RB-Star Forsberg und Schweden nach EM-Krimi raus! Ukraine fordert England

Glasgow (Schottland) - Was für ein Krimi! Nach intensiven 120 Minuten hat sich die Ukraine erst in der Verlängerung mit 2:1 (1:1/1:1/1:1) gegen die Schweden durchgesetzt.

Eiskalt: Oleksandr Zinchenko jubelt nach seinem Führungstor zum 1:0.
Eiskalt: Oleksandr Zinchenko jubelt nach seinem Führungstor zum 1:0.  © Jane Barlow/PA Wire/Dpa

Vor 12.000 Zuschauern im Hampden Park brachte Oleksandr Zinchenko die Ukraine mit 1:0 in Führung (27. Minute), bevor Emil Forsberg zum 1:1 ausglich (43.). Artem Dovbyk erzielte spät das goldene Tor zum 2:1 (120.+1). Davor flog Marcus Danielson mit einer Roten Karte vom Platz (99.).

Schwedens Trainer Janne Andersson vertraute bei diesem Achtelfinale derselben Elf wie beim 3:2-Sieg gegen Polen.

Ukraine-Coach Andriy Shevchenko reagierte dagegen auf die 0:1-Pleite gegen Österreich und veränderte die Startaufstellung auf zwei Positionen: Serhiy Kryvtsov und Taras Stepanenko begannen für Witalij Mykolenko und Ruslan Malinowskyj.

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Es war in der ersten Hälfte eine Partie auf Augenhöhe. Die Teams tasteten sich vorsichtig ab und warteten jeweils auf Fehler des Gegners. Von Mut war dementsprechend zunächst nichts zu spüren.

Die erste Gelegenheit hatte Roman Yaremchuk, der durch einen feinen Doppelpass mit Ex-BVB-Star Andrij Jarmolenko über die rechte in den Strafraum eindrang. Den Abschluss parierte Schwedens Schlussmann Robin Olsen jedoch ohne Probleme (11.).

So ging Schweden gegen die Ukraine ins Spiel

Die Aufstellung der Ukraine gegen Schweden

Oleksandr Zinchenko bringt die Ukraine in Führung, Schwedens Emil Forsberg gleicht aus

Verdienter Ausgleichstreffer! Schweden feiert den Torschützen: RB-Leipzig-Star Emil Forsberg (2.v.l.).
Verdienter Ausgleichstreffer! Schweden feiert den Torschützen: RB-Leipzig-Star Emil Forsberg (2.v.l.).  © Andy Buchanan/Pool AFP/dpa

Auf der anderen Seite war es Ex-BVB-Stürmer Alexander Isak, dessen Schuss knapp am rechten Pfosten vorbeizischte (19.).

Dann gingen die Ukrainer mit einem Traumtor in Führung: Jarmolenko brachte die Kugel wunderschön mit dem Außenrist von der rechten Strafraumseite auf die linke, an der Zinchenko lauerte, der per Dropkick ins lange Eck zum 1:0 einnetzte (27.).

Doch die Skandinavier ließen sich von eiskalten Osteuropäern nicht beeindrucken und spielten einfach weiter. Im direkten Gegenzug zum Tor war es Sebastian Larsson, der mit einem Freistoß aus halbrechter Position den ukrainischen Keeper prüfte. Doch Heorhiy Bushchan war auf dem Posten und fischte die Kugel aus dem unteren rechten Eck (30.).

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Kurz vor der Pause machte es Forsberg besser. Der Bundesliga-Star von RB Leipzig kam plötzlich aus zentraler Position zum Abschluss und zimmerte den Ball aus 17 Metern ins linke Eck zum 1:1-Halbzeitstand.

Andrij Jarmolenko und Forsberg drücken dem Spiel ihren Stempel auf

Die Schweden schwören sich auf die Verlängerung ein.
Die Schweden schwören sich auf die Verlängerung ein.  © Andrew Milligan/PA Wire/dpa

Zur zweiten Hälfte erhöhten die Teams das Tempo gewaltig und so spielten sie sich auch mehr Chancen heraus.

In der 55. Minute war es einmal mehr Jarmolenko, der über die rechte Seite stürmte und mit Übersicht in den Rückraum ablegte. Von dort hämmerte Serhiy Sydorchuk an den rechten Außenpfosten - Glück für die Schweden.

Doch auch die Andersson-Mannen hatten jetzt mehr Spaß am Offensiv-Kick. Vor allem Forsberg, der nun von Isak bedient wurde. Der RB-Star schoss aus halblinker Position aufs Tor, doch die Kugel prallte nur an den rechten Pfosten (56.).

Einige Minuten später trumpfte Forsberg wieder auf. Der Blondschopf zog von links nach innen und schoss mit rechts aus der Distanz aufs Tor - diesmal traf er die Latte (69.). Die Schlussphase der regulären Spielzeit bestimmten zwar die Schweden, doch der entscheidende Treffer blieb ihnen verwehrt, sodass es in die Verlängerung ging.

Marcus Danielson fliegt mit Rot vom Platz, Artem Dovbyk erzielt goldenen Treffer

Nach unglücklichem Foul: Schwedens Marcus Danielson geht nach der Roten Karte vom Platz.
Nach unglücklichem Foul: Schwedens Marcus Danielson geht nach der Roten Karte vom Platz.  © Andrew Milligan/PA Wire/dpa

In der Verlängerung fehlte den Mannschaften sichtlich die Kraft. Dies war auch in dieser unglücklichen Szene zu spüren: Danielson ging mit gestrecktem Bein zum Ball und traf dabei neben dem Spielgerät auch Besyedin heftig am Knie (99.).

Nach Einsatz des VAR entschied sich Schiedsrichter Daniele Orsato für die Rote Karte.

Beide Teams schienen sich jetzt ins Elfmeterschießen zu schleppen, doch dann schlug die Ukraine doch noch zu: Zinchenko flankte von links ins Zentrum, dort stand Dovbyk goldrichtig und köpfte zum 2:1-Endstand ein (120.+1).

Es war der Wahnsinns-Abschluss einer über weite Strecken äußerst intensiven Partie.


Artem Dovbyk (r.) erzielte spät das goldene Tor zum 2:1 und lässt seiner Freude freien Lauf.
Artem Dovbyk (r.) erzielte spät das goldene Tor zum 2:1 und lässt seiner Freude freien Lauf.  © Andrew Milligan/PA Wire/dpaAndrew Milligan/PA Wire/dpa

Im Viertelfinale geht es für die Ukraine nun gegen England, das sich zuvor im Achtelfinale gegen Deutschland durchgesetzt hatte.

Titelfoto: Andrew Milligan/PA Wire/dpaAndrew Milligan/PA Wire/dpa

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