Corona-Krach bei Barca: Spieler schlagen Gehaltseinbußen aus, jetzt greift der Klub durch!

Barcelona - In der Fußball-Bundesliga gibt es eine Solidaritätswelle. Beinahe flächendeckend verzichten Spieler großzügig auf ihr Gehalt, die vier Champions-League-Klubs stellen einen 20-Millionen-Topf für schwächere Vereine bereit (TAG24 berichtete). Es geht aber auch anders, wie man am Beispiel des FC Barcelona sieht.

Lionel Messi und sein Team haben sich nicht auf den Deal mit dem FC Barcelona eingelassen. Dieser setzt nun geltendes Recht um.
Lionel Messi und sein Team haben sich nicht auf den Deal mit dem FC Barcelona eingelassen. Dieser setzt nun geltendes Recht um.  © Manu Fernandez/AP/dpa

Der Spielbetrieb in LaLiga setzt genauso aus, wie in der deutschen Bundesliga. Wie die Stars hierzulande sitzen auch die Kicker der Primera Division zu Hause und halten sich fit.

Doch auf ihr fürstliches Gehalt verzichten? Davon halten die Stars der Katalanen nicht sonderlich viel. Diesbezügliche Gespräche mit dem Verein verliefen im Sand. Eine Einigung wurde nicht erzielt.

Nun setzt der Klub sein Ansinnen durch, ohne die Zustimmung der Spieler! Ohne Konsens, ohne Deal, es wird nun einfach gekürzt.

FC Barcelona macht Ernst und kürzt den Lohn der Kicker

Ist erst kürzlich Papa geworden: Barca-Keeper Marc-Andre ter Stegen. Finanziell dürfte er sich jedoch die ein oder andere Rücklage geschaffen haben.
Ist erst kürzlich Papa geworden: Barca-Keeper Marc-Andre ter Stegen. Finanziell dürfte er sich jedoch die ein oder andere Rücklage geschaffen haben.  © Marius Becker/dpa

Wie unter anderem die "Marca" berichtet, machen die Blaugranas nun vom sogenannten ERTE (expedientes de regulación de empleo temporal) Gebrauch. Spielern und Mitarbeitern werden entsprechend die Arbeitszeit und folglich auch der Lohn gekürzt.

Die Begründung des 26-fachen spanischen Meisters liegt auf der Hand. Das Coronavirus und die daraus entstehenden finanziellen Löcher, machen auch vor dem großen FC Barcelona nicht halt.

Nachdem der Versuch, sich mit den Stars um Kapitän Lionel Messi auf ein Modell zu einigen, scheiterte, machen die Vereinsbosse nun ernst und vom spanischen Recht Gebrauch. 

Demnach ist es den Verantwortlichen gestattet, zu derartigen Mitteln zu greifen, wenn "im Falle höherer Gewalt" eine finanzielle Schieflage droht oder herbeigeführt wurde.

Zugegebenermaßen ist die den spanischen Medien durchgesickerte und vom Verein angebotene Gehaltskürzung von satten 70 % für die Spieler kein Pappenstil. Wohl auch deshalb haben sich die Stars quergestellt. 

Lionel Messi spendete privat eine Million Euro

Auch Gerard Pique, der zum Mannschaftsrat der Katalanen gehört, war mit dem Angebot seiner Bosse nicht einverstanden.
Auch Gerard Pique, der zum Mannschaftsrat der Katalanen gehört, war mit dem Angebot seiner Bosse nicht einverstanden.  © Xavier Bonilla/gtres/dpa

Ob die durch ERTE erzeugte Kürzung des Gehaltes darüber oder darunter liegt, ist derzeit nicht bekannt.

Laut spanischem Recht ist es den Spielern möglich, die Entscheidung des Vereins binnen 20 Tagen anzufechten.

Kommt es jetzt zum Eklat zwischen Spielern und Verein? Und warum führte bislang kein Weg zu einer einvernehmlichen Lösung? 

Möglicherweise, weil die Verantwortlichen des Klubs von ihren 70 Prozent nicht abrücken wollten. 

Darüber hinaus hat unter anderem Lionel Messi privat bereits insgesamt eine Million Euro an zwei verschiedene Einrichtungen in Barcelona und seiner Heimat Argentinien gespendet. 

Gut möglich, dass die Spieler das starre Festhalten an den 70 Prozent verärgert hat, eine flexible Lösung unter Rücksichtnahme privater Spenden war scheinbar nicht im Ansinnen des Vereins.

Die Spieler des FC Barcelona sind nach Berechnung von "Sport Intelligence" die Bestbezahltesten im Fußball. Im Schnitt verdient hier jeder Profi etwa 10,9 Millionen Euro im Jahr. Es bleibt spannend zu beobachten, wie es rund um den FC Barcelona und der Gehaltsposse weitergeht.

+++ Mehr Infos im Coronavirus-Liveticker +++

Titelfoto: Manu Fernandez/AP/dpa ; Marius Becker/dpa ;: Xavier Bonilla/gtres/dpa

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