DFB-Elf reißt Fans mit 6-Tore-Spektakel mit: Joachim Löws Vertrauen zahlt sich voll aus!

München - Jogi strafte all seine Kritiker Lügen! Nachdem die Aufstellung der deutschen Nationalmannschaft vor dem 4:2-Sieg gegen Portugal bekannt gegeben wurde, zweifelten nicht wenige an der Zurechnungsfähigkeit von Bundestrainer Joachim Löw (61). Keine Änderung nach der 0:1-Niederlage gegen Frankreich? Das kann doch gar nicht gutgehen!

Die deutsche Nationalmannschaft spielte erkennbar für Joachim Löw (61, 2.v.l.), zeigte Herzblut, Biss und Leidenschaft. Dazu brannte sie phasenweise ein Offensivfeuerwerk ab und eroberte so die Herzen einiger Zuschauer zurück.
Die deutsche Nationalmannschaft spielte erkennbar für Joachim Löw (61, 2.v.l.), zeigte Herzblut, Biss und Leidenschaft. Dazu brannte sie phasenweise ein Offensivfeuerwerk ab und eroberte so die Herzen einiger Zuschauer zurück.  © dpa/Christian Charisius

Doch, ging es. Dieselben Spieler, die sich gegen die Equipe Tricolore in der Offensive extrem schwertaten, sorgten gegen den amtierenden Europameister für ein wahres Spektakel mit sechs Toren, vielen Highlights und einer durchgehenden Spannungskurve. Löws Vertrauen in sein Team zahlte sich aus.

Denn es war ein komplett anderer Auftritt, was schon zu Beginn zu spüren war. Die DFB-Elf setzte die Iberer sofort unter Druck und ließ dem stark besetzten Kontrahenten in der ersten Viertelstunde keine Luft zum Atmen - bis man ohne Absicherung nach einer eigenen Ecke in einen Konter lief und urplötzlich zurücklag.

Doch Deutschland straffte sich, die Führungsspieler übernahmen allesamt Verantwortung. Ob der umsichtige Toni Kroos (31), der lauffreudige und offensivstarke Joshua Kimmich (26), der zudem zwei Tore vorbereitete, Dauerläufer Thomas Müller (31) oder Mats Hummels (32): Die Anführer gaben alles.

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Angetrieben vom brillierenden Robin Gosens (26) drehte Löws Truppe die Partie innerhalb von vier Minuten mit einem Doppelschlag - und beide Treffer fielen durch Eigentore der Portugiesen!

Gerade Gosens zeigte sich ähnlich stark wie bei seinem Klub Atalanta Bergamo, wo er in der vergangenen Saison in 32 Liga-Einsätzen überragende elf Tore erzielt und sechs Vorlagen gegeben hatte. Er rannte den linken Flügel auf und ab, stand defensiv sicher, warf sich in Zweikämpfe und sorgte offensiv für Unruhe sowie Gefahr. Wie gewohnt schlug er hervorragende Flanken, bereitete damit insgesamt zwei Buden vor und krönte seine Meisterleistung mit dem Tor zum 4:1, wo er per Kopf erfolgreich war.

Mit der starken Leistung sorgte Deutschland bei vielen Fans für Jubel.
Mit der starken Leistung sorgte Deutschland bei vielen Fans für Jubel.  © dpa/Sven Hoppe
Pure Leidenschaft! Joshua Kimmich (26) ging wie gefordert voran und hatte mit zwei Torvorlagen entscheidenden Anteil am deutschen Sieg.
Pure Leidenschaft! Joshua Kimmich (26) ging wie gefordert voran und hatte mit zwei Torvorlagen entscheidenden Anteil am deutschen Sieg.  © dpa/Christian Charisius
Robin Gosens (26) glänzte für Deutschland mit einem Tor, zwei Vorlagen und viel Dynamik.
Robin Gosens (26) glänzte für Deutschland mit einem Tor, zwei Vorlagen und viel Dynamik.  © dpa/Christian Charisius

In dieser Form dürfte er auf dem Wunschzettel jedes Bundesliga-Spitzenklubs landen oder schon stehen. Zur Erinnerung: Dieser Mann durchlief nie ein Nachwuchsleistungszentrum, spielte nie in der 1. Bundesliga und war dennoch DER entscheidende Mann - Hut ab!

Doch natürlich war nicht nur er stark. Auch der mannschaftsdienliche İlkay Gündoğan (30), der deutlich griffigere Serge Gnabry (25) und vor allem Kai Havertz (22), der nach dem ersten Spiel noch wegen seiner Körpersprache kritisiert worden war, gingen ganz anders in die Partie. Der Champions-League-Final-Siegtorschütze zeigte eine ganz andere Dynamik, Einstellung und Klasse.

Er zeigte es seinen Kritikern ebenfalls, traf zum 3:1 und bedrängte Ruben Dias (24) beim 1:1 so sehr, dass der portugiesische Innenverteidiger das Leder nur noch in den eigenen Kasten ablenken konnte.

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Natürlich war dennoch nicht alles perfekt. Beide Gegentreffer entstanden durch fehlende Abstimmung bzw. Unaufmerksamkeiten, die Top-Teams wie Portugal eiskalt bestrafen. Gerade durch das 2:4 wurde es am Ende nochmal unnötig spannend, weil Deutschland die Puste erkennbar ausging. Schließlich hatten die Akteure zuvor einen extrem hohen Aufwand betrieben.

Dennoch warfen sich Antonio Rüdiger (28), Matthias Ginter (27) und die vielen eingewechselten Kicker in jeden Schuss oder Angriff und verdienten sich den Dreier am Ende redlich. Besonders wichtig: Mit solchen Auftritten reißt man auch die Zuschauer wieder mit und gewinnt sie zurück.

Titelfoto: dpa/Christian Charisius

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