Regenbogen-Kapitänsbinde von Manuel Neuer: Kein Ärger für den DFB!

München - Statement mit Folgen? Die Regenbogen-Kapitänsbinde von Nationaltorwart Manuel Neuer (35) ist ein Thema für die Europäische Fußball-Union (UEFA) geworden - allerdings nur kurzzeitig.

Die Regenbogen-Kapitänsbinde von Nationaltorwart Manuel Neuer (35) ist ein Thema für die Europäische Fußball-Union (UEFA) geworden.
Die Regenbogen-Kapitänsbinde von Nationaltorwart Manuel Neuer (35) ist ein Thema für die Europäische Fußball-Union (UEFA) geworden.  © Christian Charisius/dpa

RTL und ntv.de berichteten am Sonntag, die UEFA habe deshalb entsprechende Ermittlungen gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) aufgenommen.

Eine Quelle nannte die Mediengruppe nicht, DFB und UEFA reagierten zunächst nicht auf Anfragen.

Neuer hatte die Kapitänsbinde in beiden deutschen Spielen der EM 2020 gegen Frankreich (0:1) und gegen Portugal (4:2) jeweils in München getragen.

England-Fans blamieren sich immer weiter: Online-Petition für Final-Wiederholung?
Europameisterschaft England-Fans blamieren sich immer weiter: Online-Petition für Final-Wiederholung?

Grundsätzlich handelt die UEFA bei Botschaften abseits des Sportlichen sehr strikt.

Wer "Sportveranstaltungen für sportfremde Kundgebungen benutzt", verstößt laut den geltenden UEFA-Statuten eindeutig gegen die "Allgemeinen Verhaltensgrundsätze".

Die Proteste gegen Rassismus während der EM hatte der Dachverband zuletzt aber sogar begrüßt.

Seit einigen Tagen wird darüber diskutiert, ob das Münchner EM-Stadion beim Gruppenfinale am Mittwoch gegen Ungarn in Regenbogenfarben leuchten könnte - dies wird weiter vorangetrieben.

Einen entsprechenden Antrag will Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (63, SPD) an diesem Montag bei der UEFA stellen. Hintergrund ist ein vom ungarischen Parlament gebilligtes Gesetz, welches die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt.

UPDATE, 21 Uhr: UEFA stellt Überprüfung der Regenbogen-Kapitänsbinde ein

Die UEFA hat die kurzzeitige Überprüfung der von Neuer getragenen Binde abgeschlossen - ohne Beanstandung. Die Regenbogenbinde werde "als Zeichen der Mannschaft für Vielfalt und damit für 'good cause' bewertet", teilte der DFB via Twitter mit.

Viel Lärm um nichts? Oder doch ein Zeichen für zu viel UEFA-Bürokratie? "Die Regularien besagen, dass die offiziell von der UEFA bereitgestellte Binde getragen werden muss", hatte der DFB nur gut anderthalb Stunden vor der Entwarnung mitgeteilt, aber direkt auch darauf verwiesen, dass der Juni "auch im Sport im Zeichen von 'Pride'" stehe, "um sich für mehr Vielfalt stark zu machen". Daran beteilige sich der DFB.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

Mehr zum Thema Europameisterschaft: