Proteste gegen LGBTQI+-Community erwartet: Polizei München trifft Vorkehrungen für EM-Spiel

München - Die Münchner Polizei bereitet sich auf möglichen Protest gegen die LGBTQI+-Community im Rahmen des dritten EM-Gruppenspiels von Deutschland gegen Ungarn am Mittwoch vor.

Kleine Geste mit großer Wirkung: Nationalkeeper Manuel Neuer (35) setzte mit einer Regenbogen-Armbinde beim EM-Spiel gegen Portugal ein klares Statement.
Kleine Geste mit großer Wirkung: Nationalkeeper Manuel Neuer (35) setzte mit einer Regenbogen-Armbinde beim EM-Spiel gegen Portugal ein klares Statement.  © Christian Charisius/dpa

Dabei hätten die Beamten ein besonderes Augenmerk auf rund 200 Anhänger der ungarischen Fußballnationalmannschaft aus "problematischeren Fanvereinigungen", sagte Polizeisprecher Andreas Franken am Dienstag.

Insgesamt rechne seine Behörde mit rund 2000 ungarischen Fans. Mehrere szenekundige Polizisten aus Ungarn unterstützten die rund 1500 bayerischen Beamten in dem Einsatz.

Franken stellte klar, dass gegen "rassistische und homophobe Inhalte" in oder außerhalb des Stadions konsequent eingeschritten werde.

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Die UEFA hatte am Dienstag bestätigt, dass das Münchner EM-Stadion nicht in den Regenbogenfarben als Zeichen für Toleranz und Gleichstellung erstrahlen wird. Dagegen kündigte der Lesben- und Schwulenverband Bayern für Mittwoch eine Demonstration an.

Hintergrund des geplanten Protestes ist ein Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität in Ungarn einschränkt und in der vergangenen Woche vom ungarischen Parlament gebilligt wurde.

Die Abkürzung LGBTQI+ steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, queere, Trans- und andere nicht-heterosexuelle Menschen beziehungsweise Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen gesellschaftlichen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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