Dramatischer Elfer-Krimi zwischen Portugal und Frankreich! Ronaldo kontert Benzema

Budapest (Ungarn) - Was für ein Drama! In einem irren Elfmeterkrimi haben sich Portugal und Frankreich bei der Europameisterschaft 2020 mit 2:2 (1:1) getrennt. Damit ist die Equipe Tricolore als Gruppensieger ins Achtelfinale eingezogen. Auch die Iberer sind weiter.

Traf vom Punkt: Cristiano Ronaldo (r.) kann sein Glück kaum fassen.
Traf vom Punkt: Cristiano Ronaldo (r.) kann sein Glück kaum fassen.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Cristiano Ronaldo erzielte vor 55.000 Zuschauern in der Puskas-Arena das 1:0 für Portugal (31. Minute/Foulelfmeter), ehe Karim Benzema zum 1:1 ausglich (45.+2/FE) und kurz nach der Pause auf 2:1 erhöhte (47.). Ronaldo konterte letztlich zum 2:2-Endstand (60./Handelfmeter).

Portugals Trainer Fernando Santos reagierte nach der 2:4-Pleite gegen Deutschland und veränderte seine Startaufstellung auf zwei Positionen: Joao Moutinho und der Ex-Bayern-Star Renato Sanches durften anstelle von William Carvalho und Bruno Fernandes ran.

Les-Bleus-Coach Didier Deschamps tauschte im Vergleich zum 1:1 gegen Ungarn dreimal: Er nahm Ex-VfB-Mann Benjamin Pavard, Lucas Digne und Adrien Rabiot raus und schickte dafür Jules Kounde sowie die beiden Bayern-Stars Lucas Hernandez und Corentin Tolisso aufs Feld.

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Es war eine wahre Defensivschlacht, die sich Portugal und Frankreich von Beginn an lieferten. Die Teams belauerten sich und warteten auf Fehler.

Doch diese Blöße gaben sich beide zunächst nicht, sodass satte 16 Minuten bis zur ersten Chance vergingen.

Mit dieser Elf begann Portugal gegen Frankreich

Die Startaufstellung der Franzosen gegen Portugal

Cristiano Ronaldo bringt Portugal in Führung, Karim Benzema gleicht für Frankreich aus

Nach diskussionswürdiger Elfmeterentscheidung bejubelt Frankreich-Star Karim Benzema seinen Treffer zum 1:1.
Nach diskussionswürdiger Elfmeterentscheidung bejubelt Frankreich-Star Karim Benzema seinen Treffer zum 1:1.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Die leitete Paul Pogba mit einem Traum-Steckpass auf Kylian Mbappe ein: Der Star von Paris Saint-Germain stürmte alleine in Richtung Portugals Tor, visierte das lange Eck an, doch Schlussmann Rui Patricio parierte dessen Abschluss souverän.

Anschließend folgte erneut viel Leerlauf, bis Hugo Lloris ein gewaltiger Lapsus unterlief! Frankreichs Torwart wollte den Ball wegfausten, kam dabei aber zu spät und erwischte Danilo Pereira voll im Gesicht - Elfmeter (27.). Nach minutenlanger Verletzungsunterbrechung drosch Ronaldo die Kugel vom Punkt ins untere linke Eck zum 1:0 für den amtierenden Europameister (31.).

In der Folge verdiente sich die Santos-Truppe die Führung, weil sie im Vergleich zum jetzt behäbig wirkenden Weltmeister hellwach war.

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Aber Glück für die Franzosen: Mbappe ging in einem Laufduell mit Nelson Semedo zu Boden und bekam völlig überraschend von Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz einen Elfmeter zugesprochen. Diese Gelegenheit ließ sich Benzema nicht nehmen und netzte halbhoch links zum 1:1-Pausenstand ein (45.+2).

Karim Benzema erhöht auf 2:1, diesmal kontert Cristiano Ronaldo und trifft zum 2:2-Endstand

Cristiano Ronaldo (r.) feiert seinen Elfer-Doppelpack!
Cristiano Ronaldo (r.) feiert seinen Elfer-Doppelpack!  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

War der Beginn der Partie eher schläfrig, kamen die Franzosen nun wie die Feuerwehr aus der Kabine.

Pogba packte erneut einen flachen Traumpass durch die Mitte aus und fand in Benzema einen Abnehmer. Der Stürmer nahm die Kugel im Lauf an und verwandelte mit der Innenseite ins linke Eck zum 2:1 für Frankreich (47.).

Jetzt schien Portugal gebrochen und der Weltmeister ließ seine Muskeln spielen. Doch vor allem Ronaldo stemmte sich gegen die Pleite: Der mehrfache Weltfußballer drang über die linke Seite in den Frankreich-Strafraum ein und brachte eine Flanke in die Mitte, die von Kounde geblockt wurde.

Allerdings mit der Hand, sodass Referee Lahoz erneut auf Elfmeter entschied (59.). Dieser Aufgabe nahm sich natürlich Ronaldo an, der den Ball wie beim ersten im unteren linken Eck verwandelte - 2:2 (60.).

Nach diesem über weite Strecken irren Ritt ließen es die Teams in der letzten halben Stunde deutlich ruhiger angehen. Sie arrangierten sich mit dem 2:2, mit dem schlussendlich beide ins Achtelfinale einzogen.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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