Mit Zaubertor aus 50 Metern! Leverkusens Schick schießt Tschechien zum EM-Sieg gegen Schottland

Glasgow - Was für ein Traumtor von der Mittellinie! Der Bundesliga-Profi Patrik Schick hat Schottland die Stimmung bei der ersehnten Rückkehr auf die Bühne der Europameisterschaft verdorben. Der Leverkusener markierte beide Treffer beim 2:0-Sieg (1:0) für Tschechien!

Der große Matchwinner der Tschechien: Patrik Schick von Bayer 04 Leverkusen jubelt nach seinem zweiten Treffer des Tages!
Der große Matchwinner der Tschechien: Patrik Schick von Bayer 04 Leverkusen jubelt nach seinem zweiten Treffer des Tages!  © Andrew Milligan/PA Wire/dpa

Der Stürmer von Bayer 04 Leverkusen erzielte seine beiden Tore am Montag im Glasgower Hampden Park in der 42. und in der 52. Minute. Das zweite Tor beim Vorrundenstart wird in jedem Rückblick auf das Turnier zu sehen sein - eine Bogenlampe fast von der Mittellinie!

Trotz aufopferungsvollen Kampfes blieb die Hoffnung der Schotten auf einen erfolgreichen Auftakt in ihre erste Fußball-Europameisterschaft seit 1996 unerfüllt.

Vor dem britischen Duell am Freitag gegen England, das Kroatien 1:0 bezwungen hatte, sind die Chancen auf den ersten Einzug in eine K.o.-Runde rapide gesunken.

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Viel Herz und Leidenschaft reichte Schottland gegen die cleveren Tschechen nicht. Der besondere Augenblick der ersten Turnier-Teilnahme nach der WM 1998 war den Bravehearts aber in jeder Sekunde des Spiels anzumerken.

"Ich hoffe, dass wir die Nation inspirieren und die Leute glücklich machen", sagte Kapitän Andy Robertson. Zumindest zum Auftakt glückte das nicht, umso wichtiger wird jetzt das prestigeträchtige Duell im Londoner Wembley-Stadion.

Schottland feiert gegen Tschechien EM-Rückkehr, doch es half alles nichts gegen Patrick Schick

Nichts zu halten für Keeper David Marshall (2.v.l.): Nach einer Ecke köpft Tschechiens Patrik Schick (2.v.r) den Ball ins lange Eck und markiert damit das 1:0.
Nichts zu halten für Keeper David Marshall (2.v.l.): Nach einer Ecke köpft Tschechiens Patrik Schick (2.v.r) den Ball ins lange Eck und markiert damit das 1:0.  © Andrew Milligan/PA Wire/dpa

Dann müssen die Schotten mehr Klasse und vor allem Abschlussstärke zeigen. Gepusht von emotionalen Gesangseinlagen und Anfeuerungsrufen von 9847 Zuschauern hatte sich die Tartan Army aber gegen Tschechien leidenschaftlich präsentiert.

Gefährlich wurde es meist, wenn Liverpool-Star Robertson auf der linken Seite in Aktion trat. Sein Schuss von der Strafraumgrenze als größte schottische Chance vereitelte Tomas Vaclik (FC Sevilla) glänzend (32.).

Was Klopp-Schützling Robertson bei den Schotten war, war Herthas Vladimir Darida bei den Tschechen, die im Gegensatz zu den Briten seit 25 Jahren EM-Dauergast sind. Darida war Fixpunkt im Spiel der Gäste, doch er stand wie alle im Schatten von Schick.

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Der Leverkusener Schick präsentierte sich nicht nur wegen seiner Treffer stark. Zuvor scheiterte er mit einer Direktabnahme nur knapp an Schottlands Torhüter David Marshall, der als Elfmeterheld in den Playoffs die Endrunden-Teilnahme ermöglicht hatte (16.).

Beim platzierten Kopfball von Schick nach einer perfekten Flanke von Vladimir Coufal war Marshall dann machtlos (42.) - so stand es kurz vor der Pause 1:0!

Patrick Schick trifft mit einem genialen Distanzschuss zum 2:0 für Tschechien

Die Schotten versuchten vieles hatten den Tschechen nicht viel entgegenzusetzen.
Die Schotten versuchten vieles hatten den Tschechen nicht viel entgegenzusetzen.  © Stu Forster/Getty Pool/AP/dpa

Nach der kampfbetonten und insgesamt ausgeglichenen ersten Hälfte ging das Duell Marshall gegen Schick nach der Pause weiter.

Der Leverkusener prüfte den schottischen Schlussmann erneut (46.). Fast im Gegenzug meldete sich der Gastgeber zurück, als Jack Hendry aus 17 Metern die Latte traf (48.). Das legendäre Hampden Roar, das typische Raunen im Nationalstadion, erklang.

Und nachdem Vaclik so gerade noch mit einer Glanztat ein Eigentor durch Tomas Kalas verhindert hatte, kam die Kulisse nochmal mit Gänsehautatmosphäre zurück (49.).

Bis Schick erneut zuschlug. Der 25-Jährige erkannte beim genialen Distanzschuss, dass Marshall zu weit vor dem Tor stand. Er setzte damit die gute Tor-Bilanz der Bundesliga fort: Es war der achte Turniertreffer eines in Deutschland angestellten Profis. Und Polens Weltfußballer Robert Lewandowski vom FC Bayern kommt erst noch.

Ihrem Naturell entsprechend gab Schottland nicht auf. Stuart Armstrong (61.) und Lyndon Dykes konnten Sevillas Schlussmann Vaclik aber ebenfalls nicht überwinden (62./67.). Nachdem die Tartan Army im Herbst beide Nations-League-Duelle hatte gewinnen können, gab es diesmal den kräftigen Stimmungsdämpfer.

Titelfoto: Andrew Milligan/PA Wire/dpa

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