Sind die ostdeutschen Traditionsvereine noch zu retten?

Leipzig - Die SG Dynamo Dresden und der FC Carl Zeiss Jena kicken in der nächsten Saison eine Liga tiefer. Auch dem FSV Zwickau oder dem Chemnitzer FC wird dieses Schicksal am heutigen Samstag ereilen, andere konnten sich auf der Zielgeraden vor dem drohenden Abstieg retten. Seit Jahren gibt es dieses traurige Negativbild der Ostvereine. Doch wie ist es zu ändern? 

Sascha Horvath (23, l.) und Marco Hartmann (32) stiegen mit Dynamo Dresden aus der 2. Bundesliga ab.
Sascha Horvath (23, l.) und Marco Hartmann (32) stiegen mit Dynamo Dresden aus der 2. Bundesliga ab.  © Lutz Hentschel

Dieser und vielen anderen Fragen wird sich am Montagabend ab 22.10 Uhr die MDR-Sendung "Fakt ist!" widmen. 

In einer regen Diskussionsrunde geht es um die Rettung der ostdeutschen Vereine, dem Grund, weshalb nur noch zwei in den obersten beiden Ligen vertreten sind, die Chance auf dauerhafte Etablierung in der 1. und 2. Bundesliga und möglichen Maßnahmen durch Politiker und Fußballverantwortliche. 

Eine Möglichkeit gegen Abstiege und Insolvenzen sieht Prof. Christoph Breuer (49) in geschlossenen Ligen ohne Auf- und Abstieg. "Diese wären ein Segen für den ostdeutschen Fußball", so der Sportökonom von der Deutschen Sporthochschule Köln.

Ihm zufolge stimme die finanziell benötigte Basis nicht, die Preise im Profifußball seien enorm gestiegen. Ohne starke Investoren, die sich dauerhaft an einen Verein binden, könne praktisch kein Club mithalten, so Breuer. 

DFB-Präsident Keller sieht kein reines Ost-West-Problem

Mit einem Sieg bei Waldhof Mannheim am heutigen Samstag hätte der FSV Zwickau (hier Maurice Hehne, 23) den Klassenerhalt sicher in der Tasche.
Mit einem Sieg bei Waldhof Mannheim am heutigen Samstag hätte der FSV Zwickau (hier Maurice Hehne, 23) den Klassenerhalt sicher in der Tasche.  © Picture Point/Gabor Krieg

In die Debatte um die Klubs der neuen Bundesländer mischte sich auch der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Fritz Keller (63) ein. 

Er bedauert zwar, dass wenige Ostvereine in der 1. und 2. Bundesliga vertreten sind. Ein reines Ost-West-Problem sei es aber nicht, da auch westdeutsche Traditionsvereine schlecht dastehen. 

Auch Holger Stahlknecht (55, CDU) wird mitdebattieren. Der Sportminister Sachsen-Anhalts sieht hingegen den DFB und die DFL in der Mitverantwortung. Allein schon aufgrund der treuen Fans dürfen ihm zufolge die Ostklubs nicht auf die schiefe Bahn geraten. 

"Die Erwartungen passen nicht zu den Möglichkeiten", sagt Chris Förster (48), Geschäftsführer des in die Regionalliga abgestiegenen FC Carl Zeiss Jena. 

Für einen Verein sei die dritte Liga genauso teuer wie die zweite, die aber logischerweise viel höhere Einnahmen bringt. Förster sagt, dass zwar viele Teams in die dritte Liga wollen, aber nur, um schnellstmöglich auch in die zweite aufzusteigen. Dies berge hohe Verschuldungsrisiken.

Was die Runde noch zu sagen hat, seht Ihr am Montagabend ab 22.10 Uhr im MDR-Fernsehen. 

Titelfoto: Bildmontage: Lutz Hentschel, Picture Point/Gabor Krieg

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