"Hat Todesfälle zu verantworten!" Lauterbach schießt vor EM-Finale gegen UEFA

Von Martin Kloth

Berlin - Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (58) hat der Europäischen Fußball-Union (UEFA) erneut Versagen beim Umgang mit der Corona-Pandemie bei der Europameisterschaft vorgeworfen und das Hygienekonzept der Bundesliga gelobt.

Karl Lauterbach (58) sieht ein Versagen der UEFA im Umgang mit der Pandemie.
Karl Lauterbach (58) sieht ein Versagen der UEFA im Umgang mit der Pandemie.  © Kay Nietfeld/dpa

"Auf dieser EM liegt ein Schatten, und die UEFA hat durch ihre ignorante Vorgehensweise Todesfälle zu verantworten. Das muss so klar gesagt werden. Die UEFA hat in meinen Augen versagt", sagte der Politiker im Magazin "11Freunde". Dieses Turnier signalisiere, dass Corona vorbei wäre, aber Corona sei nicht vorbei. "Die EM hat sich für dieses fatale Signal missbrauchen lassen", kritisierte er.

Insbesondere die Zulassung von mehr als 60.000 Zuschauern beim Endspiel in London zwischen Italien und England am Sonntagabend (21 Uhr/ZDF und MagentaTV) sieht der 58-Jährige als Gefahr.

"Wembley ist komplett außer Kontrolle geraten", sagte Lauterbach. Die Engländer würden sich in einer Phase der Pandemie befinden, in der sie sehenden Auges einen sehr großen Teil der erwachsenen Bevölkerung chronisch krank machen könnten. Nach seiner Meinung wäre es sinnvoll gewesen, "die Zuschauerzahl auf ein Fünftel der Kapazität zu senken".

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Dagegen lobte Lauterbach das Konzept der Deutschen Fußball Liga (DFL). "In Kombination mit Schnelltests und der Devise, dass nicht mehr als jeder fünfte Platz besetzt wird, dürfte man dieses Konzept als sicher betrachten – da bin ich mir sehr sicher", sagte der Politiker.

Bis zu 25.000 Zuschauer dürfen zum Bundesliga-Saisonstart in die Stadien

Nach einem Beschluss der Länder dürfen bis zum Start der Bundesliga-Saison bis zu 25.000 Zuschauer in die Stadien.

Voraussetzung dafür ist, dass Personen, die nicht geimpft oder nach einer Corona-Erkrankung genesen sind, einen negativen Corona-Test vorlegen müssen. Zudem sind die geltenden Hygieneregeln und das Abstandsgebot einzuhalten.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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