UEFA im Corona-Machtkampf mit Großbritannien: Keine Quarantäne für VIPs, sonst EM-Finale weg!

London - Der Fußball hat keine Sonderrolle, oder doch? Die Europameisterschaft 2020 ist mit einem Jahr Verzögerung im vollen Gange, genau wie die Corona-Pandemie (eigentlich) auch noch. Die UEFA möchte nun eine Corona-Maßnahmen-Extrawurst von der Insel - und droht für den Fall der Fälle mit drastischen Konsequenzen.

Hier soll eigentlich das EM-Endspiel stattfinden: das Wembley-Stadion in London.
Hier soll eigentlich das EM-Endspiel stattfinden: das Wembley-Stadion in London.  © Mike Egerton/PA Wire/dpa

Wie die britische Times berichtet, will der europäische Fußballverband Ausnahmeregelungen für Sponsoren, Politiker, Medien- und Verbandsmitarbeiter erwirken.

Andernfalls würde man der englischen Hauptstadt London das Finalspiel der EM entziehen.

Statt dem Wembley wäre dann das Ferenc-Puskás-Stadion im ungarischen Budapest der Austragungsort für das Endspiel am 11. Juli.

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Während die Ungarn bei der Partie gegen Portugal in Budapest vor ausverkauftem Haus und somit über 67.000 Fußballfans ein wahres Fest feierten, steigen auf der Insel aufgrund der Delta-Variante die Infektionszahlen wieder an.

Trotz deutlicher Kritik an der vollen Bude in der Puskás-Arena wird es dort jedoch wohl auch weiterhin eine volle Auslastung des Stadions geben.

Großbritannien bleibt vorsichtig wegen der Delta-Variante, der UEFA ist's egal und macht Druck

Die UEFA, rund um Präsident Aleksander Čeferin (53) plant möglicherweise eine Verlegung des EM-Endspielstandortes.
Die UEFA, rund um Präsident Aleksander Čeferin (53) plant möglicherweise eine Verlegung des EM-Endspielstandortes.  © Laurent Gillieron/KEYSTONE/dpa

In Großbritannien gelten derweil auch weiterhin strengere Quarantäne-Regeln für Einreisende aus dem Ausland - auch aus Deutschland. Und das auch erst einmal weiter.

Ursprünglich war geplant, diese mit Beginn zum kommenden Montag aufzuheben. Im Hinblick auf das Infektionsgeschehen sowie der Ausbreitung der Virusvariante hat Premierminister Boris Johnson (56) dieses Vorhaben erst einmal auf Eis gelegt.

Ein Umstand, der der UEFA überhaupt nicht schmeckt. Und so sollen sie von den Briten fordern, für den VIP-Tross von etwa 2500 Personen diese Regelungen außer Kraft zu setzen, sollten sie bis zum Finale noch Bestand haben.

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Die Verbands-Bosse rund um Aleksander Čeferin (53) sollen, so das Blatt weiter, gleich mehrere Angebote anderer Städte haben, die das Endspiel austragen wollen.

Ob man die britische Regierung damit nur unter Druck setzen und zum Einknicken bringen will, oder ob die Planungen tatsächlich dahingehend vorangetrieben werden, ist bislang noch nicht ganz klar.

Titelfoto: Mike Egerton/PA Wire/dpa , Laurent Gillieron/KEYSTONE/dpa

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