Sieg zum EM-Auftakt! Lainer und Gregoritsch bescheren Österreich Dreier gegen Nordmazedonien

Bukarest - Gerade nochmal gutgegangen! Österreich hat zum Auftakt der Europameisterschaft 2020 den ersten Sieg seiner EM-Geschichte eingefahren und aufopferungsvoll kämpfende Nordmazedonier mit 3:1 (1:1) geschlagen. Big Points vor den weiteren Duellen gegen die Niederlande und Ukraine in Gruppe C.

Österreichs Führung: Borussia Mönchengladbachs Stefan Lainer (r.) hebt den Ball gefühlvoll an Torhüter Stole Dimitrievski vorbei zum 1:0 in die Maschen.
Österreichs Führung: Borussia Mönchengladbachs Stefan Lainer (r.) hebt den Ball gefühlvoll an Torhüter Stole Dimitrievski vorbei zum 1:0 in die Maschen.  © Mihai Barbu/Pool AFP/AP/dpa

Unter den Augen von rund 16.000 Zuschauern in der Bukarester Arena Nationala erzielte Stefan Lainer das 1:0 für Österreich (18. Minute), Goran Pandev glich aus (1:1/28.). Michael Gregoritsch gelang das 2:1 (78.) und Marko Arnautovic (89.) sogar noch das 3:1.

Satte neun Bundesliga-Legionäre standen bei den Österreichern in der Startelf, darunter der scheidende FC-Bayern-Verteidiger David Alaba, VfL Wolfsburgs Xaver Schlager sowie Marcel Sabitzer und Konrad Laimer (beide RB Leipzig).

Die Alpennation hatte gegen den EM-Neuling in der Anfangsphase Probleme, das eigene Spiel durchzubringen. Nordmazedonien, Ende März mit dem WM-Quali-Sieg gegen Deutschland, startete mutig und setzte auch nach vorn vereinzelt Nadelstiche.

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Statistisch gesehen hatte der in schwarzen Trikots mit türkisfarbenen Hosen auftretende Favorit aus Deutschlands Nachbarland die Nase vorn, Abschlüsse gelangen aber weder ihm, noch dem Außenseiter, der vom Bukarester Publikum deutlich mehr Zustimmung erfuhren. Lange Zeit spielte sich alles zwischen den beiden Strafräumen ab, es gab keinerlei nennenswerte Chancen. Doch die sollten noch kommen.

Zunächst wurde es etwas hitziger. Nordmazedoniens Enis Bardhi drehte sich sehenswert um seinen Gegenspieler und wurde letztlich von Sabitzer mit einem Foul gestoppt. Das wiederum konnte Bardhis Kollege Stefan Ristovski nicht gutheißen und rempelte den Leipziger weg. Schiedsrichter Andreas Ekberg (Schweden) schlichtete ohne Karten (17.).

Jubel bei Stefan Lainer (r.) nach seinem Treffer zum 1:0 gegen Nordmazedonien, VfB Stuttgarts Sasa Kalajdzic (l.) kommt zum Gratulieren hinterher.
Jubel bei Stefan Lainer (r.) nach seinem Treffer zum 1:0 gegen Nordmazedonien, VfB Stuttgarts Sasa Kalajdzic (l.) kommt zum Gratulieren hinterher.  © Vadim Ghirda/AP Pool/dpa

Österreichs Startformation im EM-Spiel gegen Nordmazedonien

Nordmazedoniens Anfangself für das EM-Gruppenspiel gegen Österreich

EM 2020: Marcel Sabitzer bedient Stefan Lainer - Tor für Österreich! Doch Goran Pandev gleicht aus

Nationalheld Goran Pandev (l.) erzielte Nordmazedoniens erstes Tor bei einer Europameisterschaft und netzte zum 1:1-Ausgleich ein.
Nationalheld Goran Pandev (l.) erzielte Nordmazedoniens erstes Tor bei einer Europameisterschaft und netzte zum 1:1-Ausgleich ein.  © Vadim Ghirda/AP Pool/dpa

Und in der nächsten Szene rappelte es dann endlich! Sabitzer brachte eine scharfe Flanke von halblinks an den langen Pfosten, wo Lainer den Ball in der Luft gefühlvoll mit rechts in Richtung Tor streichelte - und Torhüter Stole Dimitrievski überwinden konnte - 1:0 für Österreich (18.)!

Nur vier Minuten später lag das 2:0 auf Sasa Kalajdzics Fuß, doch nach erneuter Sabitzer-Hereingabe bekam der überrascht alleingelassene Stürmer des VfB Stuttgart keinen Druck hinter den Außenristball (22.).

So gut Franco Fodas Team im Match war, so unberechenbar war der Gegner. Das zeigte sich dann auch beim Gegentreffer: Martin Hinteregger wollte klären, schoss aber Sabitzer an. Der Ball kullerte in Richtung des eigenen Kastens, aus dem Daniel Bachmann herauskam, das Leder aber nicht festhalten konnte. So schaltete der 37-jährige Pandev am schnellsten und schob ein 1:1 (28.)!

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Nordmazedonien fightete nach seinem ersten EM-Tor in der Geschichte stark weiter und ließ nach hinten bis zum Halbzeitpfiff nichts mehr zu.

Nationaltrainer Igor Angelovski konnte mit dem (glücklichen) Unentschieden aufgrund der Art und Weise, wie seine Mannschaft auftrat, sehr zufrieden sein.

Einwechslungen von Marko Arnautovic und Michael Gregoritsch bringen Schwung - und zwei Tore!

Der eingewechselte Michael Gregoritsch (r.) brachte Österreich wieder in Führung.
Der eingewechselte Michael Gregoritsch (r.) brachte Österreich wieder in Führung.  © Vadim Ghirda/AP Pool/dpa

Das rumänische Publikum im nur zu knapp einem Drittel gefüllten Nationalstadion feuerte den EM-Zwerg auch nach dem Seitenwechsel weiter an. Jeder Zweikampfgewinn und jede Eroberung des Spielgeräts wurde frenetisch gefeiert, Österreich in Ballbesitz gnadenlos ausgepfiffen.

Francos "Burschen" fehlte gegen die gut gestaffelte Abwehr die Idee für die erneute Führung. Ungenaue Abspiele auf Verdacht in die Box waren nach einer Stunde an der Tagesordnung.

Es wurde aber offensiver. Österreichs Doppeleinwechslung von Arnautovic und Gregoritsch sollte sich beinahe bezahlt machen: Arnautovic hob die Kugel in den Sechzehner, Gregoritsch ließ sie über den Scheitel rutschen und zwang Dimitrievski zu einer sensationellen Parade (64.).

Dann gab es einen genialen Moment für das Alpenland! Das Team kombinierte sich durch die gegnerische Hälfte, Alaba zirkelte eine Flanke von links wunderbar im Rücken der Abwehr vor den Kasten, wo Augsburgs Gregoritsch vor dem Keeper an den Ball kam und einschob - 2:1, die erneute Führung (78.).

Und es kam noch besser: Auch Joker Arnautovic trug sich noch in die Torschützenliste ein, ließ Dimitrievski stehen und schraubte das Ergebnis auf 3:1 hoch (89.). So durfte man sich am Ende über einen verdienten Auftaktsieg freuen.

David Alaba oben auf: Mit seiner sensationellen Flanke bereitete der scheidende Verteidiger des FC Bayern München das 2:1 für Österreich vor.
David Alaba oben auf: Mit seiner sensationellen Flanke bereitete der scheidende Verteidiger des FC Bayern München das 2:1 für Österreich vor.  © Vadim Ghirda/AP Pool/dpa
Markierte den 3:1-Endstand: Marko Arnautovic (r.), Ex-Profi des SV Werder Bremen.
Markierte den 3:1-Endstand: Marko Arnautovic (r.), Ex-Profi des SV Werder Bremen.  © Robert Ghement/POOL EPA/AP/dpa

Österreich trifft am Donnerstag (21 Uhr/ZDF) auf die Niederlande, Nordmazedonien muss bereits ab 15 Uhr (ZDF) gegen die Ukraine ran.

Titelfoto: Bildmontage: Vadim Ghirda/AP Pool/dpa

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