Rassismus gegen Spieler beim Elfmeterschießen: FA und Boris Johnson verurteilen Attacken

Von Maximilian Haupt und Gregor Tholl

London - Nach rassistischen Beleidigungen gegen die beim Elfmeterschießen im EM-Finale erfolglosen Profis Bukayo Saka, Marcus Rashford und Jadon Sancho hat sich der englische Fußballverband gewehrt.

Englands Kalvin Phillips, (l.) und Luke Shaw, (r.), trösten ihren Mannschaftskameraden Bukayo Saka, nachdem dieser beim Elfmeterschießen einen Elfmeter nicht verwandeln konnte.
Englands Kalvin Phillips, (l.) und Luke Shaw, (r.), trösten ihren Mannschaftskameraden Bukayo Saka, nachdem dieser beim Elfmeterschießen einen Elfmeter nicht verwandeln konnte.  © Carl Recine/Pool Reuters/AP/dpa

"Die FA verurteilt alle Formen von Diskriminierung und ist erschüttert über den Rassismus online, der in den sozialen Netzwerken auf einige unserer England-Spieler zielt", hieß es in einer in der Nacht zu Montag verbreiteten Stellungnahme.

"Wir könnten nicht deutlicher machen, dass jeder, der hinter solch widerlichem Verhalten steckt, als Anhänger unseres Teams nicht willkommen ist. Wir werden tun, was wir können, um die betroffenen Spieler zu unterstützen und drängen zugleich auf die härtest möglichen Strafen für jeden, der verantwortlich ist", schrieb die FA weiter.

Nach Angaben der US-Nachrichtenagentur AP ermittelt die Londoner Polizei wegen "beleidigender und rassistischer" Nachrichten in den sozialen Netzwerken.

Widerlicher Facebook-Post: Gericht verurteilt England-Fan
Europameisterschaft Widerlicher Facebook-Post: Gericht verurteilt England-Fan

Der 19 Jahre alte Saka vom FC Arsenal hatte im verlorenen Finale gegen Italien den letzten Elfmeter vergeben. Zuvor hatten bereits der 23 Jahre alte Rashford von Manchester United und der 21 Jahre alte Sancho verschossen. Nur die beiden ersten Schützen Englands trafen ihre Versuche. Italien gewann das Elfmeterschießen 3:2.

Sancho und Rashford waren von Trainer Gareth Southgate erst kurz vor dem Ende der Verlängerung eingewechselt worden. Daran gab es auch von TV-Experten aus Deutschland Kritik.

Die Nationalmannschaft Englands war vor jedem Spiel bei der EM auf ein Knie gegangen, um gegen Rassismus und Diskriminierung zu protestieren.

Englischer Fußballverband äußert sich auf Twitter

Update, 8.45 Uhr: Auch Premier Boris Johnson verurteilt Rassismus

Nach rassistischen Beleidigungen gegen die beim Elfmeterschießen im EM-Finale erfolglosen Profis hat auch der britische Premierminister Boris Johnson (57) zu mehr Respekt gemahnt.

"Dieses England-Team verdient es, als Helden verehrt und nicht rassistisch beschimpft zu werden", twitterte der Regierungschef am Montagmorgen.

"Die Verantwortlichen für diese entsetzlichen Beschimpfungen sollten sich schämen."

Titelfoto: Carl Recine/Pool Reuters/AP/dpa

Mehr zum Thema Europameisterschaft: