1. FC Magdeburg erlebt turbulente Tage: Manager entmachtet und Trainer geschwächt

Magdeburg - Der 2019 anvisierte Wiederaufstieg des 1. FC Magdeburg in den nächsten zwei bis drei Jahren ist beim Schlusslicht kein Thema mehr. In Zeiten des Coronavirus ist der Drittligist finanziell und vor allem sportlich im Überlebenskampf.

Magdeburgs Sirlord Conteh (24) nach der Niederlage im Pokal gegen Darmstadt. Der Anfang einer jetzt schon schwierigen Saison.
Magdeburgs Sirlord Conteh (24) nach der Niederlage im Pokal gegen Darmstadt. Der Anfang einer jetzt schon schwierigen Saison.  © Swen Pförtner/dpa

Sportlich führungslos steht dem Drittliga-Schlusslicht 1. FC Magdeburg nach sechs Niederlagen in acht Spielen das Wasser bis zum Hals. Nun wartet am Samstag an der Elbe mit Meister FC Bayern II die nächste schwierige Aufgabe für den Club, der bereits drei Heimniederlagen verbuchen musste. 

Sportchef Mario Kallnik (46) musste nun eingestehen, "dass eine sportliche Trendwende trotz aller intensiver Bemühungen nicht gelungen" ist. Das Eingeständnis des 46 Jahre alten Funktionärs, der mit den Gesprächen und Maßnahmen im Team offenbar gescheitert ist, macht die Lage noch brisanter.

Vor allem der von ihm verpflichtete Trainer Thomas Hoßmang (53) wurde quasi geschwächt, nachdem Kallnik die vom Coach vorgenommene Suspendierung der Routiniers Sören Bertram und Jürgen Gjasula öffentlich erklärte, obwohl dieser an seiner Seite saß. 

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Das erkannte wohl auch das Kontrollgremium im Verein und gab danach die Entmachtung des bislang tonangebenden Sportchefs bekannt (TAG24 berichtete). "Die schlechte sportliche Entwicklung der vergangenen Wochen erfordert jetzt aber eine zeitnahe Lösung", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Lutz Petermann, der bereits Kontakte zu einem Nachfolger bestätigte. 

"Wir sind in Gesprächen mit potenziellen Kandidaten und werden in den nächsten Tagen an die Öffentlichkeit gehen", sagte Petermann.

Für Hoßmang nur eine Lösung: Punkten!

Kallnik (46) ist nach dem Absturz des 1. FC Magdeburg ans Tabellenende der 3. Fußball-Liga nicht länger sportlicher Leiter des Vereins.
Kallnik (46) ist nach dem Absturz des 1. FC Magdeburg ans Tabellenende der 3. Fußball-Liga nicht länger sportlicher Leiter des Vereins.  © Joachim Sielski/zb/dpa

Das Lösen der Doppelrolle von Geschäftsführer Kallnik löst jedoch nicht die hausgemachten Probleme. Es ist vielmehr ein Eingeständnis, dass auch der vierte Trainer nach der erfolgreichen Ära von Jens Härtel (51) kaum noch eine langfristige Zukunft hat. 

Zur Erinnerung: Hoßmang arbeitete im FCM-Nachwuchsbereich, wurde dann von Kallnik im Juni zum Interimstrainer ernannt, nachdem mit Claus-Dieter Wollitz (55) bereits der zweite Trainer nach Stefan Krämer (53) in der Saison 2019/2020 freigestellt wurde. 

Nach dem hart erkämpften Klassenerhalt wurde der Hoßmang-Vertrag bis Sommer 2022 verlängert. Diskussionen um seine Person vermeidet der Coach: "Ich bin ein kleines Mosaiksteinchen."

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Die Entscheidung über seine Zukunft bleibt dann wohl dem neuen Sportlichen Leiter - im Gespräch ist der einstige Braunschweiger Sportchef Marc Arnold (50) - vorbehalten. 

Mit U19-Trainer Petrik Sander (59) hat der Club eine weitere bundesligaerfahrene Alternative in den eigenen Reihen. Doch diese Variante ist derzeit schwer vermittelbar bei den Fans. Daher bleibt für Hoßmang nur eine Lösung: Punkten. 

Nach dem Heimspiel gegen Bayern II steht das schwere Abstiegs-Duell beim 1. FC Kaiserslautern an. Dann muss der FCM zum FC Ingolstadt reisen, wo Hoßmang Anfang Juli mit einem überraschenden 2:0-Auswärtssieg den Klassenerhalt perfekt gemacht hatte.

Titelfoto: Swen Pförtner/dpa

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