Experiment vor Weltmeisterschaft 2022 zeigt: WM-Hotels in Katar lehnen Homosexuelle ab!

Katar - Erschreckende Diskriminierung im Gastgeberland der FIFA Weltmeisterschaft 2022! Mehrere offizielle WM-Hotels in Katar lehnen die Unterbringung homosexueller Gäste ab, wie ein Experiment nun offenbarte.

Am 21. November startet die Weltmeisterschaft 2022 in Katar.
Am 21. November startet die Weltmeisterschaft 2022 in Katar.  © Christian Charisius/dpa

"Jeder wird sehen, dass jeder hier in Katar willkommen ist, auch wenn wir über LGBTQI+ sprechen", sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino (52) noch Anfang März beim 72. Kongress des Fußball-Weltverbandes.

Doch die Worte scheinen nur Schall und Rauch gewesen zu sein, wie Recherchen des norwegischen Senders NRK zusammen mit dem dänischen Sender DR und SVT aus Schweden jetzt enthüllten.

Zwei Journalisten gaben sich bei dem Selbstversuch als frisch verheiratetes, schwules Ehepaar aus Schweden aus und fragten wegen eines Zimmers für ihre "Flitterwochen" an. Demnach antworteten 56 der 69 kontaktierten Hotels.

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Drei gaben offen zu, dass sie das homosexuelle Pärchen nicht aufnehmen würden, und lehnten die Zimmeranfrage sofort ab. Dabei handelte es sich laut dem Bericht um das "Torch Doha", das "Magnum Hotel & Suites Westbay" und das "Wyndham Grand Regency".

"Vielen Dank für Ihre Frage, aber gemäß unserer Hotelpolitik können wir Sie nicht aufnehmen", hieß es in einer der Rückmeldungen.

20 der Hotelbetriebe, die das Paar akzeptierten, äußerten Vorbehalte und teilten den angeblich Verheirateten mit, dass sie sich nicht offensichtlich als "schwul" präsentieren dürften.

Homosexualität ist im WM-Land Katar verboten und kann eine Haftstrafe nach sich ziehen

FIFA-Präsident Gianni Infantino (52) beteuerte in der Vergangenheit wiederholt die "Offenheit" des WM-Gastgeberlandes Katar.
FIFA-Präsident Gianni Infantino (52) beteuerte in der Vergangenheit wiederholt die "Offenheit" des WM-Gastgeberlandes Katar.  © Christian Charisius/dpa

Außerdem wurde darauf verwiesen, dass die örtliche Polizei in der Vergangenheit bereits homosexuelle Katarer aus dem Hotel abgeholt hätte und es gegen die Landesgesetze verstoße, "wenn man sich schminkt und homosexuell kleidet".

"Anständig gekleidet" und ohne öffentliche Liebesbekundungen sei das Paar aber willkommen.

Die FIFA kommentierte die Ergebnisse des Experiments in einer schwammigen Stellungnahme gegenüber NRK. Man sei "zuversichtlich, dass alle notwendigen Maßnahmen ergriffen werden, damit LGBTQI-Fans und andere das Turnier in einer einladenden und sicheren Art und Weise genießen können".

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Homosexualität ist in Katar in der Tat verboten und kann mit bis zu sieben Jahren Gefängnis bestraft werden. Nach islamischem Recht ist sogar das Auspeitschen und die Todesstrafe möglich, zumindest letztere wurde laut Menschenrechtsorganisationen aber wohl noch nicht vollstreckt.

Es existieren allerdings durchaus Beispiele, in denen auch Nicht-Bürger Katars ins Gefängnis mussten. 1996 erhielt ein Amerikaner sechs Monate Haft und 90 Peitschenschläge für seine sexuelle Orientierung.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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