlerträger den VfL Bochum. Das Europa-League-Rückspiel findet am Donnerstag (17. März, 21 Uhr) im Frankfurter Deutsche Bank Park statt.

Titelfoto: Daniel Gonzalez Acuna/dpa

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