Ex-Bundesliga-Star rappt über sein Leben: Hip-Hop-Album als Autobiografie

Istanbul - Oranje-Stürmer Ryan Babel (34) kickte während seiner Karriere schon beim FC Liverpool, der TSG 1899 Hoffenheim und Ajax Amsterdam, doch der Niederländer hat neben dem Fußball noch eine andere Leidenschaft: Hip-Hop.

Ryan babel (34, r.) bei der EM-Qualifikation gegen Thilo Kehrer (25) und die deutsche Nationalmannschaft 2019. Für die Elftal erzielte der Flügelflitzer zehn Treffer. (Archivfoto)
Ryan babel (34, r.) bei der EM-Qualifikation gegen Thilo Kehrer (25) und die deutsche Nationalmannschaft 2019. Für die Elftal erzielte der Flügelflitzer zehn Treffer. (Archivfoto)  © Federico Gambarini/dpa

Deswegen veröffentlichte der 34-jährige Angreifer von Galatasaray Istanbul seine Autobiografie kürzlich als Rap-Album.

Wie der 69-fache Nationalspieler der Elftal gegenüber dem Guardian verriet, sei er bereits vor zwei Jahren von einem Journalisten gefragt worden, ob er seine Lebensgeschichte nicht schriftlich festhalten möchte.

Damals sei ihm der Zeitpunkt zunächst jedoch zu früh vorgekommen. Während des ersten Corona-Lockdowns habe den Flügelstürmer dann aber die Langeweile gepackt und er kam auf die Idee, seine Story einfach einzurappen.

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Das Ergebnis heißt "The Autobiography - Chapter 1", umfasst acht Tracks und erschien am 26. November. In dem vorab veröffentlichten Song "Open Letter" geht es bereits ordentlich zur Sache.

Darin beschreibt der Rechtsfuß sein Verhältnis zu Rafa Benitez (61), erzählt wie Ex-FC-Bayern-München-Trainer Louis van Gaal (70) nicht an ihn geglaubt hat und disst seinen ehemaligen Teamkollegen und früheren FC-Schalke-04-Aketur Ibrahim Afellay (35).

"Mir war bewusst, dass ich ein paar unangenehme Sachen teilen muss, wenn ich es authentisch machen will", so Babel.

Die Single "Open Letter" von Ryan Babel kann man sich auf YouTube anhören

Rap und Fußball: Ryan Babel gründete schon früh sein eigenes Label

Ryan Babel (34) bastelt an seinen Tracks. Der Fußballprofi stieg schon früh ins Musik-Business ein.
Ryan Babel (34) bastelt an seinen Tracks. Der Fußballprofi stieg schon früh ins Musik-Business ein.  © Screenshot/Instagram/ryanbabel

Das Feld der Musik ist dabei keineswegs neu für den Wandervogel aus Amsterdam. Der Offensivkünstler interessierte sich bereits in jungen Jahren für Hip-Hop, doch da der Fußball den größten Teil seiner Zeit in Anspruch nahm, griff er nur selten selbst zum Mikrofon.

Stattdessen gründete er schon im Alter von 22 Jahren ein Plattenlabel und unterstützte andere Musiker als Produzent. Gelegentlich wurde er auch höchstpersönlich aktiv, wie zum Beispiel 2008, als er mit dem niederländischen Rapper Darryl (34) den Song "Eeyeeyo" herausbrachte.

2010 entstand zusammen mit den Profikollegen Leroy Fer (31), Vurnon Anita (32) und Mitchel Burgzorg (34) ein Remix des Drake-Hits "Forever" mit dem Titel "Misgunners".

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Babel ist längst nicht der einzige rappende Fußballer: Auch FC-Barcelona-Star und Oranje-Kamerad Memphis Depay (27) kann man auf Spotify bewundern. Aus der Bundesliga findet man Tracks von und mit Kevin-Prince Boateng (34) von Hertha BSC, dem Ex-Münchner und Real-Madrid-Neuzugang David Alaba (29) und dem früheren Bayer-04-Leverkusen-Stürmer Josip Drmic (29).

Ryan Babel spielte für Ajax Amsterdam, TSG 1899 Hoffenheim und den FC Liverpool

Der Fall eines Supertalents: Bei der TSG 1899 Hoffenheim konnte Ryan Babel (34) nach seinem Wechsel für sieben Millionen Euro nie überzeugen. (Archivfoto)
Der Fall eines Supertalents: Bei der TSG 1899 Hoffenheim konnte Ryan Babel (34) nach seinem Wechsel für sieben Millionen Euro nie überzeugen. (Archivfoto)  © Uwe Anspach dpa

Die musikalische Biografie dürfte zahlreiche pikante Details beinhalten, denn der technisch versierte Strümer hat in seiner Laufbahn schon einiges erlebt.

Babels Reise startete in der Jugendabteilung von Ajax Amsterdam, wo er als Riesentalent galt und unter Marco van Basten (56) außerdem zum jüngsten Torschützen im niederländischen Nationaltrikot wurde.

2007 ging es für 17 Millionen Euro auf die Insel zum FC Liverpool, doch in der Premier League wollte der Knoten einfach nicht platzen, in 146 Partien erzielte er 22 Treffer und verteilte 18 Assists.

Deshalb beschloss er 2011 seine Karriere in Hoffenheim wieder in die Spur zu bringen, doch der Wechsel in den Kraichgau stellte sich als großes Missverständnis heraus. Der Edeltechniker konnte die hohen Erwartungen nie erfüllen und traf in 51 Begegnungen nur sechs Mal.

Anschließend kam der mittlerweile 34-Jährige gut rum, spielte bei Kasimpasa und Besiktas Istanbul in der Türkei, beim al-Ain FC in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Deportivo La Coruna in Spanien und dem FC Fulham in England.

Auch wenn Babel sein Potential vielleicht nie voll ausschöpfen konnte, kehrte er 2017 nach sechs Jahren ohne Einsatz ins Nationalteam zurück und feierte mit Galatasaray in der vergangenen Saison die Vizemeisterschaft der Süper Lig.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

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