Ex-Dynamo Tschertschessow feiert mit Russland hart erkämpften Arbeitssieg gegen Finnland!

St. Petersburg (Russland) - Erleichterung bei der Sbornaja und Trainer Stanislaw Tschertschessow! Russland hat in der ersten Partie des 2. Spieltags Finnland nach hartem Kampf mit 1:0 (1:0) niedergerungen und so den ersten Sieg bei der Europameisterschaft 2020 gefeiert.

Mario Fernandes (auf der Trage liegend) musste verletzt ausgewechselt werden. Der russische Verteidiger prallte nach einem Luftzweikampf mit dem Kopf unglücklich auf dem Boden auf.
Mario Fernandes (auf der Trage liegend) musste verletzt ausgewechselt werden. Der russische Verteidiger prallte nach einem Luftzweikampf mit dem Kopf unglücklich auf dem Boden auf.  © dpa/Evgenia Novozhenina/Reuters Pool

Das goldene Tor vor 34.067 Zuschauern in der Gazprom Arena erzielte Aleksey Miranchuk zum 1:0 für Russland (45.+2 Minute).

Finnlands Coach Markku Kanerva nahm nach dem überraschenden 1:0-Sieg gegen Dänemark nur eine Veränderung vor. Tim Sparv, einst bei der SpVgg Greuther Fürth aktiv, wurde von Rasmus Schüller ersetzt.

Tschertschessow wechselte nach dem 0:3 gegen Belgien hingegen sogar dreimal aus. Im Tor rückte etwas überraschend der junge Marvei Safonov für Anton Shunin (Bank) auf. Dazu standen Miranchuk und Igor Diveev für Andrei Semyonov (Bank) und Yuriy Zhirkov (verletzt) auf dem Feld.

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Das Spiel begann mit einem vermeintlichen Schock für die Sbornaja. Jukka Raitala flankte von der rechten Seite in die Mitte, wo sich Joel Pohjanpalo durchsetzte und aus sechs Metern einköpfte. Doch der Treffer zählte wegen einer knappen Abseitsposition des Bundesliga-Stürmers nicht (3.).

Dann kamen jedoch die Russen verstärkt auf. Miranchuk bediente Magomed Ozdoev, der halbrechts am Fünfer freistand, aber drüberschoss (10.).

Finnlands Startelf für das EM-Gruppenspiel gegen Russland

Russlands Anfangsformation für das EM-Gruppenspiel gegen Finnland

Aleksey Miranchuk schlenzt Russland gegen Finnland wunderschön in Führung

Der finnische Keeper Lukas Hradecky, im Verein bei Bayer 04 Leverkusen aktiv, kann dem wunderschönen Schlenzer von Aleksey Miranchuk nur hinterhergucken.
Der finnische Keeper Lukas Hradecky, im Verein bei Bayer 04 Leverkusen aktiv, kann dem wunderschönen Schlenzer von Aleksey Miranchuk nur hinterhergucken.  © dpa/Evgenia Novozhenina/Reuters Pool

Drei Minuten später traf Sturmbulle Artem Dzyuba mit einem überlegten Schuss am Gegner vorbei nur den linken Pfosten, stand aber im Abseits (13.).

Ansonsten taten sich die Hausherren schwer gegen den tiefstehenden Gegner. Kreative Lösungen waren Mangelware, weshalb es vorerst keine guten Möglichkeiten mehr gab.

Hinzu kam auch noch ein personeller Rückschlag. Mario Fernandes knallte nach einem Luftzweikampf mit dem Kopf auf den Boden, musste mehrere Minuten behandelt werden, konnte nicht weitermachen und wurde mit der Trage vom Platz gebracht. Für ihn kam Vyacheslav Karavaev (26.).

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Suomi kam über Ansätze, an denen meist Pohjanpalo beteiligt war, nicht hinaus. In der Folge konnte sich auch die Sbornaja nicht mehr entscheidend in Szene setzen - bis zur Nachspielzeit der ersten Halbzeit!

Dzyuba legte klug auf Miranchuk ab, der den Ball herrlich aus zehn Metern in den linken Knick schlenzte - 1:0 für Russland durch den Star von Atalanta Bergamo (45.+2)!

Bei dieser insgesamt verdienten Führung in einer mäßigen Partie blieb es zur Pause.

Aleksey Miranchuk bejubelt euphorisch sein Führungstor für die Russen.
Aleksey Miranchuk bejubelt euphorisch sein Führungstor für die Russen.  © dpa/Anton Vaganov/Reuters Pool

Russland lässt mehrere gute Gelegenheiten gegen Finnland aus und muss bis zum Ende zittern

Russlands Coach Stanislaw Tschertschessow durfte sich über einen hart erarbeiteten Sieg seiner Mannschaft freuen.
Russlands Coach Stanislaw Tschertschessow durfte sich über einen hart erarbeiteten Sieg seiner Mannschaft freuen.  © dpa/Anton Vaganov/Reuters Pool

Im zweiten Abschnitt hatte erneut Finnland die erste Möglichkeit. Teemu Pukki wurde klasse bedient, doch Diveev grätschte den Torjäger in letzter Sekunde ab (49.). Vier Zeigerumdrehungen später scheiterte der Ex-Schalker an Safanov.

Doch auch die Sbornaja zeigte sich. Erst schoss Aleksandr Golovin knapp links vorbei (52.), dann verfehlte Ozdoev das rechte Eck um Haaresbreite (67.), Daler Kuzyaev fand mit seinem 15-Meter-Schlenzer aus halblinker Position in die rechte Ecke im überragend abtauchenden Lukas Hradecky seinen Meister (72.) und Rifat Zhemaletdinov zielte haarscharf zu hoch (90.+3).

Durch das Auslassen dieser Gelegenheiten blieb es weiter spannend, obwohl sich die Finnen offensiv nicht mehr einbringen konnten. Doch Russland verpasste es weiterhin, den Sack zuzumachen, weil beim letzten Pass oft die Genauigkeit fehlte.

So hatte Suomi noch die eine Chance: Paulus Arajuuri kam an den Ball, nachdem die Sbornaja einen Freistoß nicht geklärt bekam, köpfte allerdings auf den Kasten (88.). Davon abgesehen verwalteten Tschertschessows Mannen den knappen Vorsprung jedoch routiniert, brachten ihn am Ende relativ problemlos über die Zeit und feierten einen ganz wichtigen Arbeitssieg.

Für Finnland geht es am Montag (21 Uhr) mit dem letzten Gruppenspiel gegen Belgien weiter, während Russland zeitgleich auf Dänemark trifft.

Titelfoto: dpa/Anton Vaganov/Reuters Pool

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