"Schwul, schwul, Deutschland schwul"-Rufe in München: Debatte überschattet EM-Stimmung

München - Regenbogenfarben und diffamierende Rufe: Die politische Debatte um Homosexualität und Akzeptanz von Vielfalt hat auch die Stimmung unter den Fans vor dem Vorrundenspiel Deutschlands gegen Ungarn beeinflusst.

Die Debatte um Homosexualität und Akzeptanz von Vielfalt hat die Stimmung unter Fans vor dem Spiel Deutschlands gegen Ungarn beeinflusst.
Die Debatte um Homosexualität und Akzeptanz von Vielfalt hat die Stimmung unter Fans vor dem Spiel Deutschlands gegen Ungarn beeinflusst.  © Matthias Balk/dpa

Auf einem Platz in der Landeshauptstadt Bayerns skandierten und feierten am Mittwoch mehrere Hundert ungarische Fans. Vereinzelt waren "schwul, schwul, Deutschland schwul"-Rufe zu hören.

Journalisten wurde der Mittelfinger gezeigt, ebenso Demonstranten, die sich mit Regenschirmen und Flaggen in Regenbogenfarben versammelt hatten.

Auch die Busse der Verkehrsgesellschaft MVG, die die ungarischen Fans zum Stadion brachten, waren mit Wimpeln in Regenbogenfarben geschmückt.

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Mindestens einer davon wurde von einem Fan abgerissen und auf den Boden geschmissen.

Mund-Nasen-Masken zum Schutz vor dem Coronavirus trug selbst im dichten Gedränge so gut wie niemand. Ansonsten war die Fußballstimmung im Zentrum verhalten, die deutschen Fans trafen sich eher in Kleingruppen zum Biertrinken.

Die Regenbogenfahne als Symbol für Akzeptanz und Gleichberechtigung von Menschen, die sich nicht mit Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren, hat bei diesem Spiel eine ganz besondere Bedeutung.

Die Stadt München hatte das Stadion bunt erstrahlen lassen, um gegen ein ungarisches Gesetz zu protestieren, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt. Die Europäische Fußball-Union UEFA genehmigte dies nicht - zur Zufriedenheit des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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