EM-Stadion in Regenbogenfarben? München fordert von UEFA und DFB klares Statement - vergeblich

München - Die Stadt München hat die Europäische Fußball-Union (UEFA) und den Deutschen Fußball-Bund (DFB) um Unterstützung für die Initiative gebeten, das Münchner EM-Stadion in Regenbogenfarben zu beleuchten.

Mehrere Fraktionen des Münchner Stadtrats wollen die EM-Arena beim Spiel Deutschland gegen Ungarn in Regenbogenfarben beleuchtet sehen. (Archiv)
Mehrere Fraktionen des Münchner Stadtrats wollen die EM-Arena beim Spiel Deutschland gegen Ungarn in Regenbogenfarben beleuchtet sehen. (Archiv)  © Tobias Hase/dpa

Man wolle "ein weithin sichtbares Signal für unser gemeinsames Werteverständnis" senden, hieß es in einem Schreiben von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) an die Spitzen der beiden Dachverbände.

Er appelliere an die UEFA, "sich (...) nachdrücklich und sichtbar für Toleranz und Gleichstellung einzusetzen".

In einem fraktionsübergreifenden Antrag hatte sich der Münchner Stadtrat dafür ausgesprochen, die EM-Arena in Fröttmaning zum Gruppenspiel Deutschland gegen Ungarn am Mittwoch in Regenbogenfarben zu beleuchten.

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"Die Landeshauptstadt bekennt sich zu Vielfalt, Toleranz und echter Gleichstellung im Sport und in der ganzen Gesellschaft", heißt es in dem Antrag, über den formell erst am Mittwoch, dem Spieltag, entschieden werden soll.

Hintergrund des Protestes ist ein Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt und das erst am Dienstag vom ungarischen Parlament gebilligt wurde.

Das Gesetz gilt als besonderes Anliegen von Ministerpräsident Viktor Orban. Entsprechend laut war die Forderung nach einem klaren Zeichen bei der Fußball-EM in Deutschland geworden. Unklar war bislang noch, ob Orban das Spiel im Stadion verfolgen wird.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (63, SPD) möchte beim Kampf gegen LGBTQ-Feindlichkeit die UEFA und den DFB in die Pflicht nehmen.
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (63, SPD) möchte beim Kampf gegen LGBTQ-Feindlichkeit die UEFA und den DFB in die Pflicht nehmen.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 21.17 Uhr: Keine Regenbogenfarben beim Ungarn-Spiel

Das EM-Stadion in München soll beim Gruppenfinale der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Ungarn nach Informationen der "Bild" nicht in Regenbogenfarben leuchten.

Darauf hätten sich die Europäische Fußball-Union und das EM-Organisationskomitee verständigt, hieß es in einem Bericht am Montagabend.

Titelfoto: Tobias Hase/dpa

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