Kaum zu glauben: Darum jubelte Italiens Elfmeter-Held Donnarumma erst gar nicht!

London - "It's coming to Rome", nur dass es die einen eben etwas eher realisierten, als der Andere. Gianluigi Donnarumma (22), seines Zeichens Elfmeter-Held der Italiener, wurde nicht zuletzt deswegen Spieler des Turniers - und hat dabei den Moment der Momente nach seiner Parade gegen den Engländer Bukayo Saka (19) völlig verpeilt.

Gianluigi Donnarumma (22) trabt davon, seine Teamkollegen holen den Ahnungslosen ein.
Gianluigi Donnarumma (22) trabt davon, seine Teamkollegen holen den Ahnungslosen ein.  © IMAGO / Poolfoto

"Entschuldigen Sie, ist das hier das EM-Finale?" - Gut, ganz so viel Christoph Kramer (30) steckt in "Gigi" nun nicht.

Der Mönchengladbacher hatte allerdings auch eine medizinisch nachvollziehbare Erklärung für seine ganz spezielle Frage während des WM-Finals 2014 im Maracanã-Stadion.

Donnarumma hingegen war schlicht und ergreifend verwirrt und hatte sich verzählt.

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Das gab er inzwischen öffentlich zu.

Nicht viele wunderten sich, als der Neu-Pariser den entscheidenden Elfmeter parierte und dann von dannen schlurfte, als wenn er sich um 7 Uhr morgens einen Espresso machen würde.

"Donna" hat sich im Elfmeter(ver)schießen gegen die "Three Lions" schlichtweg verzählt und dachte, dass nach dem Fehlschuss seines Landsmannes Jorginho die Messen gelesen und die Engländer Europameister wären.

"Ich war nach Jorginhos Elfmeter schon am Boden, weil ich dachte, wir haben verloren", so der 22-Jährige gegenüber der italienischen Gazzetta dello Sport. "Ich habe nicht sofort gejubelt, weil ich es nicht realisiert habe", fügte er an.

Gianluigi Donnarumma dachte, Italien habe verloren - "Dann habe ich überhaupt nichts mehr verstanden"

Alsbald realisierte er im Anschluss, dass Italien soeben Europameister wurde.
Alsbald realisierte er im Anschluss, dass Italien soeben Europameister wurde.

Entsprechend war er sogar überrascht, dass er gegen Saka überhaupt noch einmal ran musste.

Der 19-Jährige trat an und Donnarumma parierte. Seine Teamkollegen, der Stuff und die Tifosi im Stadion und zu Hause versetzte er damit in blanke Ekstase - ihm selber stand ein riesig großes Fragezeichen ins Gesicht geschrieben.

All denjenigen, die glaubten, dieser 22-Jährige scheint der kühlste und lässigste Hund auf Erden zu sein, nahm er nun den Wind aus den Segeln.

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Nix da coolster Jubel ever. Nach der Parade habe er "zum Schiedsrichter geschaut, um zu sehen, ob alles in Ordnung ist". "Dann habe ich meine Mitspieler auf mich zurennen sehen und überhaupt nichts mehr verstanden."

Erst als er unter der Traube seiner Mitspieler begraben wurde, dämmerte ihm, was gerade geschah.

Ein Fußballspiel dauert eben manchmal 120 Minuten plus Elfmeterschießen - im Falle von Gianluigi Donnarumma aber auch gern mal ein paar Augenblicke länger.

Titelfoto: IMAGO / Poolfoto

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