Österreich rockt die EM! Baumgartner schießt ÖFB ins Achtelfinale

Bukarest - Österreich hat das Achtelfinal-Ticket gelöst! Die ÖFB-Elf überholte bei der Europameisterschaft durch den 1:0 (1:0)-Sieg am Montagabend die Ukraine im direkten Duell und geht als Zweiter der Gruppe C erstmals seit 1964 in die K.o.-Phase einer EM.

Schon vor dem Anpfiff herrschte bei den österreichischen Fans in der Altstadt von Bukarest gute Stimmung.
Schon vor dem Anpfiff herrschte bei den österreichischen Fans in der Altstadt von Bukarest gute Stimmung.  © Andreea Alexandru/AP/dpa

In der Arena Nationala erzielte Christoph Baumgartner den 1:0-Siegtreffer (21. Minute).

Ukraines Nationaltrainer Andriy Shevchenko wechselte seine Startelf im Vergleich zum 2:1 gegen Nordmazedonien nur auf einer Position: Sergiy Sydorchuk begann für Taras Stepanenko (Bank).

Österreichs Coach Franco Foda brachte nach dem 0:2 gegen die Niederlande mit Florian Grillitsch und Marko Arnautovic zwei Neue in eine offensivere Aufstellung, Andreas Ulmer und Michael Gregoritsch blieben dafür draußen.

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So einfach die Konstellation im Vorfeld auch war, so kompliziert war sie auf der anderen Seite. Klar: Die Ukraine würde mit einem Remis ins Achtelfinale einziehen, Österreich bräuchte einen Sieg für den sicheren Einzug. Aber selbst bei einer jeweiligen Pleite würde es die (kleine) Chance aufs Weiterkommen geben.

Die Alpennation kam schwungvoll ins Match und zeigte dadurch, dass sie Bock auf die Runde der letzten 16 hat. Ein erstes gefährliches Zuspiel von Xaver Schlager konnte Konrad Laimer aber nicht erreichen, sodass ein Verteidiger in höchster Not klärte (2.).

Daniel Bachmann, Torhüter im Team der beiden Bundesliga-Profis, bekam in der 4. Minute die erste kleinere Aufgabe, fing eine Außenrist-Vorlage des Ex-Dortmunders Andriy Yarmolenko ab.

So ging die Ukraine in das letzte Gruppenspiel gegen Österreich

Österreichs Startelf für das EM-Gruppenspiel gegen die Ukraine

EURO 2020: Österreich will die Führung mehr - Christoph Baumgartner macht's!

Christoph Baumgartner (r.) setzt sich gegen Ilya Zabarnyi durch und bringt den Ball zum 1:0 für Österreich über die Linie.
Christoph Baumgartner (r.) setzt sich gegen Ilya Zabarnyi durch und bringt den Ball zum 1:0 für Österreich über die Linie.  © Mihai Barbu/Pool AFP/AP/dpa

Fodas "Burschen" waren in dem von ukrainischen Gesängen dominierten Bukarester Stadion weiter tonangebend, brauchten den Dreier aber auch dringender als die Osteuropäer.

Doch sowohl Marcel Sabitzer (7./Direktabnahme über den Kasten), Aleksandar Dragovic (11./nach Ecke drüber geköpft) als auch Arnautovic (16./geblockter Schuss nach katastrophalem Fehlpass in der gelb-blauen Hintermannschaft) konnten erstmal nicht einnetzen.

Das änderte sich Mitte der ersten Hälfte aber! Beim schon fünften Eckball brachte Baumgartner den Fuß vor dem 18-jährigen Ilya Zabarnyi an den Ball, Georgiy Bushchan rutschte er über die Fingerspitzen, sodass der Mann der TSG 1899 Hoffenheim das 1:0 markierte (21.).

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Nachdem die Ukraine dann kurz vor dem Ausgleich stand - Bachmann parierte gegen Mykola Shaparenko, Yarmolenko verpasste in der Mitte (29.) - musste der Torschütze raus. Baumgartner war nach einem Zweikampf mit Zabarnyi eine Viertelstunde zuvor noch immer angeschlagen, Alessandro Schöpf vom FC Schalke 04 ersetzte ihn (33.).

Neben Baumgartner war auch ein zweiter Bundesliga-Akteur drauf und dran, für die Rot-Weißen gegen überraschend passive Gegner zu knipsen: RB Leipzigs Laimer ließ Oleksandr Karavaev im Strafraum stehen, scheiterte mit einem super Rechtsschuss aus 14 Metern aber an Bushchan (37.).

Und auch Arnautovic verpasste vor der Halbzeit das 2:0: Der in China kickende Stürmer schob die Kugel nach punktgenauem Schöpf-Flachpass hinter die Abwehr deutlich am Kasten vorbei (42.).

Torschütze und Assistgeber unter sich: Baumgartner (r.) wird von Ecken-Ausführer David Alaba wortwörtlich auf den Arm genommen.
Torschütze und Assistgeber unter sich: Baumgartner (r.) wird von Ecken-Ausführer David Alaba wortwörtlich auf den Arm genommen.  © Daniel Mihailescu/Pool AFP/AP/dpa

EM 2020: Daniel Bachmann verhindert Stefan Lainers Eigentor

Ausgelassener Jubel bei den österreichischen Fans beim Public Viewing im Wiener Prater.
Ausgelassener Jubel bei den österreichischen Fans beim Public Viewing im Wiener Prater.  © Helmut Fohringer/APA/dpa

Weiter, immer weiter hieß es für die ÖFB-Jungs auch im zweiten Durchgang, in dem die mit acht Bundesliga-Spielern gespickte Elf unaufhaltsam nach vorn drängte und gegen die oft ideenlos wirkenden "Schowto-blakytni" immer eine Antwort auf Offensivaktionen hatte.

Richtig gefährlich wurde es fürs Alpenland erst nach einer Stunde - selbstverschuldet! Einen Freistoß von links wollte Borussia Mönchengladbachs Stefan Lainer zur Ecke köpfen, da er aber von Karavaev leicht abgefälscht wurde, flog die Kugel aufs eigene Gehäuse und musste von Bachmann entschärft werden (61.).

Die Begegnung blieb trotz der österreichischen Überlegenheit hochspannend, weil die Ukraine mit nur einer Bude den Rot-Weißen das Achtelfinal-Ticket wieder aus den Händen reißen würde.

Roman Yaremchuk tankte sich nochmal in die Box, sein strammer Schuss ging allerdings doch zwei Meter am langen Pfosten vorbei (87.).

Auch die lautstarke Unterstützung der rumänischen Fans konnte bei Shevchenkos Mannen nicht mehr für eine entscheidende Wende sorgen. Foda & Co. war's ganz recht so, sie überstanden die Schlussphase und sprangen noch auf Rang zwei!

Für die Österreicher geht es am Samstag (21 Uhr) in London gegen Italien weiter. Die Ukraine muss noch bis Mittwoch auf den eventuellen Achtelfinal-Einzug warten.

Die Ukraine um Trainer Andriy Shevchenko (r.) braucht Schützenhilfe und muss um das Achtelfinale bangen.
Die Ukraine um Trainer Andriy Shevchenko (r.) braucht Schützenhilfe und muss um das Achtelfinale bangen.  © Vadim Ghirda/AP/dpa

Titelfoto: Bildmontage: Helmut Fohringer/APA/dpa, Daniel Mihailescu/Pool AFP/AP/dpa

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