Perfekte Punkteausbeute! Italien nach Erfolg gegen Bale und Wales souveräner Gruppensieger

Rom - (Fast) komplett andere Startelf - gleiches Ergebnis! Auch im dritten und letzten Vorrundenspiel der Europameisterschaft hat Italien über weite Strecken überzeugt und einen verdienten 1:0 (1:0)-Erfolg über Wales gefeiert. Damit zog der vierfache Weltmeister als Gruppenerster ins Achtelfinale ein, während die Waliser trotzdem den zweiten Tabellenrang für sich behaupten konnten.

Die italienischen Stammspieler Nicolò Barella (l.), Ciro Immobile (2.v.r.) und Lorenzo Insinge (r.) saßen gegen Wales zunächst nur auf der Bank.
Die italienischen Stammspieler Nicolò Barella (l.), Ciro Immobile (2.v.r.) und Lorenzo Insinge (r.) saßen gegen Wales zunächst nur auf der Bank.  © Riccardo Antimiani/Pool EPA/dpa

Vor rund 14.000 Zuschauern im altehrwürdigen Stadio Olimpico zu Rom erzielte Matteo Pessina das entscheidende Tor für Italien (39.). Ethan Ampadu sah zudem die erste glatt Rote Karte der laufenden EM (55.).

Roberto Mancini stellte seine Squadra Azzurra nach dem 3:0-Erfolg gegen die Schweiz und dem damit verbundenen Erreichen des Achtelfinales gleich auf acht Positionen um: Giorgio Chiellini (Muskelverletzung), Giovanni di Lorenzo, Leonardo Spinazzola, Manuel Locatelli, Nicolò Barella, Domenico Berardi, Ciro Immobile und Lorenzo Insigne bekamen nach ihren starken Auftritten eine Pause gegönnt.

Dafür durften sich Rafael Tolói, Alessandro Bastoni, Emerson, der wiedergenesene Marco Verratti, Federico Chiesa, Pessina, Federico Bernardeschi und Andrea Belotti beweisen.

"Unerträgliche Schmerzen": So kommentieren englische und italienische Medien das EM-Finale
Europameisterschaft "Unerträgliche Schmerzen": So kommentieren englische und italienische Medien das EM-Finale

Der Coach der Drachen, Robert Page, setzte nach dem 2:0-Sieg gegen die Türkei und der nahezu gesicherten Teilnahme an der K.o.-Phase auf drei frische Kräfte setzte: Kieffer Moore, Chris Mepham und Ben Davies machten Platz für Chris Gunter, Ampadu und Neco Williams.

Die Anfangsphase des mutmaßlichen Gruppen-Topspiels war zunächst geprägt vom mittlerweile typisch gewordenen Ballbesitz-Fußball der Italiener, von Chancen fehlte jedoch über zehn Minuten lang jede Spur.

Zumindest einen ersten kleinen Schockmoment für die Defensive der Gäste kreierte dann Chiesa. Nach tollem Dribbling auf der für ihn untypischen rechten Außenbahn schickte er eine Sahne-Flanke in den Sechzehner, die Bernardeschi nur knapp verpasste (14.).

Italiens Anfangsformation für das EM-Gruppenspiel gegen Wales

Wales' Startaufstellung für das EM-Gruppenspiel gegen Italien

Fans von Wales jubeln vor dem Spiel gegen Italien.
Fans von Wales jubeln vor dem Spiel gegen Italien.  © Riccardo Antimiani/Pool EPA/dpa

Italien erneut mit viel Ballbesitz, einigen Chancen und spätem Tor in Halbzeit eins gegen Wales

Erster EM-Startelfeinsatz, erstes Tor: Matteo Pessina brachte Italien kurz vor der Pause gegen Wales mit 1:0 in Führung.
Erster EM-Startelfeinsatz, erstes Tor: Matteo Pessina brachte Italien kurz vor der Pause gegen Wales mit 1:0 in Führung.  © Alberto Lingria/POOL Reuters/dpa

Auf das Tor kam wenig später hingegen ein abgefälschter Schuss von Pessina, den Toloi nochmal scharf machte. Doch Wales-Keeper Danny Ward packte dennoch sicher zu (17.).

Währenddessen konnten die Gäste sich nur zaghaft aus dem Klammergriff ihres Gegners lösen, aufgrund von immer wieder eingestreuten Fehlpässen im Spielaufbau reichte es aber noch nicht für eigene Torchancen.

Ganz anders die Azzurri: Kurz vor dem Strafraum schickte Bernardeschi FC-Turin-Torjäger Belotti auf die Reise, der kurz vor dem Tor noch einmal quer legte. Sein Zuspiel verpasste Chiesa jedoch um wenige Zentimeter (24.). Und dann gab es sie doch, die erste Chance für die Drachen - und was für eine!

Kaum zu glauben: Darum jubelte Italiens Elfmeter-Held Donnarumma erst gar nicht!
Europameisterschaft Kaum zu glauben: Darum jubelte Italiens Elfmeter-Held Donnarumma erst gar nicht!

Nach einem Eckball köpfte der allein gelassene Gunter in Richtung des Kastens von Gianluigi Donnarumma, verfehlte diesen letztlich aber um Haaresbreite (27.).

Prompt ging es auf der anderen Seite - und schon wieder war Chiesa der Protagonist. Nach einer Flanke von der linken Seite kam der Mann von Juventus Turin an der Fünfmeterraum-Kante an die Pille, jagte diese aber deutlich am Tor vorbei (29.).

Zielsicherer war kurz darauf ein anderer: Nach einem fein getretenen Freistoß von Verratti war Pessina im Strafraum als erster da und beförderte das Spielgerät an Ward vorbei ins Netz - und besorgte damit den 1:0-Pausenstand (39.).

Italienische Fans verfolgen das Fußballspiel der Euro 2020 Gruppe A zwischen Italien und Wales auf einer riesigen Leinwand auf der Piazza del Popolo in Rom.
Italienische Fans verfolgen das Fußballspiel der Euro 2020 Gruppe A zwischen Italien und Wales auf einer riesigen Leinwand auf der Piazza del Popolo in Rom.  © Andrew Medichini/AP/dpa

Ex-RB-Leipzig-Akteur Ethan Ampadu sieht erste glatt Rote Karte der EM, Italien sichert sich den Gruppensieg

Ein eher seltenes Bild: Der Waliser Aaron Ramsey (v.) taucht gefährlich vor Italiens Keeper Gianluigi Donnarumma auf.
Ein eher seltenes Bild: Der Waliser Aaron Ramsey (v.) taucht gefährlich vor Italiens Keeper Gianluigi Donnarumma auf.  © Alberto Lingria/POOL Reuters/dpa

Das erste Highlight des zweiten Durchgangs setzten erneut die Azurblauen - und wieder war es eine Standardsituation. Einen nahezu perfekt gezirkelten und flach angesetzten Freistoß setzte Bernardeschi aber lediglich an den Außenpfosten (53.).

Ebenfalls im Mittelpunkt stand der Freistoßschütze bei einem harten Foul von Ampadu, der Bernardeschi ohne Chance auf den Ball mit voller Wucht auf den Fuß stieg. Die Konsequenz: Schiedsrichter Ovidiu Hategan zeigte dem Ex-Leipziger glatt Rot (55.).

Dies nutzten die Italiener umgehend für schnelle Gegenangriffe, von denen Belotti nach Zuspiel von Chiesa beinahe einen zum 2:0 genutzt hätte. Jedoch war Ward erneut zur Stelle (65.) - der Druck auf Gareth Bale und Co. wurde nun immer größer.

Aus dem Nichts dann aber doch noch eine Gelegenheit eben für den Superstar der Waliser. Nach einem Freistoß stand Bale mutterseelenallein im italienischen Strafraum. Seine Direktabnahme misslang ihm aber komplett, sodass der Ball in Richtung des römischen Abendhimmels segelte (76.).

Hiernach bemühten sich die Hausherren wieder vermehrt um Spielkontrolle, was der Mancini-Truppe bis zum Schlusspfiff letztlich auch gelang. Somit feierte Italien einen weitestgehend ungefährdeten und keinesfalls unverdienten Sieg gegen Wales.

Im Achtelfinale treffen die Azzurri am Samstag (26. Juni, 21 Uhr) auf den Zweiten der Gruppe C, während es die Waliser wenige Stunden zuvor (18 Uhr) mit dem Zweiten der Gruppe B zu tun bekommen.

Die italienischen Fans im römischen Stadio Olimpico durften nach dem Abpfiff den souveränen Gruppensieg ihrer Squadra Azzurra bejubeln.
Die italienischen Fans im römischen Stadio Olimpico durften nach dem Abpfiff den souveränen Gruppensieg ihrer Squadra Azzurra bejubeln.  © Riccardo Antimiani/EPA Pool/dpa

Titelfoto: Bildmontage: Riccardo Antimiani/EPA Pool/dpa, Alberto Lingria/POOL Reuters/dpa

Mehr zum Thema Europameisterschaft: