Parteiischer Kommentator bei Dänemark gegen Russland? ARD entschuldigt sich

Kopenhagen - Nach Vorwürfen der Parteilichkeit hat die ARD ihren EM-Reporter Tom Bartels (55) in Schutz genommen.

Die Freude bei den Dänen über den Einzug ins Achtelfinale war riesig. Für einige Zuschauer wurde das Fernsehvergnügen jedoch durch die nicht gerade neutrale Berichterstattung getrübt.
Die Freude bei den Dänen über den Einzug ins Achtelfinale war riesig. Für einige Zuschauer wurde das Fernsehvergnügen jedoch durch die nicht gerade neutrale Berichterstattung getrübt.  © Jonathan Nackstrand/Pool AFP via AP/dpa

Während des Gruppenspiels zwischen Dänemark und Russland am Montagabend hatten Zuschauer moniert, dass der 55 Jahre alte Kommentator des öffentlich-rechtlichen Senders hörbar mit den Dänen sympathisiert habe.

"Tom Bartels kommentiert die Spiele mit besten Wissen und Gewissen aus einer neutralen Perspektive. Dass das in manch einer emotionalen Situation gegebenenfalls nicht immer gelingt, bitten wir zu entschuldigen", twitterte die "Sportschau" in Reaktion auf eine der kritischen Stimmen.

Bartels kommt seit vielen Jahren bei großen Fußball-Turnieren am Mikrofon zum Einsatz.

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So hatte er für die ARD auch das WM-Finale 2014 mit dem 1:0-Sieg der deutschen Mannschaft gegen Argentinien durch das entscheidende Tor von Mario Götze kommentiert.

Dänemarks Nationalmannschaft hat bei dieser Europameisterschaft bei vielen Fans einen Sympathiebonus, nachdem Topstar Christian Eriksen (29) während des ersten Gruppenspiels gegen Finnland auf dem Rasen zusammengebrochen war.

Tweet der Sportschau: ARD entschuldigt sich, nimmt aber Tom Bartels auch in Schutz

Der 29-Jährige musste wiederbelebt werden, sein Team verlor die Partie danach mit 0:1. Durch das 4:1 gegen die Russen schaffte es die dänische Auswahl doch noch ins Achtelfinale. Eriksen hat das Krankenhaus inzwischen verlassen und erholt sich zu Hause in Odense von seinem dramatischen Herzstillstand.

Titelfoto: Jonathan Nackstrand/Pool AFP via AP/dpa

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