Markus Söder greift UEFA vor DFB-Spiel gegen England scharf an: "Nicht akzeptabel"

Von Marco Hadem, Christoph Trost, Michael Donhauser

München - Angesichts der Corona-Gefahr durch die Delta-Variante hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) die UEFA wegen der hohen Zuschauerzahlen bei der Europameisterschaft scharf kritisiert.

Angesichts der Corona-Gefahr durch die Delta-Variante hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) die UEFA entsprechend scharf kritisiert.
Angesichts der Corona-Gefahr durch die Delta-Variante hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) die UEFA entsprechend scharf kritisiert.  © Peter Kneffel/dpa

Die Entscheidungen der UEFA seien "null nachzuvollziehen", sagte Söder am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München.

"Das, was die UEFA jetzt macht, ist für mich nicht akzeptabel, dass einfach irgendwelche Zuschauerzahlen so imaginär erhöht werden, ohne Sinn und Zweck, dass dann sozusagen durch ganz Europa hier die Möglichkeit von Verbreitung besteht", führte der Ministerpräsident weiter aus.

Das sei "nicht sinnvoll", und es widerspreche dem Grundcharakter der EM, kritisierte Söder deutlich, nämlich "eine EM mit Freude und Vorsicht zugleich und eine EM mit gutem Gewissen" zu haben.

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Er drücke der deutschen Mannschaft die Daumen, sagte Söder mit Blick auf das Achtelfinale gegen England am Abend in London.

Als Fan könnte man sich zwar ärgern, dass die Zuschauerzahlen einseitig erhöht worden seien. Das werde die deutsche Nationalmannschaft wohl eher anspornen. Infektiologisch aber sei dies nicht nachvollziehbar, kritisierte er.

Bis zu 45.000 Fans sind am Dienstagabend (18 Uhr, ARD und Magenta TV) zugelassen. Für die Halbfinals und das Endspiel sollen sogar 60.000 Zuschauer in das Wembley-Stadion dürfen. Weil die Coronavirus-Zahlen durch die Delta-Variante zuletzt in Großbritannien wieder stiegen, ist der Schritt entsprechend umstritten.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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