VAR-Schock für die Schweiz! Eidgenossen trotz Breel Embolos Tor nur Remis gegen Wales

Baku - Sie jubelten schon! Doch ein spätes Tor von Mario Gavranovic zählte wegen einer hauchzarten Abseitsposition nach VAR-Eingreifen nicht. So verpasste die Schweiz den angepeilten Auftaktsieg bei der Europameisterschaft 2020 und spielte nur 1:1 (0:0) gegen Wales.

Haris Seferovic (2.v.r.) wütet! Der frühere Stürmer von Eintracht Frankfurt vergab in der ersten Halbzeit gleich drei Gelegenheiten für die Schweiz.
Haris Seferovic (2.v.r.) wütet! Der frühere Stürmer von Eintracht Frankfurt vergab in der ersten Halbzeit gleich drei Gelegenheiten für die Schweiz.  © dpa/Jean-Christophe Bott/KEYSTONE

Die Tore vor gut 30.000 Zuschauern im Olympiastadion Baku erzielten Breel Embolo zum 1:0 für die Schweiz (49. Minute) und Kieffer Moore zum 1:1 für Wales (74.).

In der Anfangsphase mussten sich beide Teams erstmal finden. Die Zuschauer, deren MagentaTV-Livestream versagte, verpassten nichts.

Erst nach einer Viertelstunde gab es den ersten Höhepunkt. Der walisische 1,95-Meter-Sturmtank Moore köpfte eine Flanke von Daniel James von der linken Seite in der Rückwärtsbewegung aufs Tor, bekam Druck auf den Ball, konnte ihn aber nicht perfekt platzieren, sodass Yann Sommer den Versuch über die Latte lenken konnte (15.). Klasse Aktion des Keepers von Borussia Mönchengladbach!

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Die Eidgenossen taten sich hingegen einige Zeit schwer, die stabile Defensive des kampfstarken Kontrahenten zu knacken. Vor allem Tempo und Genauigkeit fehlten der Nati, auch die Laufwege wirkten noch nicht perfekt abgestimmt.

So musste eine Standardsituation für ihr erstes Offensivhighlight herhalten: Fabian Schär verlängerte eine Ecke von Xherdan Shaqiri mit der Hacke aufs Tor, wo Danny Ward hellwach war und das Leder reaktionsschnell abwehrte (20.).

Nun war die mit (Ex-)Bundesliga-Profis gespickte Mannschaft aber in der Begegnung angekommen. Erst fehlte Granit Xhaka (24.) und dann auch Haris Seferovic gleich dreimal das Zielwasser (27./41./45.+1).

Startelf von Wales für das EM-Gruppenspiel gegen die Schweiz

Anfangsformation von der Schweiz für das EM-Gruppenspiel gegen Wales

Breel Embolo köpft die Schweiz gegen Wales hochverdient in Führung

Da kann Connor Roberts (2.v.r.) ziehen und zerren, wie er will! Breel Embolo (2.v.l.) steht stabil in der Luft und köpft aus fünf Metern zum 1:0 für die Schweiz ein.
Da kann Connor Roberts (2.v.r.) ziehen und zerren, wie er will! Breel Embolo (2.v.l.) steht stabil in der Luft und köpft aus fünf Metern zum 1:0 für die Schweiz ein.  © dpa/Naomi Baker/Getty Pool/AP

Zwar war die Rollenverteilung nicht ganz so klar wie beim Eröffnungsspiel zwischen Italien und der Türkei (3:0), weil Wales sich zumindest ab und an mal in die gegnerische Hälfte wagte. Doch meist reagierten "die Drachen" nur, waren insgesamt zu passiv und hatten Glück, dass die Schweiz ihre Überlegenheit noch nicht in Tore ummünzen konnte. Daher blieb es zur Pause beim 0:0.

Im zweiten Abschnitt hatten die Eidgenossen die erste Möglichkeit, weil sich Embolo stark gegen mehrere Kontrahenten behauptete und dann abschloss, aber Ward lenkte die Kugel hervorragend zur Ecke ab (49.).

Diese schlug "Kraftwürfel" Shaqiri mit viel Schnitt an die Fünf-Meter-Raum-Kante, wo Embolo gegen Connor Roberts stabil blieb und per Aufsetzer aus fünf Metern links unten einköpfte - 1:0 für die Schweiz durch den Gladbacher Stürmer (49.)!

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Anschließend erhöhte Wales das Risiko ein wenig und tauchte etwas öfter im Nati-Strafraum auf, kam allerdings noch nicht entscheidend zum Abschluss. Erst Ben Davies ließ einen Strahl los, den Seferovic jedoch über die Latte lenkte (60.).

Dann sauste ein effetvoller Freistoß von Aaron Ramsey an allen Spielern vorbei - aber auch um einen Meter am langen Pfosten (64.)! Sommer pustete kräftig durch.

Breel Embolo (M.) bejubelt seinen Führungstreffer!
Breel Embolo (M.) bejubelt seinen Führungstreffer!  © dpa/Naomi Baker/Getty Pool/AP

Kieffer Moore gleicht für Wales gegen die Schweiz aus

Überraschend, aber in dieser Phase verdient: Kieffer Moore (r.) köpft zum 1:1 für Wales ein.
Überraschend, aber in dieser Phase verdient: Kieffer Moore (r.) köpft zum 1:1 für Wales ein.  © dpa/Dan Mullan/Getty Pool/AP

Kieffer Moore gleicht für Wales aus, VAR-Schock für die Schweiz: Tor von Mario Gavranovic zählt nicht!

Kieffer Moore jubelt! Für seinen Verein, den englischen Zweitligisten Cardiff City FC, netzte er in der abgelaufenen Saison in 42 Einsätzen 20-mal ein und gab zwei Vorlagen. Nun bescherte er Wales mit seinem ersten EM-Tor einen Punkt gegen die Schweiz.
Kieffer Moore jubelt! Für seinen Verein, den englischen Zweitligisten Cardiff City FC, netzte er in der abgelaufenen Saison in 42 Einsätzen 20-mal ein und gab zwei Vorlagen. Nun bescherte er Wales mit seinem ersten EM-Tor einen Punkt gegen die Schweiz.  © dpa/Darko Vojinovic/AP Pool

Auf der anderen Seite war es der groß auftrumpfende Embolo, der die nächste Möglichkeit hatte. Der wuchtige Angreifer schlenzte allerdings vorbei (65.).

Doch die Nati war in dieser Phase nun merkwürdig verhalten und kraftlos. Das spürten die Drachen und bestraften das wenig später! Moore köpfte eine Flanke von Joe Morrell aus dem Halbfeld wuchtig in die rechte Ecke ein - 1:1, Wales war zurück in der Partie (74.)!

Die Eidgenossen versuchten nun wieder aus dem Verwaltungsmodus herauszufinden, was ihnen auch gelang. Der kurz zuvor eingewechselte Mario Gavranovic schoss eine Kopfballablage von Embolo aus wenigen Metern frei stehend ein - stand jedoch knapp im Abseits, weshalb das späte Tor nicht zählte (86.)!

Die Nati ruckte aber weiter an. So scheiterte der extrem präsente Embolo mit seinem Kopfball am weiter sehr gut aufgelegten Ward (90.). Daher blieb es am Ende beim 1:1. Für die Schweiz ein enttäuschendes Ergebnis. Denn nun steht man gegen zwei vermutlich stärkere Gegner erheblich unter Druck!

Für Wales geht es am Mittwoch (18 Uhr) gegen die Türkei weiter, während die Schweiz drei Stunden später gegen Italien antritt.

Titelfoto: dpa/Jean-Christophe Bott/KEYSTONE

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