Allianz Arena darf nicht in Regenbogenfarben erleuchten, jetzt schießt Hitzlsperger gegen UEFA

Stuttgart - Nachdem die UEFA der Stadt München untersagt hat, die Allianz Arena beim deutschen EM-Gruppenspiel gegen Ungarn in Regenbogen-Farben erleuchten zu lassen, hat sich jetzt auch Thomas Hitzlsperger (39), Vorstandsboss des VfB Stuttgart, zu Wort gemeldet.

VfB-Boss Thomas Hitzlsperger (39, r.) trägt das Regenbogentrikot des VfB Stuttgart am Rande eines Bundesligaspiels.
VfB-Boss Thomas Hitzlsperger (39, r.) trägt das Regenbogentrikot des VfB Stuttgart am Rande eines Bundesligaspiels.  © Sebastian Gollnow/dpa

Beim Kurznachrichtendienst Twitter schrieb der ehemalige Nationalspieler, dass die UEFA von den Regenbogen-Farben nicht "gekränkt" sein solle ("Dear @EURO2020, don’t be offended by the Rainbow colors.").

Stattdessen wäre es angebracht, über diejenigen nachzudenken, die weiterhin diskriminiert werden.

Hitzlsperger twitterte: "Die brauchen nämlich Unterstützung, auch Euren Support" (Think about those who still get discriminated. They need support. Your support, too!").

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Die Stadt München wollte mit der Allianz Arena in Regenbogen-Farben ein Zeichen gegen das ungarische Gesetz setzen, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt. Dies wurde erst am Dienstag vom Parlament gebilligt.

Die Regenbogen-Farben stehen für den Kampf der LGBT-Community um Gleichberechtigung.

VfB-Boss Thomas Hitzlsperger mit Botschaft an die UEFA

Thomas Hitzlsperger setzt sich immer wieder für die Rechte von Homosexuellen ein

Zuletzt ermittelte die UEFA außerdem gegen den DFB, nachdem der deutsche Nationaltorhüter Manuel Neuer (35) bei den Spielen der Europameisterschaft eine Kapitänsbinde in Regenbogen-Farben trug. Auch dazu äußerte sich Hitzlsperger: "Come on, @UEFA⁩ ⁦@EURO2020⁩ - das kann doch nicht euer Ernst sein?"

Die Überprüfung wurde jedoch inzwischen eingestellt. Auch bei der Partie der Deutschen gegen Ungarn wird Neuer wohl die Regenbogen-Binde tragen.

Der Stuttgarter Meistertorschütze Hitzlsperger setzt sich immer wieder für die Rechte von Homosexuellen ein. 2014 hat er sich selbst als schwul geoutet. Sein Bekenntnis schlug damals hohe Wellen.

Er war der erste prominente Fußballer, der offen über seine Homosexualität sprach.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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