Viktor Orban sagt Reise zum EM-Spiel nach München ab und mahnt die deutsche Politik

München - Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban (58) hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine Reise zum EM-Spiel zwischen Deutschland und Ungarn am (heutigen) Mittwoch (21 Uhr/ZDF und Magenta TV) abgesagt.

Viktor Orban (58), Ministerpräsident von Ungarn, wird nicht zum EM-Spiel nach München anreisen.
Viktor Orban (58), Ministerpräsident von Ungarn, wird nicht zum EM-Spiel nach München anreisen.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Offizielle Informationen dazu lagen zunächst nicht vor. Vor dem abschließenden Gruppenspiel hatte es heftige Debatten über das UEFA-Verbot für eine Beleuchtung der Münchner EM-Arena in Regenbogenfarben gegeben.

Die Europäische Fußball-Union UEFA hatte einen Antrag von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (63, SPD) abgelehnt.

Sie sei "aufgrund ihrer Statuten eine politisch und religiös neutrale Organisation. Angesichts des politischen Kontextes dieser speziellen Anfrage - eine Botschaft, die auf eine Entscheidung des ungarischen Parlaments abzielt - muss die UEFA diese Anfrage ablehnen", teilte sie mit.

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Hintergrund des geplanten Regenbogen-Protestes ist ein Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität in Ungarn einschränkt und in der vergangenen Woche vom ungarischen Parlament gebilligt wurde.

Das Gesetz gilt als besonderes Anliegen von Ministerpräsident Orban.

Update, 9.29 Uhr: Orban mahnt deutsche Politik: Regenbogen-Verbot bei EM akzeptieren

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hat an die deutsche Politik appelliert, das UEFA-Verbot für eine Beleuchtung des Münchner EM-Stadions in Regenbogenfarben zu akzeptieren.

"Ob das Münchner Fußballstadion oder ein anderes europäisches Stadion in Regenbogenfarben leuchtet, ist keine staatliche Entscheidung", sagte Orban am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Auch in Budapest gehören Orban zufolge "die Regenbogenfarben selbstverständlich zum Straßenbild".

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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